Axt und Beil von Peddinghaus

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Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Redaktion » 27. Apr 2013, 13:52

Peddinghaus Handwerkzeuge stellt mit einer Axt und einem Beil zwei besonders schöne Ganzstahlwerkzeuge vor, die mit einem edlen Schneidenschutz aus Leder geliefert werden.


Siehe: Axt und Beil von Peddinghaus


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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Bosco85 » 27. Apr 2013, 19:28

Wäre interessant zu wissen, welchen Stahl Peddinghaus dafür nimmt...
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Raubsau » 27. Apr 2013, 19:32

Das muss nichtmal was besonderes sein. Viele gute Äxte bestehen nur aus C45W oder C60, also einem unlegierten Stahl mit 0,45 bzw. 0,6% Kohlenstoff. Mein Opa hat sich welche beim Schmied machen lassen, der hat diese Materialien genommen. Man kann die beiden enorm scharf schleifen....

Eine "moderne" Axt fürn Allzweckgebrauch besteht aber aus niedrig legiertem Stahl, also Stahl mit diversen Zusätzen wie Vanadium, Chrom, Molybdän, Mangan usw (was drin ist kann ich dir auch nicht sagen). Das erhöht die Flexibilität wenn man mal auf was andres als Holz schlägt, mindert aber die Schnitthaltigkeit.
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Bosco85 » 27. Apr 2013, 19:37

Messerbau (Und demnach auch Stähle ;o) ) sind mein Hobby. Deswegen die Frage... Bringt ja nicht viel, wenn da n weicher Stahl verwendet wurde, der nach 6 mal zuschlagen nixmehr schneidet :))

Mit C60 könnt ich gut leben. Wenn der anständig angelassen wurde bei 300 Grad zirca, wär das für den Preis schon was ordentliches...
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Raubsau » 27. Apr 2013, 19:58

Hm... also wenn ich mir in die Richtung was gönnen möchte dann würds wohl eine Gränsfors Bruks werden, als "Gebrauchsaxt" setze ich auf Stubai - Made in Austria. Bei Peddinghaus brauchste dir aber keine Sorgen machen dass die schlechten Stahl verwenden :wink:
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von wink » 27. Apr 2013, 22:11

Mich stört an den Peddinghaus Teilen der Stahlstiel, das schreit ja fast nach Handgeprellt :(

Bei Äxten schwöre ich je nach Verschmutzungsgrad auf Gränsfors oder Ochsenkopf
MfG
Christoph

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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Raubsau » 27. Apr 2013, 22:58

So eine Axt würde ich mir auch nicht zum täglichen Arbeiten kaufen... aber zum Campen kann ich sie mir gut vorstellen! Mittlerweile komm ich nicht mehr wirklich dazu aber vor 2-3 Jahren hab ich öfters mal in der freien Natur übernachtet, so eine Wanderung über 2-3 Tage. Da machts Sinn eine kleine Axt mitzuhaben um sich ein Feuerchen oder andere Dinge zu machen. Bei einer Wandertour, eine Woche durch die finnischen Wälder, war sie besonders nützlich. Wenn sie scharf genug ist kann man damit nämlich auch mal einen erlegten Hasen häuten oder einen Fisch zum Ausnehmen aufmachen. Natürlich handelt es sich bei einer Axt auch um ein "Schlaginstrument" um Heringe in härteren Boden zu treiben...

Männer mit Äxten am Lagerfeuer in der freien Natur. Wenn da nicht die Urinstinkte aufkommen weiß ich auch nicht :wink:

Edit: So ein Stahlstiel ist übrigens bei vielen Werkzeugen nicht ungewöhnlich, wenn auch nicht bei uns
www.youtube.com/watch?v=yqilg-nrJqk

Edit²: Auch wenn ich mir jedes mal wenn ich das Video sehe denke: "Leute... es ist nur ein Hammer..." aber das soll hier mal nicht das Thema sein.

Ein Stahlstiel ist nicht so bequem, bringt aber irgendwo im Gelände (eben z.B. beim Campen) wo man nicht stundenlang Nägel eintreiben oder Äste entfernen muss größte Sicherheit. Stell dir mal vor du bist eine Woche unterwegs und am 4. Tag wenn der Weg vor und zurück gleich weit ist bringt dir der Holzstiel... da fängst du zu heulen an.
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Raubsau » 30. Apr 2013, 23:32

Eine moderne Axt wird höher angelassen als eine die nur auf "Schneiden" getrimmt wird. Sie ist damit zäher als das handgeschmiedete "Rasiermesser" aus reinem Kohlenstoffstahl. Eine moderne Axt eines Markenherstellers, z.B. Stubai, kann man mit einer Feile an der Schneide bearbeiten, das sagt über die Härte schon genug aus. Probier das mal mit einer schwedischen Zimmermannsaxt.

