Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sind

Alles, was an der Außenseite eines Hauses ist, wie Dachdeckung, Fenster und Haustüren oder der Außenanstrich, kann hier diskutiert werden.
-FX-
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Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sind

Beitrag von -FX- » 9. Feb 2018, 16:59

Hallo,

im Zuge einer Renovierung würde ich gerne 2 uralte aber bereits doppelt verglaste Fenster ersetzen.
Einerseits sollte es preisgünstig sein, andererseits möchte ich mich aktuelle aber ohnehin auch noch auf kein hochwertiges System und Design für die Zukunft festlegen, da die anderen Fenster des Hauses noch ein paar Jährchen Zeit haben.

Daher dachte ich an Baumarktfenster, in unserem Fall kämen die hier von Meeth, Serie 70/3S.

Das Größere der beiden Fenster wird etwa 1x1m messen. Ausser zum Putzen werden die Fenster eigentlich nicht geöffnet (das wird ja mutmaßlich für die Beschläge die größte Belastung sein), lediglich das Kleinere wird öfter gekippt und wieder geschlossen (WC).

Ich habe keine besonderen Anforderungen an Isolation oder Schallschutz, brauche an der Stelle keine gesteigerte Einbruchssicherheit, kein Öffnungsstopp, keinen Schutz gegen Griffdrehung im geöffneten Zustand und ein dazu passendes Rolladensystem ist auch nicht erforderlich.

Ich gehe mal vorsichtig davon aus, dass die Fenster in spätestens 10 Jahren ohnehin im Zuge eines Komplettaustauschs ersetzt werden.

Um der Frage vorzubeugen, warum ich dann nicht einfach die alten Fenster solange lasse: Vergößerung

Für mich stehen die Zeichen daher ganz klar auf Baumarktfenster.

Was meint ihr dazu, habt ihr Erfahrungen mit Fenstern dieser Klasse?

Danke
Chris

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D_Mon
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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 17:33

Für die von Dir geschilderten Anforderungen, halte ich "einfache" Fenster für ausreichend. Gesetzlich vorgeschrieben ist bei beheizten Wohngebäuden ein uw-Wert von max. 1,3 W/m2K, das ist nicht besonders gut und ich würde max. 1,0 W/m2K einbauen.

Wichtig sind die Baukörperanschlüsse. Ich würde dir tricosal illmod trioplex Bänder empfehlen, auch wenn die nicht ganz billig sind. Damit schafft man relativ leicht sehr gute Anschlüsse. Wichtig ist, dass man die richtig herum einbaut.

Nur Aufschäumen ist Pfusch und unterschiedliche Bänder innen und außen plus Fugendämmung sind für den ungeübten Hobbywerker sehr anspruchsvoll.
Die Laibungen müssen umlaufend verputz oder zumindest mit Glattstrich versehen sein, wenn das Mauerwerk nicht von sich aus planeben ist. Das muss nicht super eben sein, weil die illmod-Bänder sich da sehr gut anpassen, wenn die Einbauluft passt. Man darf die Bänder erst kurz vor der Montage aufkleben, weil die sehr schnell zu quellen beginnen. Für die Bemessung und Montage das Produktdatenblatt beachten.

Wichtig ist außerdem die spannungsfreie Distanzmontage, damit die Fenster später nicht klemmen.

Gruß
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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 17:48

Würde da auch nur das günstigste nehmen und auch nur ausschäumen, kommt eh wieder raus ... vor Jahrzehnten wurde dies als gut verkauft, also besser geht immer!

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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 17:50

Vor Jahrzehnten war Energie billig und Umwelt egal.
Zugluft an Fenstern wurde als unvermeidliches Übel akzeptiert.
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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 18:07

Die Energiepreise schwanken die letzen Jahre ja mehr als früher, also wer zum rechten Zeitpunkt z.B. Öl kauft, zahlt „fast“ das selbe. Aber neben den evtl. höheren Kosten verbrauchen doch moderne Heizungen auch weniger.

Doch der neue Fenstereinbau wird sicher besser sein als der alte ... und das reicht doch für die kurze Zeit.

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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 18:16

10 Jahre, kurze Zeit?

Meine Erfahrung dazu ist ja: Nichts hält länger als ein Provisorium.

