Welches Lochsäge-System?

Alles über Holzbearbeitung, Holzarten, fachgerechte Verbindungen und praktische Tipps für die Werkstatt. Darüber wird hier diskutiert.

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steamrick
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Welches Lochsäge-System?

Beitrag von steamrick » Dienstag 22. Juni 2021, 00:41

Moin,

ich werde vermutlich demnächst ein paar etwas größere Löcher (150mm Durchmesser) bohren müssen und überlege jetzt, welcher Hersteller sich eignet.

Initialer Bedarf wäre das bohren in Multiplex, daher die Wahl dieses Unterforum.

Was ich mir bisher angeschaut hatte:
- Bosch Professional: https://www.amazon.de/Bosch-Pro-Lochsäg ... B001414HU8
- MandreX: https://www.amazon.de/gp/product/B01N7YMHWB

MandreX kann auch Steine/Fliesen bearbeiten mit bis zu 60mm Schnitttiefe, Bosch kann derweil bis hin zu Edelstahl-Blech. Alle erdenklichen Holz-Arten können wohl beide.

Was meint ihr? Als aktuell Mieter werde ich eher in Metall als in Stein schneiden wollen, oder?
Gibt es einen Hersteller, den ich besser nehmen sollte? Oder für nur gelegentliche Löcher eine deutlich preiswertere Budget-Empfehlung?


(Ich hatte zuerst nach einem Bohrer geschaut, bei dem sich der Durchmesser einstellen lässt, aber das ist wohl alles eher schlecht als recht?...)

Ein_Gast
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von Ein_Gast » Dienstag 22. Juni 2021, 02:07

Mandrex kenne ich nicht, aber zumindest das "System" von Bosch ist herstellerunabhängig. Es gibt Adapter für die meisten Lochsägen und diese passen dann an den Power-Change-Plus-Schaft.

Diese Bimetall-Universalsägen können zwar alles, sind aber mehr eine Krücke. In Holz hast du das Problem, dass die Späne nach oben nicht ausgeworfen werden und dann durch die Reibung anfangen zu schmoren. Dann brennst du dich nurnoch vorwärts. Abhilfe schaffen hier Durchgangsbohrungen exakt dort, wo die Säge schneidet, damit die Späne unten rausrieseln können. Irgendwann nervt das aber.

Bei vielen Löchern würde ich daher auf Hartmetall für Holz gehen - mit einer besseren Spanabfuhr.

Gucke dich auch mal bei Famag um. Die haben da auch einige interessante Sachen im Angebot.

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powersupply
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von powersupply » Dienstag 22. Juni 2021, 02:31

Bei mehreren Löchern würde ich über einen Fräszirkel nachdenken. Denn 150er Löcher in Holz brauchen ziemlich Maschinenpower bei moderater Drehzahl.

PS
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ric
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von ric » Dienstag 22. Juni 2021, 02:42

Eine HSS-Bimetall-Lochsäge eignet sich vor allem für Metall, weniger für Holzwerkstoffe. So gibt ProFit bei Sperrholz die Standzeit mit 10 - 20 Löchern an, für HM-bestückte über 500 Bohrungen. FAMAG schreibt: "Na klar, die Bi-Metall Lochsäge ist für die Metallbearbeitung konstruiert und funktioniert in Holzwerkstoffen mehr als bescheiden oder besser gesagt: nur 10 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit entstehen in der Bearbeitung von Holz relativ grobe Holzspäne, die die kleinen Zähne der Bi-Metall-Lochsägen zusetzen und nicht abtransportiert werden können. Was jetzt folgt kann man in Ruhe als Krampf bezeichnen: Es geht keinen Millimeter weiter und lassen wir die Maschine weiter rotieren, wehrt sich die Lochsäge mit Rauchzeichen!"

Generell benötigst du eine Maschine mit hohem Drehmoment.

150 mm-Löcher benötigt man sowohl in Metall als auch in Wandfliesen oder Weichgestein wohl eher selten, egal ob Mieter oder nicht ... Wenn du nur wenige 150 mm-Bohrungen anfertigen willst, aber häufiger eine Lochsäge mit unterschiedlichen Durchmessern benötigst ist ein Kreisschneider eine mögliche Alternative, kommt halt auch auf deine Ansprüche z. B. was die Schnittqualität angeht und die Materialstärke an.
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von steamrick » Dienstag 22. Juni 2021, 07:44

Guter Hinweis mit dem Fräszirkel, wobei ich mir dafür zuerst eine Oberfräse anlegen müsste.

Was für ein Gerät eignet sich denn so für einen Gelegenheits-Nutzer? Werde ich mit grünem Bosch zufrieden, oder sollte ich lieber in Richtung einer Makita RT0700CX2J schauen? Oder hat die für dickeres Multiplex sogar zu wenig Power?

