kaufberatung gewindeschneider

Schlossern, Drehen, Fräsen, aber auch die Blechbearbeitung sind einige der Fachgebiete, um die es in unserem neuen Forum für die Metallbearbeitung gehen soll.

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Nitram1
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kaufberatung gewindeschneider

Beitrag von Nitram1 » Montag 16. April 2007, 12:55

hallo zusammen,

gestern ist mir beim lösen einer schraube am motorrad leider der schraubenkopf abgerissen. die schraube hatte sich festgefressen und war trotz wd40 etc. nicht mehr zu bewegen. da half nur noch aufbohren und ein neues gewinde reinschneiden. leider habe ich keinen eigenen satz gewindeschneider was einen ziehmlich großen aufwand verursacht hat und so möchte ich mir nun selbst einen guten zulegen. gut bedeutet besser als aus dem baumarkt aber nicht für den täglichen gebrauch. also eher einen der lange hält und gut funktioniert wenn ich ihn mal benötige aber nicht so gut das ihn auch die nasa verwenden würde. Kann mir jemand einen tip geben welche marken da besonders in frage kommen!? ich möchte eigentlich nur gewinde bis ca. m12 schneiden, vor allem in normales metall (ich hoffe das ist präzise genug?). vielen dank schonmal für antworten.

gruß nitram

RobMX246
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Beitrag von RobMX246 » Dienstag 17. April 2007, 17:00

Guten Tag

Ich nehme an du hast versucht, ein Gewinde in einer Gewindebohrung nachzubohren.
Ich würde Maschinengewindebohrer DIN 13 für Stahlwerkstoffe empfehlen, weil du pro Größe nur einen Bohrer benötigst und die Teile recht robust sind. Die Gewindebohrer sollten aus HSS oder HSSE sein dann dürfte nichts schief gehen.
Ich benutze solche Bohrer schon seit Jahren und habe sie auch auf der Arbeit benutzt.
Als Firmen kommen z.B. Projahn,Gühring,Hahn und Kolb,Hoffmann(holex bzw. Garant)
Du solltest hier keinen Billigkram kaufen, weil nichts ist schlimmer als ein abgebrochenes Gewindeschneidwerkzeug aus einem Bauteil zu entfernen. Ausbohren ist da nämlich Fehlanzeige, höchsten ausschleifen oder ausmeisseln.
An dieser Stelle zu sparen, verursacht unter Umständen, größeren Schaden als Nutzen.
Ein kompletter Gewindebohrersatz mit passenden Kernlochbohrern
von M3 bis M12 kostest so um die 100 Euro inkl. Stahlblechkassete.

Mfg RobMX246

mawehe
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Beitrag von mawehe » Sonntag 22. April 2007, 07:06

Hier mal zwei Vorschläger der Marke WODEX:

1.) Handgewindebohrer-Satz
komplett in lackierter Stahlblechkassette, mit Hand-Gewindebohrer, DIN 352, HSS, für metrisches ISO-Gewinde nach DIN 13, mit Spiralbohrer für Kernlochmaße.
Inhalt: M3, 4, 5, 6, 8, 10, 12
Katalogpreis: 110,95 € zuzüglich MwSt.

Bild


2. Maschinengewindebohrer-Satz
komplett in lackierter Stahlblechkassette, mit Maschinengewindebohrern, DIN 371 / 376, Form B, HSS-E, für metrisches ISO-Gewinde nach DIN 13, Toleranz 6H
Inhalt: M3, 4, 5, 6, 8, 10 (alle DIN 371), 12 (DIN 376), geradegenutet
Katalogpreis: 88,10 € zuzüglich MwSt.

Bild

Gruß
MAWEHE

hs

Re: kaufberatung gewindeschneider

Beitrag von hs » Sonntag 22. April 2007, 09:01

Hi,
Nitram1 hat geschrieben: leider habe ich keinen eigenen satz gewindeschneider was einen ziehmlich großen aufwand verursacht hat und so möchte ich mir nun selbst einen guten zulegen.
vorweg : es ist von Vorteil, sich von dem Allgemeinbegriff 'Gewindeschneider' so schnell wie möglich zu trennen - 'Gewindeschneider ist genauso aussagekräftig wie 'Gewindemacher'.
Sich an die Fachbegriffe 'Gewindebohrer' (um in Bohrungen Gewinde zu schneiden) und 'Schneideisen' (um auf Bolzen Gewinde zu schneiden) zu gewöhnen, hilft von vornherein Mißverständnisse auszuschließen.

