Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fall?

Streichen und Lackieren erfordert außer einem Pinsel meist noch anderes Werkzeug und spezielles Know how. Der Einsatz chemischer Produkte und Kleber bedarf oft einer besonderen Aufmerksamkeit bei der Verarbeitung und dem Arbeitsschutz.

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ubbi
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Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fall?

Beitrag von ubbi » 19. Jul 2017, 20:55

Hi,

habe mich schon öfter gefragt, welche Schmierstoffe ich wofür am besten nehme. Bislang habe ich das immer nach Gutdünken gemacht:

- Fette, wenn es lang halten soll.
- WD40 eigentlich nur zum Reinigen.
- Bei Öl habe ich mich immer gefragt, ob ich da irgendwas beachten muss. Gibt es bedeutsame Unterschiede?

Hier mal, was ich zu Hause herumliegen habe...
1.jpg
Fragen:
  • Gibt es eine Faustregel für die Anwendung der o.g. Schmierstoffe?
  • Gibt es Dinge, die unbedingt beachtet werden müssen (z.B. wegen Brandgefahr, etc.)?
  • Gibt es bedeutsame Unterschiede bei den Ölen? Oder kann man stets nach der Devise gehen "ein Tropfen Öl schadet nie"?
Danke im Voraus!

ubbi
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J-A-U
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von J-A-U » 20. Jul 2017, 07:08

Silkon-Öl nimmt man für Kunstoffteile oder Gummi weil das Silikon diese nicht angreift.
Mit dem 4in1 kann ich grad nicht viel anfangen, da solltest du dir die Anhaltsangabe mal ansehen, wahrscheinlich auch viel Petroleum drin, dann verwende es wie WD40.
Ein Pumpkanne ohne definierten Inhalt kann natürlich alles mögliche sein... (Schneidöl, Motoröl?)
"Weißes Wartungsspray" wird wohl ein PTFE-Trockenspray sein. Das ist für Schmierstellen an denen kein Schmutz haften soll.

Fett ist zwar von der Schmierwirkung am längsten haltbar, hat aber die unangenehme Eigenschaft das es Schmutz sammelt. Je nachdem wie die Umgebungsbedingungen sind kann aus dem Fett dann auch Schmiergelpapier werden. Da sind dann die Trockensprays gefragt.

Es gibt da aber auch verschiedenste Zusammensetzungen:
Normale Seifenfette sind für Wälzlager das Mittel der Wahl.
Für Gleitlager darfs auch eins mit Graphit oder PTFE sein.
Maschinengetriebe bekommen (wegen der hohen Drehzahlen?) besonders zähe Sorten.
Langsame Winkel- und Schneckengetriebe (oder auch Führungsbahnen) auch schon mal Fließfette.

Zu beachten ist eigentlich nur das man eine Schmierstelle die für Fett ausgelegt ist nicht mit Dosenöl traktiert weil man die damit ausspült. Sonst fällt mir keine Einschränkung ein.

Ok, Zündquellen fernhalten weil Treibgas brennt... Wie bei jeder Dose halt...


mfg JAU
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ubbi
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von ubbi » 20. Jul 2017, 20:54

Danke für deine ausführliche Antwort, J-A-U!

Ich habe dann aber doch noch zwei Anfänger-Fragen: :oops:

1.) "Wofür" oder "warum" benutzt man denn dann überhaupt Öl? Im Volksmund heißt es doch ständig "ein Tropfen Öl und...". Aber Fett scheint ja insgesamt die Nase vorn zu haben, weil es nicht verläuft (und gegen den Schmutz hilft PTFE-Trockenfett).

2.) Wieso nimmt man nicht für alles PTFE-Fett? Ich habe nochmal wegen der SONAX-Dose recherchiert und es ist leider kein Trockenspray, sondern "Langzeit-Wartungsspray für sich bewegende Teile". Gibt es da denn wirklich so große Unterschiede oder reicht ein Fett aus (im Ideafall PTFE gegen den Schmutz) und gut ist es?

MfG
ubbi

powersupply
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von powersupply » 20. Jul 2017, 21:26

Das Öl an sich wird als Schmierstoff schon die beste Lösung sein. Nur läuft das halt weg und eine aufwändige Gehäuseabdichtung macht nicht immer Sinn bzw ist eine Preisfrage.
Fett ist im weitesten Sinn nur ein Öl das in geeigneten Verdickungsmitteln gebunden ist woraus sich Getriebe ihren benötigten Ölanteil abknapsen.
Festschmierstoffe wie Teflon, Graphit oder MOS 2 sind nicht überall erwünscht oder angesagt.

