Gutes MIG/MAG-Schweißgerät <200, 300 od. 400 € Geheimtipp

Schweißgeräte und Know how rund ums Thema Schweißen

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henniee
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Gutes MIG/MAG-Schweißgerät <200, 300 od. 400 € Geheimtipp

Beitrag von henniee » 10. Jan 2008, 18:31

Tja leider gibt es da kein Geheimtipp!
Qualität kostet nun mal Geld! - daher ist die einzige Möglichkeit entweder in den sauren Apfel zu beißen und ein ordentliches Gerät zu kaufen oder aber bei Ebay auf die Jagd nach einem gebrauchten zu gehen.

Folgende Hersteller von Profigeräten kann man empfehlen (bitte vervollständigen!):
- Lorch
- Migatronic
- Fronius
- Rehm
- Röwac (gibt es nicht mehr, wird aber supportet von den Kampmännern)
- Esab
- Messer Griesheim (Vorsicht - meist schwer teure Ersatzteile)
- Kemppi

Gute Hobbygeräte gibt es auch von Elektra Beckum (jetzt Metabo).

Was ist denn so teuer an einem guten Schweißgerät bzw. worauf muss ich achten?
Auf alles! - Wichtig:
Einschaltdauer (ED)
des Typenschildes (siehe Wikipedia-ED )

Langes (3m) Schlauchpaket
mit Euro-Zentralanschluss welcher es ermöglicht das Schlauchpaket im Zweifel auch günstig zu wechseln.

Binzel Brenner
haben sich als Standard etabliert, aber auch Dinse oder andere stellen nette Brenner und Schlauchpakete her. Festangeschlossene Schlauchpakete gibt es eigentlich bei den o.g. Herstellern nicht – und das ist auch nicht zu empfehlen.

Man sollte genau überlegen welche Stromstärke man benötigt. Ich würde nicht weniger als 160A nehmen und mehr als 260A schießen meist allein durch den 32A CEE-Stecker über das häusliche Ziel hinaus.
Alle o.g. Geräte haben standardmäßig ein eingebautes Relais, welches den Schweißdraht nur unter Strom setzt, wenn auch der Schalter am Brenner betätigt wird – günstige Geräte aus China haben da Dauerstrom. Ein Gasventil hat allerdings fast jedes MIG/MAG Gerät, welches das Gas nach Druck der Brennertaste als Schutzglocke über das Schweißbad bläst.

Bitte keine Einwegschutzgasflaschen benutzen – viel zu teuer! Eine 10 oder 20 Liter Flasche Mischgas (82 % Ar / 18 % CO2 unter Namen wie Arcox 18 etc) hat sich schnell rentiert.


Dieser Artikel entstand aus aktuellem Anlass, fast täglich wird hier nach Geräten in billigster Preisklasse gefragt. Wer der Forumssuche mächtig ist wir hier ein Artikel zu fast jeden Gerät finden, was ein Chinaimporteur so im Regal hat.

MERKE: Geräte in der 300 Euro Liga bringen es einfach nicht! – EGAL welches!

Wer hier noch etwas ergänzen möchte – nur zu. Es würde mich freuen, wenn Alfred diesen Artikel nach oben pinnen würde.

WCCFGH
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Beitrag von WCCFGH » 10. Jan 2008, 19:10

sehr hilfreich, jetzt begreif ich dass mit der Ed auch mal endlich,früher konnte ich nur schätzen.

hs

Beitrag von hs » 10. Jan 2008, 21:22

Hi,

... ich halte die Möglichkeit 20kg-Rollen verwenden zu können, auch für einen interessanten Punkt.
Außerdem ein solides Gehäuse, mit vernünftigem 'Fahrwerk' - und eine möglichst gute Flaschenhalterung (wobei letzteres wohl auch bei den teuersten Maschinen immer eine schnöde Kette darstellt, welches die Flasche eher mäßig gut fixiert).
Folgende Hersteller von Profigeräten kann man empfehlen (bitte vervollständigen!)
z.B. Merkle und Oerlikon
Gute Hobbygeräte gibt es auch von Elektra Beckum (jetzt Metabo)
eine Zeitlang wurden die ElektraBeckum-Geräte auch unter dem Herstellernamen 'MMB' verkauft - sind dann nicht rot, sondern grün lackiert