Vor einigen Jahren bin ich öfter in einem PC-Wasserkühl-Forum unterwegs gewesen, um dort nützliche Infos zu bekommen.
Als 'Gegenleistung', weil dort auch viele das erste Mal mit mech. Bearbeitung von Metall in Berührung kamen - und unsicher waren, habe ich eine kleine Hilfestellung bzgl. Gewinde und deren Anfertigung geschrieben.
Hier der Teil bzgl. Einkauf :
Zum Einkauf von Werkzeugen

Hier gilt das alte Sprichwort : nicht so gut wie möglich, sondern nur wie nötig
Natürlich kann man sich TitanNitrid-beschichtete Werkzeuge kaufen und sich für jedes Metall und Ein-
satzfall optimierte Gewindebohrer hinlegen - aber lohnen tut das nicht. Andererseits sind billige Werk-
zeuge aus einfachem WS- (Werkzeugstahl) oder SS-Stahl (Schnellarbeitsstahl) keine gute Investition.
Das Werkzeug sollte mit HSS (Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl) oder HSS-E gekennzeichnet sein - selbst das ist noch kein Garant für hochwertiges Werkzeug, aber die Wahrscheinlichkeit, daß man etwas brauchbares bekommt, ist recht hoch.
Möchte man sich sicher sein, daß man gutes Werkzeug kauft, so bleibt nur der Gang ins Fachgeschäft
und der Kauf von Markenware (mit etwas Glück hat man im Bekanntenkreis jemanden der in einem metallverarbeitenden Betrieb arbeitet und über diesen dann Werkzeug kaufen kann. Die Rabatte die diese Betriebe bekommen sind z.T. enorm ... > 50% auf den Katalogpreis. Man erhält so Industriequalität zum Wühltischpreis).
Zum Windeisen und Schneideisenhalter gibt es nicht viel zu sagen. Beide Halter gibt es in verschieden
Größen, die dann einen bestimmten Bereich abdecken (z.B. für Gewindebohrer M4 bis M12 beim Windeisen - oder Schneideisen M5 - M6 beim Schneideisenhalter).

Um Verständigungsprobleme bei telefonischer Preis-Nachfrage zu vermeiden, sollte man sich an die hier im Text verwendeten Begriffe halten :
- Satz-Gewindebohrer
- Einschnittgewindebohrer
- Schneideisen
- Windeisen
- Schneideisenhalter
- metrisches Regelgewinde
(wenn man z.B. 'ich brauche ein M8er Satz-Gewindebohrer' sagt, geht der Fachhändler autom. von einem Regelgewinde aus)
- metrisches Feingewinde
- zölliges Rohrgewinde
(da das mit den R- und G-Bezeichnungen etwas verwirrend ist - und es beim Innengewinde egal ist ob R- oder G- (denn beide sind zylindrisch) braucht man beim Kauf nur z.B. 'brauche einen G 1/4" Satzgewindebohrer' zu sagen. Mit solchen Gewindebohrern erstellt man dann die richtigen Innengewinde für zylindrische und kegelige Anschlüsse)

Bezeichnungen wie 'Gewindeschneider' sollte man lieber lassen - denn woher soll der Verkäufer wissen was man schneiden will - Außen- oder Innengewinde ?
Möchte man einen Einschnittgewindebohrer, so sollte man zusätzlich erwähnen, daß man per Hand schneidet - je nachdem wie gut das Fachgeschäft bestückt ist, kann die Auswahl an dieser Werkzeugart recht umfangreich ausfallen (extra lange, kurze, für Guß, beschichtet, für Sackloch, kurzspanend, langspanend, ......).


Hier die komplette Übersicht : klick (das ist nicht bis in das letzte Detail ausgearbeitet, sollte aber dennoch schon mal über die ersten Schwierigkeiten weiterhelfen).


