Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninverter

Schweißgeräte und Know how rund ums Thema Schweißen

Moderatoren: Alfred, moto4631, Janik

Janik
Moderator
Beiträge: 3865
Registriert: 2. Jan 2006, 14:52
Wohnort/Region: Mittelhessen
Wohnort: Mittelhessen

Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninverter

Beitrag von Janik » 8. Jan 2011, 19:35

Mahlzeit,

vielleicht hat es der ein oder andere schon gesehen, dass ich mir am Montag dieses Schweißgerät zugelegt habe. Ein Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninverter mit 200A :roll:

Schon am Mittwoch kam das Gerät trotz Eisregen per UPS bei mir an.
Verpackung war absolut in Ordnung und mit dem Versand ging auch alles prima.

Im Lieferumfang enthalten ist das Gerät, 5m lange Schweißkabel 16mm² für Masse und Elektrodenzange.
Ein Schutzschild mit Glas sowie eine Drahtbürste mit Schlackehammer.

Das Gerät selber ist gut verarbeitet, an den Kunststoffteilen ist hier und da noch ein leichter Grat dran, der sich aber schnell entfernen lässt.
Das Anschlusskabel vom Gerät ist ausreichend lang und in sehr guter Qualität. 3x2,5mm² Querschnitt und H07RN-F Ummantelung. Bin positiv überrascht :wink:
Der Schweißstromregler und der Schalter sowie die Buchsen für die Schweißkabel sind weit hinter der Kunststofffront verbaut.
Für meinen Geschmack etwas zu weit, man muss also ein wenig fummeln um das Gerät zu starten bzw. beim montieren der Schweißkabel.
Dafür ist aber alles geschützt und es ragt nichts hinaus, perfekt für den Einsatz auf Montage.
Das Gerät verfügt leider nur über einen Tragegurt, ein kleiner Griff oben am Gehäuse hätte nicht geschadet. Das wusste ich aber weil es auf dem Auktionsbild zu sehen war.
Ich habe schon einen schönen Griff hier liegen, den ich nach der Garantiezeit montieren werde, sofern das Gerät dann noch lebt :oops:

Die Schweißkabel sowie Masseklemme und Elektrodenzange sind soweit OK.
Sie werden über 9mm Dinsekupplungen am Gerät angebracht.
Bei mir waren wohl die Kupplungen nicht richtig mit dem Kabel verbunden, sodass gleich die Kupplung beim einen Schweißkabel abgefallen ist :?
Für mich war es kein Problem diesen defekt schnell zu beheben. Ein Anfänger, der sich mit den Dinsekupplungen nicht auskennt hätte wohl schon die Garantie in Anspruch nehmen müssen. :roll:
Masseklemme und Elektrodenhalter funktionieren, ich werde aber beide Teile bei nächster Gelegenheit durch etwas besseres ersetzen :wink:

Zum Zubehör wie Schweißschirm und Drahtbürste/Schlackehammer möchte ich nichts schreiben, besser gleich in die Mülltonne schmeißen. Diese Rohstoffe hätte man besser nutzen können :schlaubi:

Die Bedienungsanleitung ist nicht so der Bringer, ein paar Sicherheitshinweiße und ein paar technische Daten zum Gerät, das wars.
Jemand der noch nie geschweißt hat wird damit wohl nicht zurecht kommen.
Mir persönlich fehlen ein paar Angaben wie z.B. unter welchen Bedingungen das Gerät betrieben / nicht betrieben werden darf, wie das Gerät zum schweißen vorbereitet werden muss und wie es sich mit dem Thermoschutz verhält.
Diese Dinge kann man hier scheinbar nur durch ausprobieren erfahren. :kp:

Wenn das Gerät betriebsbereit ist, kann mit dem Schweißen begonnen werden.
Der Lüfter läuft schön leise und die Stromanzeige zeigt auch im Leerlaufbetrieb recht genau den eingestellten Schweißstrom an.
Zu den Schweißeigenschaften werde ich euch demnächst noch etwas mehr erzählen.
Habe heute nur drei oder vier Elektroden verschweißt, um zu testen, ob das Gerät funktioniert.
Dann habe ich abgebrochen, weil ich durch die Nässe draußen ständig eine gewischt bekommen habe :mrgreen:
Außerdem bin ich nur das Schweißen mit Wechselstrom gewohnt, das ist ein großer Unterschied zum Schweißen mit Gleichstrom.
Soviel kann ich aber sagen, die Elektroden zünden zuverlässig, ganz selten, dass es mal klebt.
Der Lichtbogen brennt gleichmäßig und die Nähte sehen ganz passabel an. Wie gesagt, schweißen mit Gleichstrom ist für mich Neuland, muss mich da auch erst umgewöhnen :weld:

Irgendwas hat aus der Nähe des Geräts mal leise gezischt. Ich weiß nicht, ob es das Gerät selber war oder ob heiße Schlacke auf den nassen Boden gefallen ist. Es hat aber weiterhin geschweißt, keine Ahnung was das war :kp:
Ich mache mir da aber keine großen Sorgen, zum einen gibts zwei Jahre Garantie und außerdem sind die Leute bei BenRoyal sehr zuverlässig und hilfsbereit.
All meine Fragen wurden schnell und kompetent beantwortet und die Kaufabwicklung war vorbildlich :top:
Ich habe ein positives Gefühl, sollte es zum Garantiefall kommen.

