Gartenteiche

Die Gestaltung und Pflege von Garten- und Grünlagen, Land und Forst sind Themen unseres Garten- und Landschaftsbau-, Land- und Forst-Forums.

Moderator: Matthias_T

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Gast

Gartenteiche

Beitrag von Gast » 31. Okt 2009, 17:03

Hallo,

wie im letzten Thread vorgeschlagen, mache ich nun einen Thread über Gartenteiche auf.
Ich bin absoluter Gartenteich-Fan und habe bereits mehrere Teiche erfolgreich angelegt. Derzeit habe ich zwei relativ kleine Teiche, ein größerer Teich ist in Planung, dafür fehlt aber momentan das nötige Kleingeld, so dass ich noch eine Weile sparen muss. Er sollte so um die 20 bis 30 m lang werden und auch als Schwimmteich nutzbar sein.

Meine Beobachtung bei den meisten Teichen ist, dass sich die Besitzer offenbar zuvor kaum Gedanken darüber gemacht haben. Loch in die Erde, Folie rein und mit Wasser vollaufen lassen.
Oft sind es reine Fischteiche, eine Menge Goldfische, kaum Pflanzen und der Teich stirbt nach kurzer Zeit. Um dem Sterben vorzubeugen, so wird noch eine geeignete Teichpumpe reingesetzt, die das Sterben aber noch beschleunigt.

In Teichen bilden sich Nährstoffe, dazu gehören auch Fischkot und Fischurin. Diese Nährstoffe müssen dem Wasser entzogen werden, sonst bilden sich Algen, jede Menge Algen (ganz besonders die Fadenalgen). Dann brauchts Pflanzen, die mit ihren Wurzeln dem Wasser die Nährstoffe entziehen und Sauerstoff reinbringen, sie würden auch den Algen den Garaus machen. Eine Pumpe kann es nicht leisten, Sauerstoff in das Wasser reinzubringen. Das bewegte Wasser verliert Sauerstoff.
Wenn wir das Wasser filtern wollen, böte sich ein kleiner Filterteich an, in dem Klärpflanzen (wie in den Biokläranlagen) das Wasser reinigen. Er ist effektiver als ein großer Plastiktank mit einem Filtermedium.

Was brauchen wir also? Einen Teich, so groß wie möglich.
Pflanzen, möglichst welche, die instande sind, Schad- und Nährstoffe aus dem Wasser zu ziehen.
Möglichst wenig Fische (und wenn nicht darauf verzichtet werden kann, wenigstens keine Goldfische - denn darauf wartet nur der Reiher).
Keinen Wasserwechsel. Wasser braucht sehr lange, bis es sich eingestellt hat. Jeder Wasserwechsel ist Gift für den Teich.

Eine Sitzbank am Teich. Es gibt kaum etwas, das Besucher eines Garten so sehr anzieht und zum Verweilen einlädt, als ein gut angelegter Gartenteich. An unserem Teich steht ein Strandkorb, in dem wir Stunden verbringen.


Mich würde mal interessieren, welche anderen Erfahrungen ihr mit Teichen gemacht habt.

Gruss

Iru

xt-schrauber
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Re: Gartenteiche

Beitrag von xt-schrauber » 1. Nov 2009, 16:45

Hallo,
Irubis hat geschrieben: Meine Beobachtung bei den meisten Teichen ist, dass sich die Besitzer offenbar zuvor kaum Gedanken darüber gemacht haben. Loch in die Erde, Folie rein und mit Wasser vollaufen lassen.
Oft sind es reine Fischteiche, eine Menge Goldfische, kaum Pflanzen und der Teich stirbt nach kurzer Zeit. Um dem Sterben vorzubeugen, so wird noch eine geeignete Teichpumpe reingesetzt, die das Sterben aber noch beschleunigt.
Ich hatte bisher zu diesem Jahr nur einen 180L Miniteich, das hat aber gereicht um mich in den Teich und Fischwahn zu treiben. Ich habe jetzt drei kleine Aquarien und einen Gartenteich, aber nur 3000L + Filterteich 300L. Den Miniteich gibt es immer noch und noch einen Mini mit 90L. Weitere kleine Wasserprojekte sind für kommendes Jahr geplant. Einen richtig großen Teich gibt mein Grundstück nicht her, da ich die großen Flächen anders nutzen mss. Aber mehrere Kleine Techniklost Teiche und andere Wasserflächen sind auch sehr reizvoll.