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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von MrDitschy » Dienstag 22. Juni 2021, 19:41

Würde auch einen Kreisschneider bevorzugen ... beim Fräsen gehst nie ins volle Holz, sondern fräst etappenweise.
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von Brandmeister » Mittwoch 23. Juni 2021, 21:31

steamrick hat geschrieben:
Dienstag 22. Juni 2021, 00:41
[...]Was meint ihr? Als aktuell Mieter werde ich eher in Metall als in Stein schneiden wollen, oder?[...]
Kommt auf Deinen Vermieter an, würde ich sagen. Und was so Deine Hobbies sind.
steamrick hat geschrieben:
Dienstag 22. Juni 2021, 07:44
[...]Werde ich mit grünem Bosch zufrieden, oder sollte ich lieber in Richtung einer Makita RT0700CX2J schauen?[...]
Mit was Du zufrieden werden wirst, wird wohl von Deinen Ansprüchen abhängen. Zur RTO700 findet sich ziemlich viel Input im Forum. Ist aber eigentlich eine Kantenfräse, für die es auch Zubehör gibt, dass sie als Oberfräse einsetzbar macht. Wenn Du tiefe Nuten - und was anderes sind Deine tiefen Ausschnitte vom Prinzip her ja nicht - fräsen willst, ist sie auf Dauer etwas schwach. Jedenfalls meiner Einschätzung nach.
steamrick hat geschrieben:
Dienstag 22. Juni 2021, 00:41
[...]
(Ich hatte zuerst nach einem Bohrer geschaut, bei dem sich der Durchmesser einstellen lässt, aber das ist wohl alles eher schlecht als recht?...)
Meinst Du sowas?
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steamrick
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von steamrick » Mittwoch 23. Juni 2021, 22:16

Brandmeister hat geschrieben:
Mittwoch 23. Juni 2021, 21:31
Meinst Du sowas?
Genau, sowas der Art meinte ich.
Brandmeister hat geschrieben:
Mittwoch 23. Juni 2021, 21:31
Mit was Du zufrieden werden wirst, wird wohl von Deinen Ansprüchen abhängen. Zur RTO700 findet sich ziemlich viel Input im Forum. Ist aber eigentlich eine Kantenfräse, für die es auch Zubehör gibt, dass sie als Oberfräse einsetzbar macht. Wenn Du tiefe Nuten - und was anderes sind Deine tiefen Ausschnitte vom Prinzip her ja nicht - fräsen willst, ist sie auf Dauer etwas schwach. Jedenfalls meiner Einschätzung nach.
Hmm.

Dann bleibt wirklich die Frage - in die Vollen gehen und mir eine Oberfräse anlegen auf die Gefahr, dass ich die in den nächsten Jahren nicht genug nutze um den Anschaffungspreis zu rechtfertigen, oder erstmal nur einen Kreisschneider?

Ich will solche Entscheidungen eigentlich immer mit der längerfristig sinnvolleren Lösung abschließen...
aber die 400-500€ für eine Makita RP1800X und das Minimum an Zubehör um einen 15cm Ausschnitt zu machen habe ich nach Kauf der Klimaeinheit eigentlich grade nicht mehr rumliegen...



("Die Klimaeinheit" - Hintergrund war, dass ich mir in letzter Zeit aus gegebenen Anlass Klimageräte am anschauen war... und genau die, die ich mir als Lieblingsgerät ausgesucht hatte war am Prime Day bei Amazon für 100€ unter dem nächstgünstigsten Preis (auch bei Idealo über die letzten Monate zurückschauend) zu haben, also ein echtes Sonderangebot. Da hatte ich dann zugeschlagen.

Daher auch die Notwendigkeit auf 15cm Löcher - ich möchte die umrüsten auf Außenluft ein- und ausblasend statt einem Einschlauch-System und außerdem möchte ich mir eine eigene aufs Fenster passende Luftbarriere bauen statt so einem aufgeklebten Stoff mit Reißverschluss bei dem man den Schlauch durch steckt.)

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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von Brandmeister » Mittwoch 23. Juni 2021, 22:40

Wenn es um ein - exakt ein - Projekt (wie viele Löcher sind es denn?) geht, dann versuch es mit so einem Kreisschneider. Wenn es um Dinge geht, die sich am besten mit der Oberfräse machen lassen, gibt es zu dem Thema viel Input in diesem Forum. Nur nimm lieber nicht den Kreisschneider aus dem Link, den ich gesetzt habe. Silverline ist so eine Sache...eine britische Entsprechung gängiger Baumarkt-Eigenmarken.
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Re: Welches Lochsäge-System?

Beitrag von H. Gürth » Mittwoch 23. Juni 2021, 23:09

Ich kenne das jetzt nur von meinem Klimagerät. Für den Schlauch, hab nur einen für Abluft, ist doch ein passendes Futter für Wanddurchgang dabei. Dafür genügt auch eine Stichsäge. Das Futter deckt die Schnittspur gut ab, sodass keine Fehlstellen sichtbar werden.
Nichts wissen macht nichts.
..........und mich gar nicht erst fragen !

Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.

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