alte Bandsäge restaurieren

Ob Kapp- und Gehrungssäge, Bandsäge, Formatkreissäge, Drehbank, Ständerbohrmaschine oder gar das Bearbeitungszentrum. Hier geht es um Fragen rund um alle stationären Maschinen.

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Jochen1
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alte Bandsäge restaurieren

Beitrag von Jochen1 » Dienstag 23. Oktober 2007, 15:53

Hallo,
ich habe die abgebildete Bandsäge mit einem externem Motor bekommen. Ich möchte diese Säge restaurieren und mittels Keilriemen über den Motor antreiben. Dazu ein entsprechendes Untergestell schweißen, Sägeband austauschen und dann, so stelle ich mir vor habe ich eine robuste und zuverlässige Bandsäge. Die Maschine ist sauschwer, nicht zu groß (habe eh Platzprobleme) und hat Räder mit ca. 30 cm Durchmesser.
Wo bekomme ich passende Sägebänder und Keilriemen her?
Was haltet ihr von dem Projekt? Ist das vielleicht völliger Blödsinn oder macht es Sinn so ein altes Ding wieder herzurichten?
Danke

http://www.abload.de/image.php?img=pict2032y2o.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=pict2035xdx.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=pict203614s.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=pict203788x.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=pict2040mw1.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=pict2041aph.jpg

RRS
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Beitrag von RRS » Dienstag 23. Oktober 2007, 17:03

Hallo Jochen!

Bandsägeblätter bekommst Du in jeder Länge z.B. bei HEMA Sägetechnik (schau im Internet!). Keilriemen? Da kann ich nicht helfen!

Deine Probleme werden an ganz anderer Stelle auftreten. Nach heutigen Vorstellungen ist die Maschine ein grosses Sicherheitsrisiko, da die Räderkästen nicht geschlossen sind. Bei einem reissenden Bandsägeblatt möchte ich jedenfalls nicht in der Nähe stehen. Ebenso fehlt anscheinend eine verschiebbare Blattabdeckung oberhalb der Bandführung.

Ob die Bandführung selbst noch funktioniert, kann man aus den Bildern nicht erkennen. Jedenfalls brauchts scheinbar Werkzeug zu deren Einstellung, Das ist nicht Stand der Technik. Die untere Bandführung ist anscheinend völlig abhanden gekommen. Hier müüsste erst mal eine Neue dran. Die Höhenverstellung der oberen Bandführung ist total veraltet.

Die Spannvorrichtung am oberen Rad sollte dringend auseinandergenommen, gereinigt und geschmiert werden, damit sie nicht beim Spannen beschädigt wird. Was zu fehlen scheint ist die Neigungsregulierung des oberen Rades. Ohne eine solche kann man aber nicht sägen.

Nächsten Punkt - die Radbeläge scheinen völlig verschlissen. Unbedingt erneuern und dafür ca.€ 150-200 einkalkulieren.

Hat die Maschine einen Anschlag? Jedenfalls scheint der Tisch nicht kippbar zu sein, was Gehrungsschnitte ohne Hilfsmittel nicht erlaubt.

IMHO ein Objekt zur Restaurierung, die wird aufwendig und teuer genug! Aber nicht zum richtigen Arbeiten!

Gruss

Rolf

Kalle-Ralle
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Beitrag von Kalle-Ralle » Dienstag 23. Oktober 2007, 17:04

Natürlich macht das Sinn, kaufen kann jeder!

Maschinenerhalt find ich gut, von mir ein klares Daumen hoch :!:
Wenn ich die See seh', brauch' ich kein Meer mehr...

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Alfred
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Beitrag von Alfred » Dienstag 23. Oktober 2007, 17:42

ist da ein Hersteller erkennbar? Sieht irgendwie nach Eigenbau aus.
kein Soja- Rindfleisch- und Holzimport zum Schutz der Regenwälder

Jochen1
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Beitrag von Jochen1 » Dienstag 23. Oktober 2007, 20:32

[quote="Alfred"]ist da ein Hersteller erkennbar? Sieht irgendwie nach Eigenbau aus.[/quote]

Auf der Abdeckung steht "Cronos".
Ist das jemandem bekannt?

RRS
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Beitrag von RRS » Mittwoch 24. Oktober 2007, 11:39

"Cronos" hab ich schon gehört, aber noch nicht im Zusammenhang mit Bandsägen.

Da die Maschine aufgrund der Ausführung mit hoher Wahrscheinlichkeit älter als 60 Jahre ist, mag die Marke heute kaum noch bekannt sein. Oder es ist tatsächlich ein Eigenbau.

Als Museumsstück sicher schon, aber arbeiten würde ich damit unter keinen Umständen.

Gruss

Rolf

Kalle-Ralle
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Beitrag von Kalle-Ralle » Donnerstag 25. Oktober 2007, 09:48

Wieso nicht? Siehe hier:

Schlittenbau

Zugegeben, die Jungs sind ähnlich alt wie der Maschinenpark, aber es geht...

Untere Führung haben auch vielfach die modernen Maschinen nicht (hab mal bei Holzkraft im Katalog geschaut, man erkennt nix), einen Schutz kann man nachrüsten.

Im Woodworking-Forum gibt es ein Thema, dass sich mit der Restauration einer Bandsäge beschäftigt, unter andem auch mit dem Radbelag.

Machbar sollte es schon sein, ist halt die Frage, ob man Geld und Arbeit reinstecken möchte (und wieviel) oder eben nicht.
Wenn ich die See seh', brauch' ich kein Meer mehr...

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Beitrag von RRS » Donnerstag 25. Oktober 2007, 12:01

Klasse Seite! :D

Tja, wenn man Jahrzehnte eine Sache macht, bekommt man Routine - auch mit Maschinen! Find ich toll!

Was man auch gut sieht - die Bandsäge ist wesentlich vielfältiger nutzbar als jede andere motorisierte Säge.

Trotzdem, oder gerade weil Bandsägen eigentlich sehr (arbeits-)sichere Maschinen sind, wenn sie dem heutigen Level von Schutz entsprechen, würde ich nicht mit sowas hantieren wollen.

Eher in die andere Richtung denken. Vermutlich ist der Rahmen des Museumsstücks sehr stabil, kann hohe Spannkräfte aufbringen. Also den Rahmen nutzen und das Fehlende nachrüsten. Allerdings eine Preisfrage!

Gruss

Rolf

Jochen1
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Und jetzt???

Beitrag von Jochen1 » Donnerstag 25. Oktober 2007, 12:17

Vielen Dank für eure Beiträge.
Ich bin jetzt ein bißchen verunsichert. Natürlich ist mir Arbeitssicherheit wichtig!!!
Die Maschine hat mich [b]NICHTS [/b]gekostet so dass ich durchaus für diverse Teile noch Geld ausgeben würde. Auch die Arbeitszeit ist kein Problem, schließlich macht mir das auch Spaß.
Meine Frage nun: Was müsste ich an der Bandsäge ändern bzw. welche Teile müsste ich nachrüsten um eine einigermaßen nach heutigen Maßstäben sichere Maschine zu haben und woher bekomme ich diese Teile?
Hast du einen Link zu dem Thema der Bandsägenrestaurierung im Woodworking-Forum?
Danke
Jochen

Calli
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Beitrag von Calli » Donnerstag 25. Oktober 2007, 12:30

Also wie schon gesagt, würde ich die Maschine auch ins Museum stellen und mir dann lieber eine neue kaufen!!! Nicht weil die Maschine alt ist, sondern wegen dem Verletzungsrisiko und der Sicherheit!!!!

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