Langzeiterfahrungen kann ich euch noch keine liefern, das sollte klar sein.
Und zu den Schweißeigenschaften werde ich euch demnächst mehr berichten.

Bislang hat mich das Gerät überzeugt, schön handlich, robust gebaut und ausreichend Power mit guter ED und das zu einem günstigen Preis.
Genau das, was ich für Montageeinsätze gesucht habe.
Wenns jetzt nicht kaputt geht, wars für mich ein guter Deal :top:

Hier noch ein kurzes Video (3,25mm Elektrode RC mit ca. 130A) :wink:

www.youtube.com/watch?v=K7M-yCh-mYQ
Gruß Janik

Ohne Schweißer bricht die Welt zusammen :weld:

Benutzeravatar
chevyman
Beiträge: 5777
Registriert: 2. Jun 2005, 19:56
Wohnort/Region: Krefeld
Wohnort: Krefeld

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von chevyman » 8. Jan 2011, 23:35

Da hast Du aber richtig die Tastatur zum Qualmen gebracht. :top:
Janik hat geschrieben:Mahlzeit,

vielleicht hat es der ein oder andere schon gesehen, dass ich mir am Montag dieses Schweißgerät zugelegt habe.
...
Schon am Mittwoch kam das Gerät trotz Eisregen per UPS bei mir an.
:glaskugel: Ich sehe Dienstag und Donnerstag. :mrgreen:

Und ich hatte schon gedacht, es hätte nicht mehr zum Wochenende geklappt.
Mit den 9er Dinse hast Du dann ja auch echt Glück gehabt. :wink:

Das mit dem Griff würde ich mir noch mal überlegen, falls das eine steife Ausführung ist. Der kann einem auch schnell das Gehäuse derangieren, denn ich gehe mal davon aus, daß der Griff auf das Blechmittelteil geschraubt werden soll. Es gibt Griffe, die wie ein kurzer Gurt bei Nichtgebrauch flach anliegen, und zum Tragen erst ein paar Zentimeter rausgezogen werden, damit man mit der Hand darunter kommt. So etwas wäre mir lieber, ich weiß bloß nicht, wer das liefert. Habe halt so einen Griff an einem alten Werkzeugkoffer. :oops:
Gruß Steffen

Growing old is mandatory, growing up is optional...

Janik
Moderator
Beiträge: 3865
Registriert: 2. Jan 2006, 14:52
Wohnort/Region: Mittelhessen
Wohnort: Mittelhessen

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von Janik » 9. Jan 2011, 00:06

chevyman hat geschrieben:
Janik hat geschrieben:Mahlzeit,

vielleicht hat es der ein oder andere schon gesehen, dass ich mir am Montag dieses Schweißgerät zugelegt habe.
...
Schon am Mittwoch kam das Gerät trotz Eisregen per UPS bei mir an.
:glaskugel: Ich sehe Dienstag und Donnerstag. :mrgreen:
Öhm jetzt wo Du es sagst, könntest Du durchaus recht haben :oops:
Aber die Hauptsache ist, dass es hier ist :mrgreen:

Hab mich auch gefreut, dass die anderen Schweißkabel nun auch passen :top:

Mit dem Griff könntest Du recht haben, ich weiß auch, welche Du meinst.
Allerdings kommt ein Griff sowieso erst nach ablauf der Garantie in Frage. Ich will deswegen nicht die Garantie riskieren.
Nach ablauf dieser werde ich mir dazu nochmal ein paar Gedanken machen.

Was mir bislang aufgefallen ist.
Der Einbrand scheint beim schweißen mit Gleichstrom nicht ganz so tief zu sein wie beim schweißen mit Wechselstrom :?
Kann das sein oder hatte ich das Gerät einfach noch nicht richtig eingestellt?

Und der Lichtbogen ist irgendwie nich so stark wie bei Wechselstrom.
Wenn man mal vergleicht, oben im Video ist er ganz klein und nicht so hell und hier beim Video unten mit Wechselstrom ist er viel heller und stärker. :crazy:
Elektrodendurchmesser und Schweißstrom sind etwa gleich :roll:
Woran liegt das?

www.youtube.com/watch?v=f7fX4V8DliE

:thx:
Gruß Janik

Ohne Schweißer bricht die Welt zusammen :weld:

Benutzeravatar
chevyman
Beiträge: 5777
Registriert: 2. Jun 2005, 19:56
Wohnort/Region: Krefeld
Wohnort: Krefeld

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von chevyman » 9. Jan 2011, 00:25

Janik hat geschrieben:Was mir bislang aufgefallen ist.
Der Einbrand scheint beim schweißen mit Gleichstrom nicht ganz so tief zu sein wie beim schweißen mit Wechselstrom :?
Kann das sein oder hatte ich das Gerät einfach noch nicht richtig eingestellt?
Eigentlich sollte eher das Gegenteil der Fall sein. Wenn ich jetzt davon ausgehe, daß Du gleiche Elektroden verglichen hast...hattest Du die Elektrode evtl. an "+" ? Von jetzt an mußt Du auf die Polarität achten. Steht auf der Packung der Elektroden.
Gruß Steffen

Growing old is mandatory, growing up is optional...

