Zylindrische Bohrung unter 10mm?

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MrDitschy
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Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von MrDitschy » 28. Aug 2020, 18:44

Hallo,
kennt jemand ein Werkzeug um eine ebene Bohrung unter 10mm hin zu bekommen (gerne bis 3mm)?

Habe zwar Forstnerbohrer, doch die gibt es nur ab 10mm.
Sonst kenne ich noch Flachfräser, da habe ich ab 6mm, doch die haben eine viel zu große Spitze und Schneide.
Rundfräser gäbe es noch, doch die sind ohne Zentrierspitze, oder gibt’s es dazu einen Art Dorn?

Brauche das aber wenn nur für Modellbau/Basteln (Holz/Kunststoff), also nichts hochwertiges ... mit dem Bohrer gibt es halt immer einen „Kegel“.

Gruß
Ditschy
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powersupply
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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von powersupply » 28. Aug 2020, 20:08

Hallo

Ich geb zu, das wird schwierig.
Aber ich würde versuchen einen Bohrer vorne plan zurecht zu schleifen. Ggf vorher mit einem größeren Bohrer üben.
Anschließend würde ich erst das Loch bis zur gewünschten Tiefe mit einem normalen Bohrer bohren und dann mit dem "flachen Bohrer" den Kegel im Grund des Loches wegsenken.

PS

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von Dev » 28. Aug 2020, 20:42

MrDitschy hat geschrieben:
28. Aug 2020, 18:44
Brauche das aber wenn nur für Modellbau/Basteln (Holz/Kunststoff), also nichts hochwertiges ... mit dem Bohrer gibt es halt immer einen „Kegel“.
Die vermutlich wichtigste Frage: Wird freihand gebohrt oder im Ständer?
Beim freihändigen Bohrern wirst Du immer eine kleine Zentrierspitze brauchen, damit Du den Bohrer ansetzen kannst. Oder Du musst mit einem normalen Bohrer vorbohren und dann mit dem modifizierten Bohrer fertigbohren.

Wenn Du mit dem Bohrständer oder einer Oberfräse arbeiten kannst, nimm einfach einen Fräser in der Ausführung "zentrumsschneidend". Gerne bezeichnet als 2+1 Schneiden (zwei am Umfang und eine axial). Die gibt es handelsüblich ab 1mm Durchmesser (und teilweise auch dünner).

Den Fräser kannst Du freihand natürlich vergessen, da er am Umfang keine seitliche Führung im Loch hat. Sobald Du wackelst wird das Loch seitlich größer...

Einen normalen Bohrer zum Flachsenker umzuschleifen wie PS vorschlägt, ist durchaus möglich. Für einen 8mm Bohrer habe ich das schon gemacht. Ich empfehle eine grobe Scheibe am Doppelschleifer, denn es muss recht viel Material abgetragen werden. Eine grobe Scheibe erwärmt den Bohrer weniger als eine feine.
Für den Endschliff dann erst die feine Scheibe und bei Bedarf ein Ölstein. Für Deinen Anwendungsfall könnte die feine Scheibe als Endschliff ausreichend sein.

Ansonsten gibt es noch sogenannte Dübelbohrer für die Oberfräse. Die sehen so aus als hätten sie nur noch eine leichte Fase am Umfang, so dass der Grund der Bohrung nicht perfekt plan ist. Das könnte man aber gut nachträglich mit einem Holzbohrer korrigieren, dem man die Zentrierspitze entfernt hat. (Bedeutend einfacher, als einen Metallborher zum Flachsenker umzuarbeiten.)
Diese Dübelbohrer sind aber für die Oberfräse, da sie beim Ansetzen sonst keine Führung haben. Also vorher normal vorbohren.

