Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

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Jürgi
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Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von Jürgi » 23. Mai 2015, 22:00

Hallo zusammen,

mir ist ein Cloos GLC 403 PA-T Schutzgasschweißgerät zugelaufen. Wasserkühlung, abnehmbarer Drahtkoffer, ca 280 kg schwer und viel zu groß für meine Werkstatt. Aber leider geil ... :crazy:
Gas und Drahtvorschub funktioniert, aber es kommt kein Strom am Brenner an.
Habe das Gerät aufgeschraubt und optisch untersucht. Bei der Gelegenheit mal eine Skizze gemacht, wie das Gerät aufgebaut ist. Siehe Anhang.

Auf dem wassergekühlten Alu Register sitzen insgesamt 140 optisch gleiche Bauteile. Sind das Thyristoren? Triacs?
Jedenfalls ist bei einem der 140 Dinger der "plus" abgefallen und hat sich auf das "Gate" kabel verschweisst. Dadurch sind wohl bei fast allen "Gates" die Anschlüsse abgbrannt. :glaskugel:

Was meinen die Experten dazu? Was soll ich jetzt machen?

Gruß
Jürgen
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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von powersupply » 23. Mai 2015, 22:41

Jürgi hat geschrieben: Auf dem wassergekühlten Alu Register sitzen insgesamt 140 optisch gleiche Bauteile. Sind das Thyristoren? Triacs?
Jedenfalls ist bei einem der 140 Dinger der "plus" abgefallen und hat sich auf das "Gate" kabel verschweisst. Dadurch sind wohl bei fast allen "Gates" die Anschlüsse abgbrannt. :glaskugel:

Was meinen die Experten dazu? Was soll ich jetzt machen?

Gruß
Jürgen
Was euch immerso alles zuläuft. :shock: Zu mir kommt so was nie. :cry:

Lese mal ab was auf den Käfern steht. Bei der Menge tippe ich eher auf Transistoren die, wenn Du Pech hast nun allesamt Schrott sind. Noch nicht mal Edelmetallschrott wie die Prozessoren in den PCs.
Ersatz dürfte bei der schieren Menge auch schwierig in gleichmäßiger Qualität aufzutreiben sein.
Mir stellt sich allerdings die Frage ob denn wirklich alle 5 Reihen von dem Gau betroffen sind oder ob denn nicht nur eine hochgegangen ist. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass jeweils am Anfang eines Kühlbleches einer der Transistoren der Treiber für die anderen war.

PS
Hatte das Schweißgerät einen Nennstrom von 400A?

Jürgi
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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von Jürgi » 23. Mai 2015, 22:57

Hallo Powersupply,

vielen Dank für die schnelle Antwort :thx:

Auf den "Käfern" steht leider gar nichts...

Ja, das Gerät hat 400 A :respekt:

Kann ich die Transistoren prüfen, messen, testen?

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von powersupply » 23. Mai 2015, 23:06

Wenn es Transistoren sind die noch leben müsstest Du, wenn es NPN Transistoren sind(wovon ich bei so was ausgehe), zwischen der Basis(deinem Gate) und dem Emitter(dem anderen Pin) eine Diode messen können. Dazu vom Multimeter in STellung 2K oder Diodenzeichen bringen, den mit V/Ohm bezeichneten Anschluß an Basis und den COM an den Emitter. So sollte als Anzeige etwa 0,5 - 0,7V angezeigt werden. Das Selbe auch von Basis nach Kolektor. In Umgekehrter Richtung darf bei der Einstellung nix messbar sein. Weil Du schriebst "alle abgebrannt": Waren da nirgends Widerstände dran die mit kaputtgegangen sein könnten? Ich vermisse gefühlsmäßig Ausgleichswiderstände! :glaskugel:

PS

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von Jürgi » 23. Mai 2015, 23:17

Um die Dinger zu messen, müsste ich die Dinger einzeln auslöten, sonst messe ich alle 28 auf einem Riegel ???
Als Diode kann ich sie messen. In eine Richtung war der Wert bei 300, in die andere Richtung kein Durchgang.
Ich werde den Stack mal zerlegen und reinigen, dann mache ich dir mal bessere Fotos.
Auf dem mittleren Alu-Riegel ist eine kleine Platine mit Widerständen.

Gruß

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von powersupply » 23. Mai 2015, 23:37

Also gut. Wegen mir auch 300. Da ist doch jeder Emitteranschluß mit einem Draht angeschlossen. Gehen die alle auf einen gemeinsamen Anschluß? Sind die Einzeldrähte womöglich so gestaltet, dass sie in etwa gleich lang sind? Das könnten dann durchaus die vermiissten "Emitterwiderstände" sein. :glaskugel:
Wenn Du einen oder zwei raus hast messe noch zwischen Gehäuse und Emitter. Da darf in keiner Richtung Durchgang sein.
Wie gesagt, da wird am Anfang einer Reihe ein Transistor sein der den Rest auf dem Kühlstreifen ansteuert und die Basis nicht mit der Basis der anderen verbunden ist.

PS

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von Jürgi » 23. Mai 2015, 23:46

Ja, jeder Käfer hat seinen eigenen Anschluss. Alle Anschlüsse sind gleich lang und gehen in Bündeln zur Sammelschiene. Auf dem Bild im Anhang kann man es sehen.
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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von powersupply » 24. Mai 2015, 00:03

Das reicht natürlich als rudimentärer Ausgleichswiderstand.
Aber wenn ich die Konstruktion so ansehe. Das gäb ne mörderische, schon teilweise vorverdrahtete Stromsenke zum Akkus malträtieren *sabber* :mrgreen:
Also, wenn Du aufgibst denk unbedingt an mich... :allesgut:
Mit der bräuchte ich mich auch vor zwei 36V Akkus nicht zu verstecken. :feuer:

PS

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von Jürgi » 24. Mai 2015, 00:12

Ich hoffe doch, dass ich mit Deiner Hilfe das Gerät wieder zum laufen bringen kann :weld:

Wie heisst eigentlich dieses Bauteil, das für die Leistungsregelung zuständig ist?

Wie funktioniert das bei anderen stufenlosen Geräten?

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Re: Projekt: CLOOS Schweißgerät reparieren

Beitrag von powersupply » 24. Mai 2015, 00:48

Jürgi hat geschrieben:Ich hoffe doch, dass ich mit Deiner Hilfe das Gerät wieder zum laufen bringen kann :weld:

Wie heisst eigentlich dieses Bauteil, das für die Leistungsregelung zuständig ist?

Wie funktioniert das bei anderen stufenlosen Geräten?
Die Stromregelung wird mit den vielen Boppele auf den Aluprofilen gemacht. Das heist das sind lediglich die Leistungsbauteile dazu. Da muss noch mehr Ansteuerelektronik dazu auf einer oder mehreren Platinen verbaut sein.
Wenns die zerhauen hat wird es sehr sehr schwierig. Insbesondere ohne Schaltpläne. Aber das ahnst Du ja bereits :allesgut: .

Für die Regelung selber wird vor oder nach den Transistoren ein gemeinsamer Messwiderstand sein der durch die Elektronik ausgewertet wird. Das daran gewonnene Messsignal wird zunächst verstärkt, anschließend mit dem voreingestellten Stromwert verglichen und entsprechend ausgeregelt. Das ist zumindest rudimentär das so wie ich mir das vorstelle :glaskugel: . Gesehen hatte ich so ein Gerät auch noch nie von innen.

PS

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