Ein breites Angebot von Gewindewerkzeugen findest Du (neben den bereits von RobMX246 erwähnten Industrieausrüstern) auch unter :
http://www.gewindebohrer.de/preisliste/ ... liste.html
im dortigen Shop gibt es auch einige interessante Angebote (z.B. Gewindebohrerkästen mit Kernlochbohrern und drei Stk. Einschnittgewindebohrern pro Größe) :
http://www.gewindebohrer.de/shop/index.html

Gruß, hs

rotring
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Beitrag von rotring » Montag 23. April 2007, 17:46

Hallo!

...also für das Entfernen des Schraubenrests bei abgerissenem Kopf hätte ich noch einen Werkzeugvorschlag: Schraubenausdreher

...das funktioniert so: Im Zentrum der Schraube (vorher ankörnen) wird eine Bohrung gesetzt, etwas kleiner als der Kern-Ø (im Tabellenbuch nachschlagen oder z. B. www.gewinde-normen.de )...dann kommt der Ausdreher dran...der Ausdreher hat eine Art kegeliges Gewinde, das sich durch linksdrehen ins Material frißt und dadurch den Schraubenrest mitnimmt, bzw. mitdreht...

...der Vorteil: man vermeidet bei sorgfältiger Arbeitsweise die beim "Ausbohren" häufig vorkommende Beschädigung (schräg gebohrt) des Innengewindes...im schlimmsten Fall trifft man beim Nachschneiden ohne restloses Entfernen der Gewindespitzen der Schraube auch nicht mehr den Gewindegang und hat dann somit ein "überlagertes" Gewinde...

...die Schraubenausdreher gibt es im Satz in versch. Größen und haben den Vierkant als Antrieb für das Windeisen...zu kaufen beim Werkzeugfachhandel oder Industriebedarf...

Gruß,
rotring

a.ungruh
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Beitrag von a.ungruh » Montag 30. April 2007, 15:46

Hat das mit dem Schraubenausdreher schon mal geklappt?
Bei mir noch nie!

Wenn die Schraube so fest sitzt dass der Kopf abreisst
rutscht der Ausdreher auch durch.

Nur bei Kühlwasser-Anschlüssen aus Messing hats mal funktioniert.
Die waren aber nicht festgegammelt sondern Abgebrochen.

Andreas

hs

Beitrag von hs » Montag 30. April 2007, 16:17

Hi,

Schraubenausdreher sind so eine Sache : wenn's damit klappt, hat man Glück gehabt.
Mit Pech aber bricht auch der Schraubenausdreher ab - und dann hat man ein richtiges Problem, da die Dinger im Gegensatz zu der Schraube gehärtet sind.

Gruß, hs

shova50
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Beitrag von shova50 » Samstag 27. Juni 2009, 23:00

ich habe sicherlich schon ca. 30 Schrauben erfolgreich herausgedreht

Einmal ist mir einer abgerissen.
Ich hatte aber einen minderstwertigen Ausdrehersatz und einen unnötig kleine Größe des Ausdrehers verwendet.
Ausserdem war die Schraube im Alu Gehäuse ziemlich hässlich verbogen gewesen und mit Epoxy zugemanscht.
Naja, ansonsten habe ich mich gerade mit neuen Markenausdrehen versorgt.
Bei ebay gibt es gerade einen Satz von Hazet :love:

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Alfred
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Re: kaufberatung gewindeschneider

Beitrag von Alfred » Sonntag 28. Juni 2009, 13:09

hs hat geschrieben: vorweg : es ist von Vorteil, sich von dem Allgemeinbegriff 'Gewindeschneider' so schnell wie möglich zu trennen -
eine Steigerung wäre noch die Bezeichnung "Außengewindebohrer" :D
kein Soja- Rindfleisch- und Holzimport zum Schutz der Regenwälder

henniee
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Beitrag von henniee » Sonntag 28. Juni 2009, 16:32

Ich hab den Projahn - Handgewindeschneidsatz. Die SuFu sollte die damalige Diskussion zu Tage bringen.
Für Extremfälle hab ich mir noch ein paar Maschinengewindebohrer (vor allem Sackloch) gekauft. Reicht.
Viele Grüße,
Henniee

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