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powersupply
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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von powersupply » 28. Aug 2020, 21:04

Da muss man keine Wissenschaft daraus machen.
Für Holz und Kunststoff sowieso nicht.
Hab das eben an einen Stück Kupfer probiert.
Erst mit dem normalen Bohrer das Loch gemacht und dann mit dem plan geschliffenen Bohrer(einfach seitlich an die Schleifschribe gehalten und gedreht) noch mal rein.
IMG_20200828_210629.jpg
IMG_20200828_205619.jpg
Edit:
Und weil ich weiß, dass da Nettigkeiten wegen dem Bohrer kommen habe ich den gleich noch einmal nachgearbeitet :mrgreen:
IMG_20200828_211419.jpg
PS
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Zuletzt geändert von powersupply am 28. Aug 2020, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von Dev » 28. Aug 2020, 21:16

Eine Wissenschaft muss man nicht draus machen - aber ein erkennbares Foto wäre schön gewesen. ;)
Den Bohrungsgrund kann man vor lauter Reflexionen im Moment nur erahnen. Frisch bearbeitetes Kupfer ist natürlich nicht einfach zu fotografieren.

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von Ein_Gast » 28. Aug 2020, 22:14

Da du den Forstnerbohrer ansprichst, denke ich, es geht um Holz? Ein normaler Holzbohrer wie hier (oben auf der Seite ist ein Bild, auf dem man die Schneidengeometrie erkennt) https://www.famag.com/DE/Home/Products? ... cb4196ea3f hat ein ähnliches Schnittbild wie ein Forstnerbohrer.

Komplett ohne Spitze wird es wohl wirklich nur mit der Oberfräse gehen.

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von vollkrass123 » 28. Aug 2020, 22:59

Wie wäre es mit einem Langlochfräser? Dieser kann ins Material einstechen wie ein Bohrer. Allerdings ist das nichts für handgeführte Maschinen

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von MrDitschy » 28. Aug 2020, 23:23

Danke euch. :bierchen:

Bohren werde ich sicher eher von Hand, aber denke auch mal mit der Ständerbohrmaschine.

Den Holzbohrer hatte ich tatsächlich auch probiert, aber wohl hab ich da zu minderwertige Teile, denn deren Spitze ist da auch recht dick und die vordere Schneiden sind da eher schief.

Der Tipp von dir PS, die Bohrerspitze abschleifen um damit nur den Rest zu bohren, finde ich sehr gut. Habe dafür sogar noch genug alte oder stumpfe Bohrer (kann ja nichts wegschmeißen :mrgreen: ) und so kommen die auch noch zur Verwendung .... Schleifsteine habe ich dazu Dev, das sollte also ganz gut klappen. :top:


Gruß
Ditschy
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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von powersupply » 28. Aug 2020, 23:54

MrDitschy hat geschrieben:
28. Aug 2020, 23:23
Der Tipp von dir PS, die Bohrerspitze abschleifen um damit nur den Rest zu bohren, finde ich sehr gut.
Ich muss zugeben, dass der Gedanke die Bohrer nach dem planschleifen mit etwas Hinterschliff zu versehen etwas optimistisch war. Das klappt vielleicht bei einem ders drauf hat oder mit der Maschine. Ich hatte das nicht sinnvoll hin bekommen. :oops:
(kann ja nichts wegschmeißen :mrgreen: )
War mir Klar. Sonst hättest Du nicht so viele Makita Maschinen :rotfl: :rotfl: :ducken:

:wink: PS

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Re: Zylindrische Bohrung unter 10mm?

Beitrag von Dev » 28. Aug 2020, 23:57

Als Hinweis:
Einfach nur gerade an den Rand der Scheibe halten, ist natürlich eine sehr rudimentäre Methode.
Damit erzeugst Du einen Bohrer mit 180° Spitzenwinkel, aber einem Freiwinkel von 0°.
So ein Bohrer schneidet nicht, sondern er schabt. Das funktioniert in Weichholz, aber nicht vernünftig in Stahl.

Ich würde immer empfehlen, zumindest einen Freiwinkel von ca. 10° (alles von 5 bis 15° funktioniert) an beide Hälften anzuschleifen. Wenn man das zwei oder drei Mal übt, klappt das ganz gut. Und wenns falsch war: wieder seitlich an die Scheibe und man hat einen neuen Versuch. :mrgreen:

Edit: Das hat sich jetzt zeitlich mit PS überschnitten. Daher als Nachtrag: Stell Dich nicht so an. Das ist wirklich nicht so schwer. :wink:

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