Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

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Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Redaktion » 23. Jan 2017, 22:09

Qualität braucht ihren Preis − um den künftig zu erzielen hat Mafell mit seinem neuen Powershop-System zu Jahresbeginn ein preisgebundenes Vertriebsmodell eingeführt.

Siehe: Mafell Powershop-System

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HeikoB
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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von HeikoB » 23. Jan 2017, 22:57

Ist es jetzt doch legal seinen Händlern den Verkaufspreis vorzuschreiben? Ich dachte Festool wäre genau deswegen zu einer Millionenstrafe verdonnert worden :kp:

Gruß Heiko

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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Do-it-myself » 24. Jan 2017, 00:04

Ich kann den Schritt schon verstehen. Manche Händler haben die Arbeit den Kunden zu beraten, die Produkte zu erklären, manche Onlinehändler haben eine gescheite Produktbeschreibung wo auch die Tatsächlichen Eigenschaften mit dem Gerät übereinstimmen und es danach noch einen Service gibt.

Und einige "rotzen" das Produkt einfach ins Netz und erzielen die Verkäufe durch den günstigsten Preis.

Aber ich finde es auch fragwürdig mit der Preisbindung. Aber da es bereits schon seit einem Jahr in den Niederlande läuft und die auch zur EU gehören, scheint es wohl rein rechtlich keine Probleme zu geben.

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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Dirk » 24. Jan 2017, 00:14

Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, sind keine Bücher.

Wenn Mafell den Preis bestimmen will, sollen sie halt selbst verkaufen. Ob ein Händler gut oder schlecht ist, entscheidet nicht nur der Preis. Ob ich aber Beratung brauche oder nicht, das entscheide ich als Kunde. Mafell greift massiv in den Markt ein.
Eine Lose-Lose-Win-Situation: Händler und Kunden verlieren, einzig Mafell gewinnt:
Ein Händler kann weder durch Beratung punkten noch einem "guten" Kunden, der viel einkauft, einen Anreiz bieten, ein Kunde hat noch weniger Grund, beim Händler zu kaufen, der u.U. im Problemfall "Mucken" macht, online ist einfacher und oftmals schneller.

Hinzu kommt: auch ich bin mir nicht sicher, ob eine solche Preisbindung legal ist. Ich tendiere derzeit zu "Nein, ist sie nicht".
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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von H.-A. Losch » 24. Jan 2017, 01:00

Der Trick ist, dass die Ware im Handel weiterhin Mafell gehört und Mafell auch das wirtschaftliche Risiko trägt. Deshalb kann Mafell auch den Preis festlegen, ohne mit den Gesetzen in Konflikt zu kommen. Der Händler verkauft die fremde Ware und erhält dafür eine Provision.
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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Do-it-myself » 24. Jan 2017, 01:01

Sicherlich wird am Ende der Markt entscheiden.
Wenn ich ein vergleichbares Produkt für weniger Geld bekomme, wird Mafell auf mittelfristige Sicht weniger verkaufen und irgendwann...

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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von ric » 24. Jan 2017, 08:17

Dirk hat geschrieben:Wenn Mafell den Preis bestimmen will, sollen sie halt selbst verkaufen.
Das wäre natürlich auch möglich, nur dann verdienen halt die Fachhändler nichts mehr, für die Kunden gäbe es vermutlich erheblich weniger Anlaufstellen und der Vergleich mit anderen Marken im gleichen Geschäft würde entfallen.
Dirk hat geschrieben:Eine Lose-Lose-Win-Situation: Händler und Kunden verlieren, einzig Mafell gewinnt:
Ein Händler kann weder durch Beratung punkten noch einem "guten" Kunden, der viel einkauft, einen Anreiz bieten, ein Kunde hat noch weniger Grund, beim Händler zu kaufen, der u.U. im Problemfall "Mucken" macht, online ist einfacher und oftmals schneller.
Das kann ich nicht recht nachvollziehen. Ob Mafell dabei gewinnt oder verliert, hängt von den Einkaufspreisen der Händler, den mit diesem System vermutlich verbundenen Fixkosten (dazu komme ich gleich noch) und nicht zuletzt von der Umsatzentwicklung ab.

Auf jeden Fall kann ein Händler gerade so mit Beratung und Service punkten, da Händler mit schlechterem Service das nicht über den Preis wettmachen können.
H.-A. Losch hat geschrieben:Der Trick ist, dass die Ware im Handel weiterhin Mafell gehört und Mafell auch das wirtschaftliche Risiko trägt. Deshalb kann Mafell auch den Preis festlegen, ohne mit den Gesetzen in Konflikt zu kommen. Der Händler verkauft die fremde Ware und erhält dafür eine Provision.
Im Artikel heißt es ja:
" Die Produkte werden vom Handel weiterhin in eigenem Namen verkauft, das hiermit verbundene Risiko verbleibt aber nun beim Hersteller." Provisionsverkauf verstehe ich anders. Und was mich interessieren würde, welche Risiken nimmt Mafell dem Fachhändler ab? Zahlt Mafell feste Miete für den Shop-im-Shop? Zahlt Mafell einen festen Betrag für die Personalkosten unabhängig vom Verkaufserfolg? Wer trägt das wirtschaftliche Risiko, daß der Händler die Marke verliert (z. B. wenn er zu wenig verkauft)?
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kulturpaeda

Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von kulturpaeda » 24. Jan 2017, 09:38

Servus,

die Hersteller suchen krampfhaft nach neuen Wegen, ihre Ware an den MANN zu bringen.
Hat man ja auch an dem PROCATO Projekt gesehen.
Dieses ist nun aber gescheitert.
Wie wahrscheinlich ist es, dass das Mafell Powershop-System von Erfolg gekrönt sein wird?
Ich beobachte anhang einiger Mafell Produkte den Markt.
Die Preiserhöhungen von Mafell zum Jahresanfang sind mehr als unverschämt.
Was die für einen Akkuschrauber oder Akkusäge aufrufen, Wahnsinn.

Mal schauen, was der Kunde dazu sagt...

Gruß

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Alfred
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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Alfred » 24. Jan 2017, 10:56

Redaktion hat geschrieben:Qualität braucht ihren Preis − um den künftig zu erzielen hat Mafell mit seinem neuen Powershop-System zu Jahresbeginn ein preisgebundenes Vertriebsmodell eingeführt.
lösen wir nur Probleme die wir selber haben..... :lol:
es gibt keine Probleme, nur versteckte Lösungen

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Re: Mafell: Die Wiedererfindung der Preisbindung

Beitrag von Dirk » 24. Jan 2017, 11:51

kulturpaeda hat geschrieben:Hat man ja auch an dem PROCATO Projekt gesehen.
Dieses ist nun aber gescheitert.
Hat man das? Ich hab da noch nie was von gehört, was soll das sein?
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