Irubis hat geschrieben: Das bewegte Wasser verliert Sauerstoff.
Bist du dir da sicher? Ich denke eher, dass stark bewegtes Wasser CO2 verliert, welches dann den Pflanzen fehlt.
Starkes Geplätscher führt dem Wasser allerding nicht so viel Sauerstoff zu, wie man denkt. Eine leichte Wellenbewegung ist meiner Meinung nach effektiver.Die BEste Sauerstoffversorgung sind aber bestimmt die Pflanzen und vor allem die Unterwasserpflanzen.
Irubis hat geschrieben: Wenn wir das Wasser filtern wollen, böte sich ein kleiner Filterteich an, in dem Klärpflanzen (wie in den Biokläranlagen) das Wasser reinigen. Er ist effektiver als ein großer Plastiktank mit einem Filtermedium.
Ich denke viele sehten "Filtern" mit Schmutz dentfernen gleich, Viel wichtiger finde ich die bioliogische Filterung, welche sich um die Giftstoffe kümmert. Ich werde im Winter einen neuen Filter bauen, der als Grobfilter auf ein Spaltsieb setzt und als Biofilter werde ich Hel-X einsetzen. Das zusätzlich zum kleinen Filterteich sollte ausreichen. Ich habe in meinenm "großen" Teich 2 Goldfische, 2 Shubunkin, 3 Schleierschwänze und 2 Sonnenbarsche. Alle anderen Miniteiche werden natürlich ohne Fischbesatz sein.
Irubis hat geschrieben: Was brauchen wir also? Einen Teich, so groß wie möglich.
Und ausreichen tief. Meiner ist 1,4m tief an der tiefsten Stelle, nach Abzug vom Bodensubstrat also noch 1,2m
Irubis hat geschrieben: Möglichst wenig Fische (und wenn nicht darauf verzichtet werden kann, wenigstens keine Goldfische - denn darauf wartet nur der Reiher).
Das größere Problem bei den Goldis ist der Vermehruingstrieb. Daher habe ich zwei Sonenbarsche (sind auch sehr schöne Fische) und füttere nicht zu viel. Wenn der Teich richtig eingefahren ist, werde ich wohl nur noch sehr wenig zufüttern.
Irubis hat geschrieben: Keinen Wasserwechsel. Wasser braucht sehr lange, bis es sich eingestellt hat. Jeder Wasserwechsel ist Gift für den Teich.
Ich fülle lediglich den Verdunsrtungsverlust mit Regenwaser auf.
Irubis hat geschrieben: Mich würde mal interessieren, welche anderen Erfahrungen ihr mit Teichen gemacht habt.
Es ist wie ein Virus! Wenn man mal angefangen hat, muss man sich oft bremsen.

Ich werde im kommenden Jahr noch viele Pflanzen einsetzen, das Ufer muss noch einwachsen und das Ganze Umfeld muss noch weiter gestaltet werden. Fertig wird so ein Teich eh nicht.

Was ich oft beobachte ist, dass Teiche sehr unüberlegt gebaut werden. Gerade der Uferbeireich ist oft lieblos gestaltet und es fehlt an Pflanzen. Was den Fischbesatz angeht, so wird einfach oft zu viel eingesetzt. Und vor allem bedenken die Leute die Endgröße der Fische nicht. So ein Goldfisch wird 35cm groß. Oft sieht man auch in sehr kleinen Teichen Koi und Störe, der neueste Trend scheinen Welse zu sein. Sowas finde ich sehr bedenklich.

Auf jeden fall ist so ein Teich eine tolle und sehr lehrreiche Angelegenheit, wenn man bereit ist etwas über die Zusammenhänge in einem solchen Biotop zu lernen. Dann kann man auch auf Chemei verzichten.

Gruß

xt-schrauber

Gast

Beitrag von Gast » 8. Jan 2010, 16:39

Hallo liebes Forum,

ja Teiche haben was!
Ich habe das Glück beruflich damit zu tun zu haben. Ich bin von Beruf Landschaftsgärtner und kann somit der Teichbaulust fast uneingeschränkt folgen.

Ich habe in einem sehr kleinen Betrieb gelernt und dort sehr viele Teiche bauen dürfen. Zum Discounterparkplätze zu bauen war unsere Firma (zum Glück) nicht richtig ausgestattet. Stattdessen haben wir viele Klein- und Privatgärten gemacht.

Aber erst nach meine Ausbildung, habe ich gesehen was amn bauen kann wenn Richtig Kohle da ist und Geld keine Rolle spielt. Ich habe in einer Firma in der Schweiz gearbeitet, die sämtliche Nobelorte zur Kundschaft hat.

Während meinen Semesterferien habe ich ebenfalls die Möglichkeit in der Schweiz zu arbeiten und tu es auch.

EIn richtig geplanter Teich, braucht weder Filter noch sonstiger Pflegemittel. Da muss ich euch absolut Recht geben. Wichtig dabei ist allerdings die größe. Und meistens ist hier eben: Je größer-je besser!
Um ein funktionierendes System zu bekommen sollte nicht unter 40 m2 Gesamtfläche gebaut werden. Also nicht reine Wasserfläche, sondern die ganzen Bereiche wie Teichrandzone, Sumpfzone,...Diese Fläche mag sich vielleicht groß anhören, aber es sind meine Erfahrungswerte. Sicher gibt es auch Teiche die kleiner sind und als ein funktionierendes System wirken.

Nicht vergessen darf man eben das ein Teich lebt. Es spielen so viele Faktoren in diees Ökosystem hinein. Und da bin ich der Meinung das die vom Menschen veränderebaren und beeinflussbaren (z.B. die Teichgröße) so gewählt werden müssen, das es von dieser Seite keine Probleme gibt.

Ohne Jemanden zu nahe treten zu wollen:
Was ich furchtbar finde sind diese klassischen runden Teiche. Loch, Folie, Wasser= Teich. (Brrrrrr!!!) :(

Ich finde es ganz hilfreich sich möglichst oft die echten Beispiele aus der Natur anzuschauen und dann versuchen die Natur zu übernehmen.
Sumpfzonen und Teichrandzonen sind genauso wichtig wie die Wasserfläche. Auch sie bieten verschiedenen Tieren und Pflanzen wichtige Lebensräume.

So jetzt muss ich aufhören, sonst wirds noch länger:-)

Viele Grüße,
Jochen

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