Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Schlossern, Drehen, Fräsen, aber auch die Blechbearbeitung sind einige der Fachgebiete, um die es in unserem neuen Forum für die Metallbearbeitung gehen soll.

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Dietrich
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Dietrich » Freitag 9. Oktober 2020, 16:11

Hallo,

0,2 mm halte ich für ausgeschlossen, da addiert sich irgendwo ein Fehler, 0,2mm würde ja "schlagen", die leichte Maschine würde zittern bei höheren Drehzahlen, naja das tut sie ja sowieso...
Werde mich bez. des Futters informieren!
Gruß Dietrich

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Gemüsefraumann
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Gemüsefraumann » Freitag 9. Oktober 2020, 16:21

Ich kann dazu nur sagen, dass diese Probleme mit dem Optimum definitiv nicht auftreten. Dort habe ich auch bei mehrmaligen Ansetzen immer gute Werte.

VG
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Dev
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Dev » Freitag 9. Oktober 2020, 23:56

Auch wenn ihr jetzt schon seitenweise fleißig diskutiert habt: Bevor so viel gemessen wird, würde ich immer erst das Tragbild des Konus kontrollieren:
Den MK komplett mit Edding blau oder schwarz anmalen, einmal beherzt in die Aufnahme einsetzen und direkt wieder auswerfen. An den Kontaktstellen reibt die Farbe sich ab. Den Konus vorher gründlich reinigen. Staub stört bei der Messung.

Wenn dann nur zwei kleine tragende Bereiche 180° versetzt vorhanden sind, kann man sich alle weiteren Messungen sparen.

Das gilt für beide Seiten: Den MK2 und auch den B16 Kegel.

Die Pinole würde ich bei solchen Messungen auch nicht über den Motor drehen, sondern von Hand - nicht nur, weil es die Messuhr schont.
Wenn irgendein anderes Bauteil (z.B. eine Riemenscheibe) Vibrationen verursacht, wackelt die gesamte Tischbohrmaschine samt dem Tisch, auf dem sie steht, in Relation zum Fußboden auf dem das Stativ steht und Du misst Müll, weil Du so auch Teile mit misst, die eher irrelevant sind (die Anbindung der Säule an den Maschinenfuß, den Tisch auf dem die Maschine steht). All das bewegt sich auch im Bereich mehrerer 1/100 mm, wenn Du von Hand am Bohrfutter Kraft zum Drehen einbringst. Wenn der Motor läuft kann es durch Vibrationen sogar viel mehr sein.
Und diese Relativbewegung zwischen Bohrfutter und Fußboden ist im Betrieb irrelevant. Entscheidend ist die Relativbewegung zwischen Bohrtisch und Futter. Deswegen sollte die Messuhr am Bohrtisch befestigt werden.

Und langsam und vorsichtig von Hand drehen. Wenn das Stativ weiterhin verwendet werden soll, weil kein Magnetstativ vorhanden ist, würde ich den Riemen entfernen, damit sich das Futter leichter drehen lässt.

Und dann methodisch der Reihe nach vorgehen: Tragbild MK, Rundlauf MK, Rundlauf am B16, Tragbild B16, Rundlauf am Prüfdorn.
Und ich wiederhole noch mal den sehr guten Tipp von Senkblei: Ein gehärteter Zylinderstift ist günstig und für diesen Zweck ausreichend genau. Auf jeden Fall besser als ein Holzbohrer, der hier zwischenzeitlich auch schon zum Einsatz kam. (Waren die anschließend verwendeten HSS-Bohrer eigentlich gewalzt oder geschliffen?) Statt ISO 8734 darf es auch DIN 6325 sein, je nach Verfügbarkeit. So ein Zylinderstift, durchgehärtet, Passung m6 in 8x100 kostet ca. 1 €.
Du möchtest etwas in der Länge haben, weil eine Messung direkt unter dem Bohrfutter keine Winkelfehler erkennt. Also einmal direkt unter dem Futter messen und dann noch einmal in 70 mm Abstand.

(Wenn die Messungen denn sinnvoll sein sollen. Ob das bei einer TBM notwenig ist, ist ein ganz anderes Thema. Ich finde es auf jeden Fall interessant.)

Matchless
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Matchless » Montag 12. Oktober 2020, 17:44

Finde den Einsatz von allen hier richtig klasse! :D Das wollte ich nur mal anmerken.
Diese Diskussion ist eigentlich nicht nötig (dem Zweck nach: Hobbybohrungen), aber dann auch doch wieder, weil man viel dabei lernen kann, also weiter so! Und es macht auch einfach Spaß, seine eigenen Maschinen auszumessen "was die so bringen" richtig @Gemüsefraumann?
Ich habe meinen Frieden in einem Eisenschwein gefunden, vielleicht wird das der Threadsteller auch irgendwann...
Fürs erste scheint er aber zufrieden gestellt ;)

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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Senkblei » Montag 12. Oktober 2020, 18:23

Schade, dass es nicht einfacher ist, eine gute alte Flott, Alzmetall, Aciera oder ähnliches zu einem erschwinglichen Preis finden zu könnnen.