Um Eigenschaften wie hohe Zähigkeit der Schneide zu erreichen wird auf niedrig legierten Stahl zurückgegriffen welcher besser durchhärtet aber höher angelassen wird.

Du kannst dir auch mal ein Anlassschaubild von z.B. C60 und 42CrMo4 ansehen. Na, welcher wird härter? :wink: Die Wärmebehandlung tut ihr übriges.

Je härter ein Stahl ist desto schärfer kann man ihn auch schleifen, vereinfacht gesagt. Die Messermacher streiten sich auch noch drum ob nun ein unlegierter Stahl oder ein hoch legierter Stahl gleicher Härte besser ist, da halt ich mich aber raus.

Eine richtig harte Axt wird nicht umsonst immer in einer Lederscheide aufbewahrt und nicht auf den Boden gelegt, die recht unflexible Schneide könnte sofort schaden nehmen.
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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Dietrich » 22. Mai 2013, 19:46

Hallo,

von Stählen hab ich nicht viel Ahnung, außer das es für fast jede Anwendung einen gibt.

Lars Enander den ich in Gränsfors bei Gränsfors (ja der Ort und die Firma heißen so) im Jahre 2006 getroffen habe meinte zu Äxten, das der, der poliert oder beschichtet etwas zu verstecken sucht.
Blockhausbauer und Zimmerer aus der ganzen Welt geben sich bei Gränsfors die Türklinke in die Hand, die Eintragungen im ausliegenden Gästebuch bezeugen das, einen besseren Qualitätsbeweis gibt es wohl kaum.
Gränsfors produziert praktisch nur Äxte und artverwandte Werkzeuge, sonst nichts, jedes Werkzeug bekommt die Signatur des Schmiedes der es formte, eine Reklamationsabteilung habe ich nicht entdecken können, wohl aber Schmiede die in der Mittagspause den 6fach Axtwurfstand für Doppeläxte fleißig nutzten um dabei praktisch immer eine 9 oder 10 zu werfen.
Die Dame vom Verkauf sah meine ungläubigen Blicke und legte mir eine Liste vor in der die Namen der schwed. Axtwurfmeister und auch die Weltmeister im Axtwurf aufgeführt waren, ca. 50% der Namen waren Mitarbeiter von Gränsfors :respekt:
Äxte sind deren Welt und das merkt man.
Gruß Dietrich

www.holz-seite.de

Werkzeug made in Germany, eine Klasse für sich

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Re: Axt und Beil von Peddinghaus

Beitrag von Raubsau » 22. Mai 2013, 21:10

Dietrich hat geschrieben:Lars Enander den ich in Gränsfors bei Gränsfors (ja der Ort und die Firma heißen so) im Jahre 2006 getroffen habe meinte zu Äxten, das der, der poliert oder beschichtet etwas zu verstecken sucht.
Ähhhh... jein. Den Herrn Enander kenn ich und den Teufel werd ich tun und dem dagegenreden!

Aber es gibt Äxte (siehe Timbersports) die fast auf Hochglanz poliert sind, nicht nur weils gut aussieht sondern weil eine polierte Schneide einfach schärfer ist und sich die Axt dadurch nicht so im Holz "verhakt".

Für jemanden der die Axt aber nicht nur benutzt sondern sie auch richtig pflegt und ich möchte fast schon sagen respektiert... da macht der Herr Enander steile Sachen. Sowas nehm ich aber nicht auf den Bau mit, eine Zimmermannsaxt von Gränsfors-Bruks kommt ins private Arsenal zum Almhüttenbau... Den Charme von Gränsfors macht es ja auch dass die Äxte "roh" sind, also handgeschmiedet und gut. Da sieht man jede Spur der Bearbeitung (auch wenn die Schmiede Meister sind)... man überlege sich dann mal wie das bei einer im Gesenk geschmiedeten Axt aus der Massenproduktion aussieht :brech: die muss lackiert werden um hübsch zu sein. Da hat der Herr Enander vollkommen recht!
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