Werkstatt Schalldämmen

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potti
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Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von potti » Dienstag 29. Dezember 2020, 16:52

Hallo liebe Forengemeinde,

Ich wohne erst seit kurzem in einer Doppelhaushälfte, nun will ich im Keller eine Werkstatt einrichten.
Jetzt ist es so dass der Raum der dafür infrage kommt mit einer Seite zum Nachbar Keller grenzt der kein
Stahlbeton ist sondern aus Lochziegel besteht. Sprich Mauer an Mauer, ich möchte dass wenig bis kaum Lärm
nach außen oder zum Nachbarn in Keller und Haus dringt. Nicht das der gute Herr noch zur Fackel und Mistgabel greift.

Zum besseren Verständnis habe ich einen Ausschnitt aus dem Bauplan angehängt. Mit allen relevanten Daten.
Werkstatt soll in den Hobbyraum. Natürlich sollte es so Preiswert wie möglich sein.

Es wird Holz und Metall bearbeitet, Maschinen die ich benutze sind: :flex:
Flex, Bandschleifer, Tellerschleifer, Kreissäge, Kompressor, Tischbohrmaschine,
Staubsauger, Hammer, Kappsäge, um mal die Lauten Kandidaten zu nennen.

Was ich verstanden habe ist der Unterschied von Körperschall und Luftschall.
Wollte eh die Werkstatt innen mit OSB3 Verkleiden.

:kp:
Wie sollte ich die Wand zum Nachbar hin gestalten?
Reicht bei den anderen Wänden Holzverlattung und OSB3?
Holzständerbauweise mit Dämmung hätte ich jetzt geplant oder gibt es bessere Lösungen?
Welches Dämmmaterial solle ich einbringen? Und wie Dick
Wie entkopple ich diese? Spezial Dübel oder Moos Gummi unter die Latten. Über hilfreiche Tipps und Erfahrungen
würde ich mich freuen vielleicht hatte ja schon jemand ein ähnliches Problem. :D

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MrDitschy
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von MrDitschy » Dienstag 29. Dezember 2020, 19:11

Ganz schalldicht geht kaum, aber die doppelte Wände und getrennte Boden/Decke sind m.E. schon mal top und sollte ausreichen ... also wie ist den jetzt der Geräuschpegel zu hören, hörst du z.B. den Nachbarn die Treppe laufen usw.?
Doch da es hier sich um den Körperschall handelt, wäre wenn nur eine direkte Aufdopplung der Nachbarwand möglich (also mehr an dichter Masse zum Nachbarn schaffen), aber ob das viel verbessert ist fraglich.
Sonst wäre es evtl. noch hilfreich, die Tische und Gerätschaften am Boden zu entkoppeln usw. (auch die Geräte direkt leiser machen, den Kompressor und Absaugung hast schonmal in den Nebenraum gelegt, das auch top ist) .... auch nichts direkt an die Nachbarwand hängen, also Schallverbindungen vermeiden.
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powersupply
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von powersupply » Dienstag 29. Dezember 2020, 21:04

Hallo

Wenn dein Bauunternehmen korrekt gearbeitet hat haben beide Häuser eine eigene Außenwand zum Nachbar hin. Im Idealfall mit zwischengelegter Steinwolle. Besser geht kaum. Das wurde zwar aus feuerschutzgründen so gemacht hilft aber auch extrem gegen Schall, wenn keine mechanischen Brücken eingearbeitet wurden.
Du kannst ja zum Nachbar hin noch eine Reihe Ziegel hochmauern deren Öffnungen Du zum Raum hin ausrichtest und zur bestehendem Wand noch eine Steinwolleschicht einbringst. Ist halt für eine Werkstatt eher unpraktisch.

PS

Schwarzfuss
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von Schwarzfuss » Dienstag 29. Dezember 2020, 21:31

Was mir nicht ganz klar ist - Eigentun oder Miete?
Im Prinzip würde ich es genau so machen - auf jeden Fall den Kompressor
auf weiche Schwinggummis stellen und feste Verbindungen zur Wand vermeiden.
Das gilt natürlich auch für die Luftleitungen. Die Absaugung sehe ich als unkritisch.

Gruß Schwarzfuss

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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von Dev » Dienstag 29. Dezember 2020, 21:52

Schwarzfuss hat geschrieben:
Dienstag 29. Dezember 2020, 21:31
Das gilt natürlich auch für die Luftleitungen.
Das erste Stück vom Kompressor zur Wand würde ich mit flexiblem Gummischlauch ausführen. Dann kommen keine Vibrationen mehr an.

