Armee-Treibstoffbehälter defekt

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emil17
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Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von emil17 » 25. Jul 2016, 09:00

Hallo,
ich hab alte 20-Liter-Armeetreibstoffbehälter (die Jerrycans) in Gebrauch.
Einer (Baujahr 1943) leckt nun, und zwar hat es an der Naht, welche die beiden Hälften zusammenhält, ein winziges Loch, durch welches, wenn das Ding an der Sonne steht, wegen dem temperaturbedingten Überdruck der Treibstoff rausgedrückt wird. Kein Rost, das war wahrscheinlich ein Fabrikationsfehler und die ganze Zeit wegen der Farbe dicht, die das Loch verstopft hat.

Frage: kann man das reparieren, oder muss das Teil in die Schrott-Tonne?
Mit Wärme möchte ich da nicht dran, weil die Dinger wegen der Benzindämpfe explodieren können.

mirk
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von mirk » 25. Jul 2016, 09:50

Hallo,

Es gibt so eine Reparatur Knete, leider habe ich mit dem Zeug keine Erfahrungen in dem Bereich Benzin Tank. Habe damit mal Rost löcher gefüllt ging ganz gut.

https://www.reichelt.de/Reparatur-Masse ... R-STICK+ST
Grüße Mirko

MSG
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von MSG » 25. Jul 2016, 11:34

Wenn das Ding die ganze Zeit durch die Farbe dicht war, dann würde ich es mal mit Epoxidharz probieren. Besser wäre natürlich, das Ding zu löten ... aber wie du schon sagst ist das nicht ohne.

Bevor du den Kanister in den Schrott wirfst... inserier ihn unter Angabe des Schadens und des Baujahres (und ein paar Bilder) .... da gibts bestimmt jede Menge Sammler, die das Ding kaufen wollen.

rincewind
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von rincewind » 25. Jul 2016, 13:04

emil17 hat geschrieben: Mit Wärme möchte ich da nicht dran, weil die Dinger wegen der Benzindämpfe explodieren können.
Davon abgesehen ob man den Falz richtig reinigen und wieder zulöten kann: Ich würde wie bei Gasflaschen Basteleien vorgehen. Also komplett mit Wasser füllen (evtl. mit Spülmittel zum Öl lösen), danach leeren, trocknen und evtl. gegen Flugrost schützen.

Bluey
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von Bluey » 25. Jul 2016, 20:12

...da gibts viele Möglichkeiten um ne Explosion zu vermeiden.
Mit Wasser füllen und Schweißen oder Löten ist eine davon.

Man könnte den Behälter aber auch randvoll mit Kraftstoff machen... das ist eine übliche Methode in afrikanischen Ländern.

Auch könnte man den Tank mit CO2, Stickstoff oder einem anderen inerten Gas spülen und zum Schweißen / Löten füllen.

Ich würde aber nicht darauf vertrauen, dass sich nach dem Spülen mit Wasser in dem getrockneten Tank nicht erneut ein explosives Gemisch bildet... wer weiß wieviel Benzin noch aus irgendwelchen Falzen, etc. kriecht... daher würde ich den Tank danach mit inerten Gasen fluten. Entweder aus der Schutzgasflasche vom Schweißgerät... is halt nicht ganz günstig bei knapp 40,- EUR für ne Füllung von einer üblichen 10Liter Druckflasche. Oder man könnte auch mal gucken, wie es mit Abgasen von einem Verbrennungsmotor aussieht (... nicht dass der Sauerstoffanteil noch zu hoch ist!).

PS: http://www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic5613.html
Im Stahlbau gehts um Millimeter, im Holzbau um Zentimeter und beim Maurer kannste froh sein, wenn er aufm Grundstück bleibt...

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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von Tim0001 » 28. Jul 2016, 21:13

Nur das Problem ist, wenn man den mit Wasser füllt, wird man keine Löt oder Schweißtermperatur drauf bekommen.
MfG Tim

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mlauterbach
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von mlauterbach » 5. Jan 2019, 22:23

Hallo,
auf keinen Fall würde ich das DIng auswaschen und dann trocknen. So hatte ich das vor vielen Jahren mal mit einem Benzintank gemacht. Der stand einen ganzen Tag in der Sonne und hatte rechts und links riesen Löcher. Trotzdem gab es dann beim Schweißen eine kleine Verpuffung. Dank der Löcher ohne Folgen... Ich hatte danach weiche Knie.
Seitdem entweder mit Wasser gefüllt und so drehen, dass die Schweiß-Stelle oben über einer kleinen Luftblase liegt, oder mit CO2 füllen (alter Feuerlöscher oder Trockeneis).
Gruß,
Martin

Brandmeister
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Re: Armee-Treibstoffbehälter defekt

Beitrag von Brandmeister » 6. Jan 2019, 00:11

Ich vermute mal, der Kanister ist inzwischen geflickt oder entsorgt worden...
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