Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

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-FX-
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Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von -FX- » 22. Jan 2018, 00:26

Hallo,

habe mich vor ein paar Tagen das erste mal daran probiert ein paar WÀnde zu verputzen. Leider bin ich irgendwie zu blöd oder aber es liegt am Material - die Frage geht an euch und auch wie ich das Problem lösen kann.

Es handelte sich um eine unbeheizte RĂ€umlichkeit außerhalb des Wohnhauses. Mauer- und Lufttemperatur lagen bei mindestens 5°C, Nachts wurde die ersten Tage per elektrischem GeblĂ€se zugeheizt. Verwendet wurde billiger Putz- und Mauermörtel aus dem Baumarkt.
Grundiert habe ich die WÀnde vorher auch, sowie unmittelbar vor dem Putzauftrag vorgenÀsst.
Da ein bisschen was ausgegelichen werden musste wurde in mehreren Schritten aufgetragen, ich denke zuletzt irgendwas um die etwas ĂŒber 10mm.

Trotz aller MĂŒhe ist sowohl beim anwerfen als auch krĂ€ftigem Aufziehen per GlĂ€ttkelle ein Nachsacken und somit eine gewisse Welligkeit aufgetreten.
Nachdem das im feuchten Zustand nicht zu beheben war und mit zunehmendem Anziehen beim Korrekturversuch die OberflĂ€che dann natĂŒrlich irgendwann aufgerissen ist habe ich es erstmal so gelassen und nach einem Tag die gröbsten Patzer weggeschabt. Schön ist das aber nicht und natĂŒrlich fehlt das nachgesackte Material auch an anderen Stellen.

Erstmal: woran könnte es gelegen haben? UnfÀhigkeit oder taugt der billige Putz- und Mauermörtel einfach nicht.

Und im zweiten Schritt: wie gehe ich jetzt weiter vor? Am liebsten wĂŒrde ich ja einen Gipsputz drĂŒberknallen, da ich mir davon eine bessere Verarbeitbarkeit erwarte. Oder einfach ein hochwertigerer Kalk-Zement-Putz?
Wenn Gipsputz möglich wĂ€re stellt sich auch die Frage ob er sich eignet. In der <4mÂČ Lagerkammer landen gelegentlich auch mal feuchte Textilien.

--------------

Ein weiteres Anliegfen zum Thema Verputzen in der Zukunft könnte man an der Stelle vielleicht auch gleich klÀren:

mit was genau fĂŒr einem Putz innerhalb des Hauses in der Vergangenheit gearbeitet wurde kann ich leider nicht sagen. Er ist mehr dunkel-sandfarben, ich wĂŒrde mal vermuten, dass es sich um einen Kalkzementputz mit hohem Sandanteil handelt.
Oberhalb des Putzes befindet sich an zwei Stellen ein unverputzer Bereich, den ich gerne beiputzen wĂŒrde.
Allerdings wĂŒrde ich dafĂŒr gerne Gipsputz verwenden.

Wie verhĂ€lt sich das mit dem Stoß zwischen zwei verschiedenen Putzarten. Kann man das einfach so machen und wenn nicht wie setzt man das am besten um?
DrĂŒber soll ĂŒbrigens Vliestapete.

Vielen Dank
Chris

flat12
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Re: Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von flat12 » 22. Jan 2018, 01:37

Ein Überblick zum Thema Putz: https://www.energie-experten.org/bauen- ... /putz.html

Eins vorweg, ich hab wenig Erfahrung, hab einen Heizungsraum verputzt und Kleinkram. Wenn ausgeglichen werden soll/muss, dann wird's in aller Regel nix mit einem Arbeitsschritt. Zuerst Putz auftragen, dann mittels einer geraden Latte abziehen damit man eine schöne ebene FlĂ€che erhĂ€lt und im 2. Arbeitsschritt gehts an die “Gestaltung“.