Gruß, hs
P.S. nettes Ausstattungsdetail, was Metabo (und ich meine es auch schon bei einem anderen Hersteller gesehen zu haben) bietet : eine frontseitige 230V-Steckdose
(und nebenbei : was es meines Wissens nicht gibt, aber auch praktisch wäre : 1) ein/zwei Staufächer für Ersatzdüsen, Düsenreinigerdose, etc. 2) eine Halterung/Fach für den Gasflaschenschraubverschluß 3) ein 'Fenster' um bequem auf die Drahtrolle schauen zu können. Erstaunlich, daß sowas selbst die teuersten Geräte nicht bieten - schließlich fährt man viel leeren Raum mit den Geräten herum)

Celle
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Beitrag von Celle » 11. Jan 2008, 21:45

Hallo,
habe mal aus langeweile das alte Einhell 180 Turbo auseinandergebaut und musste feststellen das nicht mal ein Kondensator zur Glättung des Stromes nach dem Gleichrichter verbaut wurde... :?
Und ich denke ein pulsierender Gleichstrom is glaube ich auch nich gerade das Wahre...

MfG. Celle
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chevyman
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Beitrag von chevyman » 12. Jan 2008, 01:07

Die alten Einhell waren gut. Kann es sein, daß dort statt Kondensatoren eine Glättungsdrossel zum Einsatz kommt? Sieht aus, wie ein kleiner Trafo. Ist eigentlich die teurere, aber für ein Schweißgerät bessere Lösung.
Gruß Steffen

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Beitrag von Calico-Jack » 12. Jan 2008, 11:36

Moin

Von den gebrauchten wäre noch Cloos zu erwähnen baute (oder baut noch?)sehr gute Geräte .
Und Dalex!

Gruß Calico
S Lebä isch koi Schlotzer

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chevyman
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Beitrag von chevyman » 12. Jan 2008, 12:02

Calico-Jack hat geschrieben:Von den gebrauchten wäre noch Cloos zu erwähnen baute (oder baut noch?)sehr gute Geräte .
Und Dalex!
Dalex-Ersatzteillage wird allerdings bereits allgemein als schlecht eingestuft.
Cloos ist sehr gut, sind aber immer sehr große und schwere Geräte. Wenn man damit leben kann: eine sichere Bank.

Da gibt/gab es dann u. a. noch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- Castolin
- Cebora (hat auch einfachere Geräte)
- Cemont (hat von Bauhaus-Quali bis Profi)
- D+L
- EWM
- Kjellberg
- Selco
- Esseti
- Deca (gehobene Bauhaus Quali)
- Union Carbide (alt, groß, solide, kann bei Bedarf auch als Abrißbirne verwendet werden :wink: )
- Telwin (viel für Hobbyisten, aber zumindest kein Kernschrott!), baut z. B. für Rowi
- Jäckle
- Erfi
- Butter (britischer Hersteller)
- Portamig (ebenfalls aus UK)

Aus/in den USA gibt's noch Hobart, Miller und Lincoln. Alles qualitativ empfehlenswert, aber hier zu teuer / nicht immer mit hiesigen Spannungen kompatibel / Verschleißteile häifig proprietär.

Und als Warnung:
Sollte einem ein kleines Gerät von SIP über den Weg laufen, Finger weg! Die großen Geräte des gleichen Herstellers sollen zwar besser sein, jedoch bekommt man dann auch für deren Preis was richtiges von besseren Herstellern.
Gruß Steffen

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henniee
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Beitrag von henniee » 12. Jan 2008, 19:03

da haben wir ja schon eine ordentliche Liste zusammengetragen.