Doch interessant zu beobachten, wie man allmählich von China-Abfall überflutet wurde. Dazu haben dann noch Obi, Hornbach, usw. massiv beigetragen.

Lux, Güde, Einhell, Scheppach, Pattfield, Arwin, Ayce, usw. lassen unherzlich grüssen. :(


BTW Schliesse mich Matchless an, man lernt immer wieder das eine oder andere, gilt übrigens nicht nur für Anfänger.

Mich stören wiederkehrende Einstigerfragen absolut nicht solange die Diskussion freundlich ist. Zudem war jeder Experte mal Anfänger.

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Gemüsefraumann
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Gemüsefraumann » Montag 12. Oktober 2020, 22:45

@Dev:
Danke für die klugen Hinweise! Sollte ich die Sache noch einmal prüfen, dann werde ich dies selbstverständlich berücksichtigen.

@Metchless:
Ich nehme es als Benchmark, um zu sehen, was die Maschine theopraktisch hergibt. :)
Im Weiteren schaue ich nun ganz praktisch, ob und wenn ja wo sich ein Falschenhals bei unterschiedlichen Anwendungen einstellt und ob man diesen dann eventuell auch beheben kann.

Etwas verunsichert bin ich noch, wenn es um das Bohren in Metall mit Durchmessern um die 10 mm geht. Ich gehe da aktuell so mit 300-400 RPM heran und versuche, den Bohrer permanent geölt zu halten und ganz langsam einzutauchen. Wenn ich etwas Druck ausübe, passiert es jedoch schnell, dass oben an der Maschine auf Höhe des Riemenkastens ein Rattern und Schnattern entsteht. Wenn ich noch mehr Druck ausübe, um richtig ins Material zu schneiden, dann geht dieses Rütteln entweder weg oder es überträgt sich umso mehr auf den Bohrer.

Besonders krass ist es, wenn ich vorgebohrt habe und dann mit einem größeren Bohrer ansetze, der nicht 100%ig zentriert sitzt und dann beim Vorschub leicht verrutscht (in die Mitte der Vorbohrung). Damit forciere ich natürlich den Schiefstand der Pinole. Eventuell ist auch das ein Punkt, an dem ich einfach schneller ins Material eintauchen muss, damit sich der Bohrer erst gar nicht "zur Seite stützen" kann, sondern direkt ins Werkstück eintaucht. Ich bin mit der Vorschubgeschwindigkeit generell noch seehr zaghaft.

Auch möglich ist, dass sich beim Ausüben von Druck auf das Wegstück die Säule krümmt und sich dadurch der Winkel zwischen Tisch und Bohrer ändert. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das bisher wirklich soo relevant war, da der Tisch immer im oberen Drittel der Säulenlänge hing. Werde ich weiterhin beobachten.

@Senkblei:
Ich bin euch auch sehr dankbar für die tollte Unterstützung und hoffe, dass die Schilderung meiner Erfahrungen vielleicht auch anderen helfen, die vor ähnlichen Problemen stehen. :)

Viele Grüße und schönen Abend
Gemüsefraumann

Dev
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Re: Bezahlbare Tischbohrmaschine: Asiaten alle gleich?

Beitrag von Dev » Dienstag 13. Oktober 2020, 00:55

Gemüsefraumann hat geschrieben:
Montag 12. Oktober 2020, 22:45
Besonders krass ist es, wenn ich vorgebohrt habe und dann mit einem größeren Bohrer ansetze, der nicht 100%ig zentriert sitzt und dann beim Vorschub leicht verrutscht (in die Mitte der Vorbohrung).
Beliebter Fehler: Es wird zu groß vorgebohrt. Für 10 mm in Stahl würde ich wahrscheinlich gar nicht vorbohren oder (wenn es sein muss) mit 4 mm.

Solche Späße wie 4 mm -> 6 mm -> 8mm -> 10 mm in Stufen mit normalen Spiralbohrern zu bohren ist vollkommener Quatsch, belastet die Schneiden der Bohrer ungemein, führt dort dann gerne zu Ausbrüchen und ist gefährlich, weil der Bohrer sich verhaken kann.

300 - 400 U/min ist für 10 mm in Stahl ok. Langsam eintauchen soll der Bohrer allenfalls den ersten mm bis sich alles zentriert hat und die Querschneide vom Bohrer auf einer ausreichend breiten Fläche aufliegt. Anschließend muss der Vorschub kräftig sein! Es müssen sich wirklich Späne (=längliche Metallstreifen) bilden und keine Brösel oder Krümel. Der Bohrer muss schneiden und soll nicht auf der Oberfläche reiben oder schaben.
Wenn die Späne zu lang werden (eher in Alu ein Problem) immer mal wieder ganz kurz den Vorschub reduzieren, um die Späne zu brechen.

Wenn der Schraubstock auf dem Maschinentisch festgeschraubt wird, sollte die Position auch nach dem Wechseln des Bohrers noch passen (sofern der Tisch geklemmt bleibt und nicht in der Höhe verstellt wird). Wenn der Schraubstock nicht auf dem Tisch fixiert ist, zentriert sich ein Spiralbohrer normalerweise ausreichend gut von selbst.

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