Letztendlich muss das ja jeder selbst wissen.
Meine Meinung dazu ist, Fenster ausschäumen ist Pfusch und wer sich mal angeschaut hat, wie so ein Schaum nach einigen Jahren aussieht, weiß auch warum.

Außerdem stellt sich bei ausgeschäumten Fugen die Frage, wie die Schlagregendichtigkeit von außen und die Wind- und Dampfdichtigkeit von innen hergestellt wird. Sicher, dafür gibt es unterschiedliche Bänder, die mit unterschiedlichen Klebern am Fenster und am Baukörper angeklebt werden müssen. Auf diese Bänder muss dann i. d. R. auch geputzt werden.
Ob der Heimwerker das alles ordentlich hinbekommt :kp:

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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von -FX- » 9. Feb 2018, 18:34

Tatsächlich habe ich mal vor ~10 Jahren in meiner Freizeit bei einer energetischen Sanierung mitgeholfen, wo ein Verwandter, seines Zeichens damals Angestellter bei einem lokalen Fensterbauer, die Fenster noch ganz klassisch eingeschäumt hat. Aber OK, so teuer wird das vorgeschlagende Band schon nicht sein, dass es mir die Socken auszieht :)

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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 18:37

D_Mon hat geschrieben: Ob der Heimwerker das alles ordentlich hinbekommt :kp:
Heimwerker die sich informieren arbeiten da mit Sicherheit gewissenhafter als so mancher Fachmann (hab schon schlimme Fenstereinbauten von Fachleuten gesehen) ... Pfusch am Bau hört man ja alltäglich.

Der Schaum verwittert aber doch m.W. nur bei UV-Licht, sofern der Abgedeckt ist hält der doch. Und wenn er von einer Seite nicht geschnitten wurde, ist er soweit Winddicht.

Und klar, die Zeit wie lange er die Fenster drinnen lässt, da kann man nur nach seinen Angaben ausgehen.

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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 18:51

MrDitschy hat geschrieben:Heimwerker die sich informieren arbeiten da mit Sicherheit gewissenhafter als so mancher Fachmann (hab schon schlimme Fenstereinbauten von Fachleuten gesehen) ... Pfusch am Bau hört man ja alltäglich.
Ja, und ausgeschäumte Fenster ist davon nur eine Möglichkeit. Man muss sich an den Guten messen, nicht an den Schlechten 8)
MrDitschy hat geschrieben:Der Schaum verwittert aber doch m.W. nur bei UV-Licht, sofern der Abgedeckt ist hält der doch.
Nein, der übliche Bauschaum wird mit der Zeit porös, trocken und bröselig.
Ich weiß, es gibt Produkte mit besseren Eigenschaften, aber die sind auch teuer, schwieriger in der Handhabung und für Fenstermontage ungeeignet.
MrDitschy hat geschrieben: Und wenn er von einer Seite nicht geschnitten wurde, ist er soweit Winddicht.
Schaum ist nicht dauerhaft winddicht, dampf- und schlagregendicht schon gleich gar nicht. Da kommen ja auch Bewegungen, Winddruck und thermische Längenänderungen drauf. Davon abgesehen, wenn er rausquillt wird er abgeschnitten, ob´s geplant war oder nicht.

Gruß
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Re: Nachteile von Baumarktfenstern und wo sie akzeptabel sin

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 19:18

D_Mon hat geschrieben:
MrDitschy hat geschrieben:Der Schaum verwittert aber doch m.W. nur bei UV-Licht, sofern der Abgedeckt ist hält der doch.
Nein, der übliche Bauschaum wird mit der Zeit porös, trocken und bröselig.
Ich weiß, es gibt Produkte mit besseren Eigenschaften, aber die sind auch teuer, schwieriger in der Handhabung und für Fenstermontage ungeeignet.
Aha, und woran erkennt man die besseren Produkte?



Davon abgesehen, wenn er rausquillt wird er abgeschnitten, ob´s geplant war oder nicht.
Ja, meist von der ausschäumenden Innenseite, zumal man mit der Schaumpistole schon gut dosieren kann. Von Außen müsste er durch das alte Fenster einen geraden Falz haben, sonst hab ich da zuvor mit Acryl abgedichtet (später mit Fassadenfarbe überstrichen).

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