Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auch?

Hier geht es um Elektrowerkzeuge und ihre Anwendung

Moderatoren: Dirk, Dominik Liesenfeld

Schlorg
Beiträge: 1170
Registriert: 12. Jan 2013, 19:35
Wohnort/Region: Erding
Wohnort: Lk. Erding
Kontaktdaten:

Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auch?

Beitrag von Schlorg » 18. Mär 2013, 14:00

Hallo,

ich habe folgendes Problem, was sich wohl einfach mangels Erfahrung, Verständniß und Kenntnis für mich nicht so einfach lösen lässt… wenn man es schon mal gemacht hat wahrscheinlich aber nur ein Klacks…

Ich hab die letzten Tage schon mehrmals gegoogelt und auch hier im Forum geschaut und mittlerweile ist mir das Prinzip schon wesentlich klarer geworden, ich würde es nur gerne mit eurer Hilfe noch einmal verifizieren.

Folgendes:
Ich habe eine alte Tischbohrmaschine, wohl so 15 Jahre alt... es ist wohl so ein Billigteil, welches auch heute noch in fast unveränderter Bauform von Ferm, Interkrenn und Einhell erhältlich ist. Für meine Zwecke bis dato aber ausreichend. Montiert ist ein normales Zahnkranzbohrfutter. Ich erinnere mich, dass das Bohrfutter früher, als die Maschine noch bei meinem Opa in der Werkstatt stand, öfters mal von selbst abgefallen ist.. Das Bohrfutter hat irgendwas mit 1,5-13mm und B16 eingeprägt

Nun hab ich bei Ebay für ~ 10 Euro eine alte AEG Winkelbohrmaschine erstanden... darauf montiert ist ein Bohrfutter von der Fa. Albrecht mit den Kennwerten:
" 1/32 - 1/2 - Albrecht Germany - 1-13mm "

Da das Bohrfutter fast neu ist und die Winkelbohrmaschine bei mir wohl nur selten zum Einsatz kommt, die Tischbohrmaschine dafür sehr oft verwendet wird, würde ich die Bohrfutter gerne austauschen.

Es werden jetzt wohl einige sagen, dass dies Perlen vor die Säue sind, aber über kurz oder lang werde ich mir auch einen neue Tischbohrmaschine beschaffen, welcher dann eher der Qualität des Bohrfutters entspricht, für mich ist es erstmal nur wichtig ein Schnellspannbohrfutter an der TBM zu haben. :)
Ich habe jetzt mal die beiden Morsekegel der Bohrmaschinen mit der Schiebelehre vermessen. Die Ergebnisse sind in der „Grafik“ die ich angehängt habe zu sehen.

Es müsste doch eigentlich so laufen, dass die beiden Morsekegel jeweils in der Bohrmaschine verbleiben und ich jeweils nur das Bohrfutter demontiere. Wenn ich die von mir ermittelten Maße mit der Tabelle bei Wikipedia vergleiche, dann entsprechen diese am ehesten einer Bohrfutteraufnahme „MK2“… sehe ich das richtig?

Wenn dem so ist und ich die Bohrfutter einfach nur demontieren muss, dann wäre die nächste interessante Frage, wie ich dies am besten anstelle. Es wird für mich wohl nichts an sogenannten Abtreibkeilen / Abdrückgabel vorbeiführen oder? Ich hab gesehen, dass es sowas von der Fa. Albrecht gibt und auch von Fein hat solche Abdrückkeile.
Wie macht Ihr das immer? Geht’s auch ohne Zuhilfenahme eines solchen Werkzeugs oder ist die Gefahr einer Beschädigung groß? Das Albrech Bohrfutter hat nochmal einen „Ring“ der mit einer Schraube zusammengespannt wird. Wofür ist denn der genau? (Hab ich mal rot markiert)

Ich werde mal herumfragen, ob irgendwer im Bekanntenkreis eine solche Abdrückgabel hat… zur Not muss ich halt eine Kaufen und dann bei Ebay wieder weiter verscheppern.

Wenn das Bohrfutter ab ist, wie bekomme ich dann das andere wieder fest sitzend drauf? Ich habe an mehreren Stellen gelesen, dass man das Bohrfutter im Backofen leich erwärmen sollte und dann mit einem leichten Schlag montieren. Das würde mir soweit einleuchten.