Ein paar kleine Nachträge habe ich noch:
- Man sollte wenn man einen Drehstrom (16A CEE-Form) besitzt auch ein Gerät wählen, welches mit 380/400 Volt läuft. Man sollte hier natürlich auch abwägen, ob ein Schuko (Lichtstrom) Gerät nicht flexibeler ist. Meist schweißt man allerding doch nur z.B. in der Werkstatt und allein durch die Größe ist es mit dem Transport meist Essig. Wer keine Starkstromsteckdose besitzt kann sich diese sofern Drehstromanschluss gegeben ist, vom Elektriker nachrüsten lassen. Ob man Drehstrom hat oder nicht verrät der Stromzähler, dort steht grundsätzlich DREHTSTROMZÄHLER drauf, wenn es sich um einen solchen Anschluss handelt.

- Die Marke Elektra Beckum stellte auch Geräte für die Industrie her. Diese haben meist eine dunkelgraue Farbe und den Schriftzug "Industrie" unter dem Logo.

- Generell sollte man, sofern man technisch NICHT versiert ist, KEIN defektes Gerät kaufen. Am besten probeschweißen! Denn Ersatzteile können ganz schnell ordentlich in Geld gehen und machen aus dem Schnäppchen einen wirtschaftlichen Totalschaden.


Zum Drahtfenster:
Was die Kiddies mit ihren PC machen, funktioniert auch beim Scheißgerät - einfach mal bei ebay nach "windowkit" suchen oder ein kleines Stück Plexiglas hinter ein mit der Bimetalllochsäge hergestelltes Loch kleben.
Interessant hier dann Gedanke mit der Beleuchtung. Das ist ja ein völlig neuer Wirtschaftszweig: Werkzeugmodding!
Schwarzlichtbeleuchtung an der Drehbank, rotes Licht im Schweißgerät, Umbau auf Wasserkühlung *G* - usw. - Scherz bei Seite.

Das Ablagefach
finde ich eine tolle Idee! - ich habe auch schon mal überlegt sowas einzubauen. Eigentlich dachte ich mal an ein Fach so groß wie ein größerer Aschenbecher eines Autos - oder ein Fach für den Radioschacht. Ich habs dann aber verworfen, weil das Gerät doch recht kompakt ist und ich mit meinem Düsenspender ( Bit Box ) jetzt auch kaum noch Kleinteile auf dem Schweißgerät habe. Außerdem waren die Fächer alle mieser Qualität. Wer da eine Idee hat - immer gerne her damit ;)

Viele Grüße
Henniee

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chevyman
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Beitrag von chevyman » 12. Jan 2008, 19:21

henniee hat geschrieben: rotes Licht im Schweißgerät
Also, das geht ja nu gar nich.
Das muß grün sein! Damit man's auch bei aufgesetztem Schirm noch sehen kann! :D
Wasserkühlung hab ich schon. :wink:

Mein Gerät hat übrigens so ein Fach in Form einer kleinen, abnehmbaren Stahlwanne (20 x 13 x 7 cm, also etwa doppelt so groß wie ein Aschenbecher oder halb so groß, wie ein kleines Einhell) im Bereich des Vorschubs. Trotzdem habe ich für Düsen & Co. immer ein entsprechendes Kleinteilemagazin.
Gruß Steffen

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Carlson
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Beitrag von Carlson » 12. Jan 2008, 19:34

Hallo,

" MERKE: Geräte in der 300 Euro Liga bringen es einfach nicht! – EGAL welches! "



Ab wann geht´s denn tatsächlich los?

Wie schon angesprochen, wer nicht so die Ahnung hat sollte auch nicht unbedingt ein gebrauchtes kaufen.

Was muß man mindestens ausgeben?

Welches sind die günstigsten brauchbaren Neugeräte für den Heimbereich ?


Ich denke, daß ist es was viele interessiert

Gruß
Carlson

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