Janik
Moderator
Beiträge: 3865
Registriert: 2. Jan 2006, 14:52
Wohnort/Region: Mittelhessen
Wohnort: Mittelhessen

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von Janik » 9. Jan 2011, 00:47

Schweißkabel waren eigentlich richtig angschlossen.
Elektrodenzange an - und Masse an +

Ich werde das alles mal in Ruhe etwas ausführlicher testen.
Mal den Trafo mit dem Inverter vergleichen und dann auch Bilder zeigen.
Gruß Janik

Ohne Schweißer bricht die Welt zusammen :weld:

Hummer
Beiträge: 278
Registriert: 12. Feb 2010, 20:06
Wohnort/Region:

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von Hummer » 9. Jan 2011, 09:19

Es gibt Griffe, die wie ein kurzer Gurt bei Nichtgebrauch flach anliegen, und zum Tragen erst ein paar Zentimeter rausgezogen werden, damit man mit der Hand darunter kommt. So etwas wäre mir lieber, ich weiß bloß nicht, wer das liefert. Habe halt so einen Griff an einem alten Werkzeugkoffer. :oops:
Die heißen " Riemengriff" zum Beispiel bei ebay in unterschiedlichen Längen und Ausführungen.

Ebay Link

mfg

Mod: Ich hab den Link mal funktionstüchtig gemacht :wink:

Janik
"Wenn das Leben langweilig wird, riskiere es!"

Benutzeravatar
chevyman
Beiträge: 5777
Registriert: 2. Jun 2005, 19:56
Wohnort/Region: Krefeld
Wohnort: Krefeld

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von chevyman » 9. Jan 2011, 10:56

Ja, genau die habe ich gemeint! Danke!
Und davon den Größten nehmen, der zwischen die Kunststoffgehäuseteile paßt. Möglichst groß nehmen, weil man dann leichter mit der Hand darunter kommt, wenn man noch Handschuhe anhat.
Gruß Steffen

Growing old is mandatory, growing up is optional...

ticktack51
Beiträge: 2
Registriert: 20. Feb 2011, 11:47
Wohnort/Region:

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von ticktack51 » 20. Feb 2011, 12:06

Hallo Janik,

ich möchte mir dieses Gerät zulegen und bin gespannt wie Deine weiteren Erfahrungen damit sind. ich bin Profi bez. Schweißen und möchte damit Alu bis 3mm schweißen.

Ich habe schon ein ähnliches in der Nähe ausprobiert. 200A Leistung reicht gerade aus. etwas mehr aber mit 3,2er Wolfram-Elektrode aber besser.

Ist nur die Frage, ob die Haussicherung das lange mitmacht.
Ob der Zuverlässigkeit des Gerätes wäre ich sehr interessiert.

vielen Dank schon mal imVoraus für Deine Antwort!

Grüße!
Ortwin

Benutzeravatar
chevyman
Beiträge: 5777
Registriert: 2. Jun 2005, 19:56
Wohnort/Region: Krefeld
Wohnort: Krefeld

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von chevyman » 20. Feb 2011, 12:25

ticktack51 hat geschrieben:ich bin Profi bez. Schweißen...
:respekt:
ticktack51 hat geschrieben:...und möchte damit Alu bis 3mm schweißen.

Ich habe schon ein ähnliches in der Nähe ausprobiert. 200A Leistung reicht gerade aus. etwas mehr aber mit 3,2er Wolfram-Elektrode aber besser.
:roll:
Dem Profi ist aber schon klar, daß es sich bei dem hier besprochenen Gerät nicht um um ein AC-Wig für Alu handelt?
Gruß Steffen

Growing old is mandatory, growing up is optional...

ticktack51
Beiträge: 2
Registriert: 20. Feb 2011, 11:47
Wohnort/Region:

Re: Kleiner Testbericht vom Stahlwerk ARC 200 Elektrodeninve

Beitrag von ticktack51 » 20. Feb 2011, 14:42

Nein war mir nicht bekannt. Habe jetzt noch mal genauer gelesen.
Habe jetzt ein gebrauchtes von der Firma Lorsch ausfindig gemacht in der Bucht.

Grüße!
Ortwin

PS: danke noch mal für die schnelle Info. Das genaue Lesen des Textes war eben nicht profihaft von mir!

Antworten