Hochzeitsgeschenk

Alles über Holzbearbeitung, Holzarten, fachgerechte Verbindungen und praktische Tipps für die Werkstatt. Darüber wird hier diskutiert.

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-Tim_Taylor-
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Hochzeitsgeschenk

Beitrag von -Tim_Taylor- » 13. Sep 2018, 22:02

Hallo liebe Forum Gemeinde,

ich würde gerne einem befreundeten Pärchen eine Bank aus Massivholz zur Hochzeit schenken.
Die "Füße" der Bank bestehen aus Fichten Stammholz welches wir in ihrem Garten geschnitten haben. Die Sitzfläche und die Rückenlehne sollen ebenso aus Fichtenbrettern gemacht werden. Die Sitzfläche soll 150cm lang werden und 40cm tief. Ich dachte mir ich nehme 5cm breite Bretter mit einem Abstand von 3cm (damit das Wasser abrinnen kann und nicht stehen bleibt). 40cm/8cm= 5 Bretter.
Wie dick sollten die Bretter den mindestens sein damit 2 Erwachsene in Ruhe sitzen können? Im Bauhaus haben die Bretter durchschnittlich eine Dicke von 2,5 cm.
Die Rückenlehne habe ich mir ähnlich vorgestellt nur mit 4 Brettern und einem Winkel von 3-4°, ist das zu viel oder zu wenig? Möchte es etwas gemütlicher als 90° haben.

Die Bank wird voraussichtlich unter einem kleinem Vordach stehen, sprich sie ist konstruktiv etwas geschützt aber der Witterung trotzdem ganzjährig ausgesetzt. Also mache ich mir gerade ein paar Gedanken wie ich die Fichtenbretter etwas langlebiger machen kann? Ich dachte daran die Bretter abzuflammen und auszubürsten (Stichwort Shou Sugi Ban), einerseits wegen der Optik andererseits wegen der Dauerhaftigkeit. Wie stark in etwa sollte ich die Bretter abflämmen um eine thermische Behandlung zu erzielen? Müssen die Bretter komplett verkohlt sein an der Oberfläche? Und kann ich den Ruß trotzdem ausbürsten um einen Niveauunterschied zwischen Früh- und Spätholz zu bekommen?
Außerdem bin ich gerade auf der Suche nach einem geeigneten Lack um die Bank noch langlebiger zu machen? Bräuchte dazu mal eure Erfahrungen bzw. Tipps.

So das wars fürs erste eigentlich mit meinen Fragen anbei lade ich noch eine Skizze hoch damit ich wisst wie die Bank in etwa aussehen soll. Die beiden Rundhölzer werden noch weiter an den Rand versetzt da bin ich erst nach dem zeichnen draufgekommen dass das über aussieht.

Liebe Grüße
euer Heimwerker König :saegen:
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Brandmeister
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Re: Hochzeitsgeschenk

Beitrag von Brandmeister » 14. Sep 2018, 00:11

-Tim_Taylor- hat geschrieben:
13. Sep 2018, 22:02
Wie dick sollten die Bretter den mindestens sein damit 2 Erwachsene in Ruhe sitzen können? Im Bauhaus haben die Bretter durchschnittlich eine Dicke von 2,5 cm.
Habe neulich auch eine Bank - allerdings für drinnen - aus 25 mm Fichtenbrettern gebaut. Sollte auch bei zwei kräftig gebauten Personen ausreichen. Je nachdem, wie weit die Rundhölzer noch nach außen kommen ein ein Brett oder Flachstahl orthogonal zur Richtung der Bretter mittig unter der Sitzfläche verschrauben, das vermindert das Durchbiegen.
-Tim_Taylor- hat geschrieben:
13. Sep 2018, 22:02
Die Rückenlehne habe ich mir ähnlich vorgestellt nur mit 4 Brettern und einem Winkel von 3-4°, ist das zu viel oder zu wenig? Möchte es etwas gemütlicher als 90° haben.
Du kannst mit bis zu 15° rechnen.

Bezüglich Dauerhaftigkeit:
Da können andere Leute hier bessere Ratschläge geben. Ich persönlich würde zumindest auf Kiefer ausweichen. Die ist meines Wissens witterungsbeständiger als Fichte.

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michaelhild
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Re: Hochzeitsgeschenk

Beitrag von michaelhild » 14. Sep 2018, 07:02

Moin,

eigentlich wichtiger als ein besseres Holz (wobei Kiefer schon dauerhaftiger ist als Fichte/Tanne), ist der konstruktive Holzschutz. Sprich es darf kein Wasser stehen bleiben und das Holz darf auch nicht in diesem baden.
Von daher würde ich da noch Füße drunter bauen, muss nicht hoch sein, paar Millimeter reichen.

Zum Flämmen kann ich nichts beitragen. Lack käme für mich nicht in Frage, eher eine Dünnschichtlasur oder ein Öl.