PS

Batasaa
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von Batasaa » 20. Jul 2017, 22:25

Kriechöle wie WD40 sollten nicht in gelagerten Teilen verwendet werden, weil Sie das Fett ausspühlen und dann flott trocken laufen.

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Dirk
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von Dirk » 20. Jul 2017, 23:27

ubbi hat geschrieben:1.) "Wofür" oder "warum" benutzt man denn dann überhaupt Öl? Im Volksmund heißt es doch ständig "ein Tropfen Öl und...". Aber Fett scheint ja insgesamt die Nase vorn zu haben, weil es nicht verläuft (und gegen den Schmutz hilft PTFE-Trockenfett).
Fett kommt aber auch nicht überall hin - oder willst Du jegliche Lager zerlegen und die Kugelkäfige immer einzeln fetten!?^^
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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von Dev » 20. Jul 2017, 23:52

Dirk hat geschrieben:Fett kommt aber auch nicht überall hin - oder willst Du jegliche Lager zerlegen und die Kugelkäfige immer einzeln fetten!?^^
Das Fett nicht überall hin kommt, ist richtig. Dafür haftet es meistens besser und bleibt somit länger an der zu schmierenden Stelle, wenn man es denn erst einmal dort hin bekommen hat.
Das Beispiel mit den Kugellagern finde ich aber etwas unpassend. Die sollte man normalerweise nicht ölen, weil damit das bereits im Lager vorhandene Fett ausgespült wird und das Lager dann schneller trocken läuft.
Bei abgedichteten Lagern (2RS, 2Z) muss man normalerweise gar nicht nachschmieren. Das Lager ist lebensdauergeschmiert - was nicht heißt, dass es ewig hält, sondern nur, dass die Lebensdauer des Lagers zuende ist, wenn die Schmierwirkung nachlässt. :mrgreen:
Ölen bringt bei solchen Lagern aber meistens nichts, außer man wiederholt es wirklich (!) regelmäßig.

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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von ubbi » 21. Jul 2017, 08:06

Hammer, vielen Dank! Ihr habt mir einen guten Überblick verschafft. Nun weiß zukünftig, welche Stoffe ich wofür verwende. :thx:

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Re: Öle, Fette, WD40, etc. - Was wofür und was auf keinen Fa

Beitrag von J-A-U » 21. Jul 2017, 09:18

ubbi hat geschrieben:Wieso nimmt man nicht für alles PTFE-Fett?
Wie schon erwähnt weil Feststoffe (PTFE im Schmiermittel ist nix anders als kleine Teflonstückchen) in manchen Lagerstellen nicht erwünscht sind.
Gleiches gilt für Graphit und MoS2 (Molybdändisulfid).
Gibt es da denn wirklich so große Unterschiede oder reicht ein Fett aus
Im Hausgebrauch schon. Wie Dirk aber anmerke hast du das Problem das man eine Fettschmierstelle eigentlich zerlegen muss um sie anständig schmieren zu können.

Als Beispiel sei z.B. ein Zimmertürscharnier genannt. Es ist besser die Türe abzunehmen und etwas 08/15-Fett ranzumachen als mit Dosenfett (oder Trockenspray) von außen zu besprühen.
MoS2 oder Graphit nimmt man da nicht weil die schon von sich aus schwarz sind. PTFE kostet in so einem Fall nur unnötig.
(im Ideafall PTFE gegen den Schmutz)
Die genannten Feststoffe haben Notlaufeigenschaften. D.h. sie wirken auch noch wenn das eigentliche Schmier- und Trägermaterial nicht mehr vorhanden ist (unterstützen diese manchmal aber auch).
Bei Trockensprays wird auf den Ölanteil ganz verzichtet und nur auf die Notlaufeigenschaft gesetzt. Das was da flüssig raus kommt ist flüchtiges Trägermaterial.
"Langzeit" ist da relativ zu sehen. Deswegen steht auf der Sonax Dose auch nur wenige Worte später "regelmäßige Schmierung" :crazy:


mfg JAU
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