Welches Baujahr ist das Haus? Ist tatsächlich auch die Bodenplatte geteilt? Falls nicht: Schwimmender Estrich oder Verbundestrich?

Schwarzfuss
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von Schwarzfuss » Dienstag 29. Dezember 2020, 22:32

Welchen Sinn sollte es machen die Bodenplatte zu trennen?
Die Bodenplatte wird sicherlich eins sein und vermutlich in jedem Raum
schwimmender Estrich. (gehe einmal von einem relativ neuem Gebäude aus)

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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von Dev » Dienstag 29. Dezember 2020, 23:21

Schwarzfuss hat geschrieben:
Dienstag 29. Dezember 2020, 22:32
Welchen Sinn sollte es machen die Bodenplatte zu trennen?
Ich hatte nachgefragt, weil ich das aus der Bauzeichnung auch nicht herauslesen konnte, aber Ditschy es oben als positiven Punkt aufgeführt hat:
die doppelte Wände und getrennte Boden/Decke sind m.E. schon mal top
Tatsächlich sind getrennte Bodenplatten eine übliche Vorgehensweise, wenn hohe Schallschutz-Anforderungen gestellt werden. Wegen der höheren Kosten für die zusätzliche Schalung und die kompliziertere Abdichtung gegen Wasser macht man das aber nur relativ selten.

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D_Mon
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von D_Mon » Donnerstag 31. Dezember 2020, 12:34

Hallo zusammen,

tatsächlich ist die Planung der Trennung der Bodenplatten üblich und sollte aufgrund der erhöhten Anforderungen an den Schallschutz bei Wohneigentum auch unbedingt gemacht werden. Andererseits wird es aus baupraktischen Gründen, zur Kosteneinsparung oder aus anderen Gründen (z. B. Pfusch) regelmäßig nicht ausgeführt. Die Abdichtung gegen Wasser ist da in der Regel das geringste Problem, dafür gibt es - abhängig vom Lastfall - praktikable Regelausführungen.

Ob man grundsätzlich von schwimmenden Estrichen in den Kellerräumen ausgehen kann, möchte ich hinterfragen. Kann sein, muss aber nicht. Die Räume im Keller sind entsprechend Ihrer Bauart nur zum vorübergehenden Aufenthalt geeignet, und eine eventuelle Trittschallübertragung findet im wesentliche nur nach oben in den eigenen Bereich sowie in geringerem Umfang auch zum Nachbarn, jedoch in dessen Nebenräume statt.

Ein mögliches Problem sehe ich - auch wenn ich jetzt vielleicht als Spielverderber dastehe - eher woanders. Ein Hobbyraum ist üblicherweise als Aufenthaltsraum anzusehen. Nach dem was der Plan hergibt, ist der Raum aber als solcher bauordnungsrechtlich nicht zulässig (Beleuchtung, Belüftung, Raumhöhe, Flucht- und Rettungswege). Erschwerend kommt hinzu, dass Du angibst, dort mit lauten Maschinen arbeiten zu wollen.

Ich kann Dir nur empfehlen, zu klären, ob die von Dir beabsichtigte Nutzung überhaupt zulässig ist. Ich habe da doch erhebliche Zweifel und das ist jetzt keine Paragraphenreiterei sondern ein erheblicher Sicherheitsaspekt. Eventuell geht was über eine genehmigte Abweichung mit Kompensationsmaßnahmen. Damit wärst Du dann - auch versicherungsrechtlich - auf der sicheren Seite.

Viele Grüße
D.Mon
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MrDitschy
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von MrDitschy » Donnerstag 31. Dezember 2020, 13:16

Danke für den Sicherheitshinweis, aber das vor Ort abzuklären ist selbstverständlich, oder wie auch immer er das handhabt ist ihm überlassen (zig Garagen werden auch als Werkstatt zweckentfremdet usw., wäre alles ein ewiges Diskussionsthema ... meine es gibt auch einen Thread dazu, oder könnten extra einen eröffnen) ... daher bleiben wir hier bitte nur beim Thema Schallschutz.
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D_Mon
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Re: Werkstatt Schalldämmen

Beitrag von D_Mon » Donnerstag 31. Dezember 2020, 13:44

Hallo Ditschy,

das soll mir recht sein.
Um aber etwas abklären zu können, muss man erstmal wissen, dass es Klärungsbedarf gibt.
Daher erschien mir der Hinweis wichtig.

Viele Grüße
D.Mon
PS: bei Garagen ist das meist doch noch eine andere Hausnummer, da diese in der Regel einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben.
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