Neigung 3-4° halte ich für zu wenig, 15° aber schon deutlich zu viel. Ich würde da was zwischen 5 und 10° anpeilen. Du kannst ja ein bequemes Möbel vermessen, was da an Lehnenneigung vorhanden ist.

Ich finde nur die Dimensionen vom dicken Stamm, schmalen 50mm Brettern und 30mm Luft nicht passend. Zudem könnten 30mm Luft unbequem werden, sitzt man ja wie auf nem Gitter. Das würde ich nochmal überdenken. So eine Bank mit Stämmen soll ja eher wuchtig wirken und dann so schmale Bretter.
Grüße Micha

Mein Holzblog:
http://michael-hild.blogspot.com

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-Tim_Taylor-
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Re: Hochzeitsgeschenk

Beitrag von -Tim_Taylor- » 14. Sep 2018, 11:05

Vielen dank für eure raschen Antworten,
Brandmeister hat geschrieben:
14. Sep 2018, 00:11
Habe neulich auch eine Bank - allerdings für drinnen - aus 25 mm Fichtenbrettern gebaut. Sollte auch bei zwei kräftig gebauten Personen ausreichen. Je nachdem, wie weit die Rundhölzer noch nach außen kommen ein ein Brett oder Flachstahl orthogonal zur Richtung der Bretter mittig unter der Sitzfläche verschrauben, das vermindert das Durchbiegen.
Also ich werde vermutlich doch auf Lärche umsteigen, bekomme beim OBI Lärchenbretter mit 20mm x 95mm und 2m Länge. Die Rundhölzer werden vermutlich 1,10m auseinander stehen sodass auf jeder Seite noch 20cm überstand sind. Eventuell werde ich noch einen Flachstahl zur Unterstützung anbringen.
Brandmeister hat geschrieben:
14. Sep 2018, 00:11
Freundliche Warnung:
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Dankeschön habe meinen Fehler korrigiert.
michaelhild hat geschrieben:
14. Sep 2018, 07:02
eigentlich wichtiger als ein besseres Holz (wobei Kiefer schon dauerhaftiger ist als Fichte/Tanne), ist der konstruktive Holzschutz. Sprich es darf kein Wasser stehen bleiben und das Holz darf auch nicht in diesem baden.
Von daher würde ich da noch Füße drunter bauen, muss nicht hoch sein, paar Millimeter reichen.
Wie oben schon erwähnt sind die Lärchenbretter 95mm Breit und ich würde einen 10mm Spalt lassen um das Wasser von der Sitzfläche abzuleiten. Dann sitzt man nicht ganz so auf einem Gitter und es wirkt deutlich massiver denke ich.
Bei den Füßen bin ich mir nicht ganz so sicher wie ich das am besten anstelle, eventuell auch aus Flachstahl und eingeschlitzt.
michaelhild hat geschrieben:
14. Sep 2018, 07:02
Zum Flämmen kann ich nichts beitragen. Lack käme für mich nicht in Frage, eher eine Dünnschichtlasur oder ein Öl.

Neigung 3-4° halte ich für zu wenig, 15° aber schon deutlich zu viel. Ich würde da was zwischen 5 und 10° anpeilen. Du kannst ja ein bequemes Möbel vermessen, was da an Lehnenneigung vorhanden ist.
Was für eine Lasur oder Öl würdest du mir denn empfehlen? Hab da leider noch nicht so viel Erfahrung.
Bei der Neigung werde ich mich an einem bequemen Möbel orientieren.

Dankeschön nochmals für eure Tipps und einen schönen Freitag noch. :saegen:

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Re: Hochzeitsgeschenk

Beitrag von Brandmeister » 14. Sep 2018, 15:46

Mal anders herum gefragt: Was haben die Rundhölzer für einen Durchmesser? Mir kommen 20 cm Überstand bei der Sitzfläche immer noch recht üppig vor.
michaelhild hat geschrieben:
14. Sep 2018, 07:02
Neigung 3-4° halte ich für zu wenig, 15° aber schon deutlich zu viel. Ich würde da was zwischen 5 und 10° anpeilen. Du kannst ja ein bequemes Möbel vermessen, was da an Lehnenneigung vorhanden ist.
Ich habe diese Quelle
zu Grunde gelegt. Da steht:
Der richtige Sitzwinkel liegt zwischen 95 und 105 Grad...
Davon ausgehend, dass eine aufrechte Lehne 90° Neigung zum Boden hat komme ich hier auf 5 bis 15°. Aber ich gebe michaelhild dahingehend recht, dass bequem ein sehr subjektives Empfinden ist. Also versuch vielleicht sogar, heimlich ein Sitzmöbel zu vermessen, dass das angehende Ehepaar für bequem hält.

Bezüglich Öl oder Lasur:
Ich halte mich da zumeist an die Öle von Osmo. Müssen nur dünn aufgetragen werden und halten eine ganze Weile. Wenn die Bank so wie beschrieben unter einem Vordach steht, ist sie ja einigermaßen vor direkter Bewitterung geschützt.
Die Physik gewinnt immer!

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