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D_Mon
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Re: Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von D_Mon » 22. Jan 2018, 07:47

-FX- hat geschrieben:...
Verwendet wurde billiger Putz- und Mauermörtel aus dem Baumarkt.
Welche Art von Mörtel hast Du verwendet?
Hast Du genau die vorgeschriebene Menge Anmachwasser verwendet?
Wie hast Du den Putzmörtel angemischt?
-FX- hat geschrieben:...
Grundiert habe ich die WÀnde vorher auch, sowie unmittelbar vor dem Putzauftrag vorgenÀsst.
Womit genau hast Du "grundiert"?
Wie wurde die "Grundierung aufgetragen?
Trocknungszeit?
Wie stark hast Du angenÀsst?
-FX- hat geschrieben:...
Da ein bisschen was ausgegelichen werden musste wurde in mehreren Schritten aufgetragen, ich denke zuletzt irgendwas um die etwas ĂŒber 10mm.
Hast Du die einzelnen Schichten jeweils aushÀrten lassen, bevor Du die nÀchste aufgezogen hast?

Ohne NĂ€heres zu wissen, tippe ich auf zu viel Wasser, entweder im Mörtel oder an der Wand (oder beides). Wenn die Wand zu nass ist, beisst der Mörtel nur schlecht an und neigt zu dem von Dir beschriebenen "Nachsacken". Zu feuchter Mörtel lĂ€sst sich schwer verarbeiten. Das kann zu welligen OberflĂ€chen fĂŒhren. Je nach Mörtelart gibt es ein Zeitfenster, in dem man die OberflĂ€che gut hinbekommt. Bei Gipsputz geht es relativ schnell, bei KZ- oder Zementputz dauert es deutlich lĂ€nger (mehrere Stunden).

Mörtel von "schlechter" QualitĂ€t kann man manchmal durch hinzufĂŒgen von etwas PM Binder (Mischung aus Kalk und Zement) anfegten, dann haftet er besser und lĂ€sst sich leichter verarbeiten. Geht aber i. d. R. nicht bei Gipsmörtel.

Gruß
D. Mon
--
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-FX-
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Re: Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von -FX- » 9. Feb 2018, 16:37

Entschuldigt die einem abgeschmierten Rechner zuzuschreibende, spĂ€te Antwort. Ging jetzt auch mal ein paar Tage ohne, nur Schreiben am Handy hĂ€tte keinen Spaß gemacht.

Also: Verwendet wurde irgendein billigere Grund auf Acrylatbasis. Einmalig aufgetragen, mindestens 4 Stunden Trocknungszeit.
VorgenÀsst wurde so, dass es noch vor dem fertigputzen von den einzelnen ca 2x2,2m-FlÀchen deutlich am abtrocknen war.

Mörtel wurde richtig angemischt. Kann mir lediglich vorstellen, dass ich beim Versuch es glattzuziehen, ĂŒber die die OberflĂ€che zu viel Wasser eingebracht habe.

Inzwischen ist mir wieder mal ein Nachbar ĂŒber den Weg gelaufen, der sein Leben lang am Bau gearbeitet hatte. Der bestĂ€tigte auch, dass der billige Putz- und Mauermörtel eine relativ schlechte Haftung hat. Ich denke ich probiere es das nĂ€chste mal einfach mal mit was Hochwertigerem.

Was leider unbeantwortet blieb ist, wie es sich mit dem Beiputzen von Gips- an Kalkzementmörtel verhĂ€lt, ob es da vielleicht Tricks gibt oder ob das beim spĂ€teren Übertapezieren mit glatter Vliestapete vielleicht gar keine Rolle spielt.

GrĂŒĂŸe
Chris

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D_Mon
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Re: Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 16:43

Gipsputz kannst Du ohne Probleme auf abgebundenem KZ-Putz auftragen.

Gruß
D.Mon
--
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Re: Einige Fragen rund um den (Unter-) Putz

Beitrag von MrDitschy » 10. Feb 2018, 08:12

-FX- hat geschrieben:... ob es da vielleicht Tricks gibt oder ob das beim spĂ€teren Übertapezieren mit glatter Vliestapete vielleicht gar keine Rolle spielt.
Naja, solche glatten WĂ€nden hinzubekommen, da haben manche Fachleute sogar probleme .... doch mit Richtscheit und Gegenlicht siehst man am besten Unebenheiten, Macken usw. mit Schlaglicht.

Und denke auch wie D_Mon, dass du da zu viel Wasser im Spiel war .... wenn eh grundiert, dann lasse ich das mit vornÀssen - also "entweder oder".
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