Es tut mir leid, dass ich jetzt vielleicht etwas weit ausgeholt habe. Ich würde mich trotzdem sehr über eure Unterstützung freuen.

Viele Grüße aus Erding,

Dave
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
Alfred
Beiträge: 13508
Registriert: 13. Jan 2004, 21:01
Wohnort/Region:
Wohnort: Gauting bei München

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von Alfred » 18. Mär 2013, 14:32

B16 ist der Aufnahmekonus des Futters, MK2 die Aufnahme des Dorns in der TBM wenn diese eine Welle mit MK2 Aufnahme hat, es konnte auch sein dass die Welle durchgehend ist und unten nur den B16 hat.
Montiert wird es mit einem guten nicht zu kräftigen Schlag, Flächen suber und fettfrei machen.
So z.B.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
kein Soja- Rindfleisch- und Holzimport zum Schutz der Regenwälder

Benutzeravatar
H. Gürth
Beiträge: 12368
Registriert: 3. Feb 2004, 00:07
Wohnort/Region:
Wohnort: MKK

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von H. Gürth » 18. Mär 2013, 15:41

Die alte AEG hat im Getriebkopf eine Aufnahme MK1
Das Bohrfutter sitzt auf einem Kegeldorn mit entsprechend MK1.

Ist das Futter schon demontiert worden ?
Nichts wissen macht nichts.
..........und mich gar nicht erst fragen !

Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.

Schlorg
Beiträge: 1170
Registriert: 12. Jan 2013, 19:35
Wohnort/Region: Erding
Wohnort: Lk. Erding
Kontaktdaten:

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von Schlorg » 18. Mär 2013, 17:48

Ahhh! Dankeschön...

Also ist es, so wie ich das verstehe dann wohl so:

Winkelbohrmaschine hat Kegeldornaufnahme MK1. Tischbohrmaschine hat eine MK2 Aufnahme.

Für mein Vorhaben ist es aber lediglich relevant, dass beide Bohrfutter einen B16 Aufnahmekonus haben, was einen Austausch der beiden Futter dann möglich macht.

Hab ichs so richtig verstanden?

Nein, demontiert ist noch nichts... da ich ja, wie oben geschrieben noch nicht in der Lage war, die Bohrfutter zu entfernen.
Wenn dem so ist und ich die Bohrfutter einfach nur demontieren muss, dann wäre die nächste interessante Frage, wie ich dies am besten anstelle. Es wird für mich wohl nichts an sogenannten Abtreibkeilen / Abdrückgabel vorbeiführen oder? Ich hab gesehen, dass es sowas von der Fa. Albrecht gibt und auch von Fein hat solche Abdrückkeile.
Wie macht Ihr das immer? Geht’s auch ohne Zuhilfenahme eines solchen Werkzeugs oder ist die Gefahr einer Beschädigung groß? Das Albrech Bohrfutter hat nochmal einen „Ring“ der mit einer Schraube zusammengespannt wird. Wofür ist denn der genau? (Hab ich mal rot markiert)

Ich werde mal herumfragen, ob irgendwer im Bekanntenkreis eine solche Abdrückgabel hat… zur Not muss ich halt eine Kaufen und dann bei Ebay wieder weiter verscheppern.

Das wäre also, wenn ich jetzt mit obigem richtig liege, der nächste "springende Punkt"...

:thx:

Raubsau
Beiträge: 7809
Registriert: 11. Feb 2010, 12:33
Wohnort/Region:
Wohnort: Österreich

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von Raubsau » 18. Mär 2013, 18:43

Schlorg hat geschrieben:Für mein Vorhaben ist es aber lediglich relevant, dass beide Bohrfutter einen B16 Aufnahmekonus haben, was einen Austausch der beiden Futter dann möglich macht.
Genau so ises. Sollte aber am Albrecht-Futter ein anderer Kegel vorhanden sein könntest du dir immer noch einen passenden MK2-Dorn mit B12/B18/sonstwas-Kegel kaufen.

Eine Abdrückgabel kann man sich auch selbst feilen, für einmalige Verwendung genügt da ein schön rostiges Stück Flacheisen in passender Stärke :wink: mit Feile und Winkelschleifer ist sowas recht schnell erledigt.
The results are as dramatic as putting a furious weasel in your underpants...

Benutzeravatar
H. Gürth
Beiträge: 12368
Registriert: 3. Feb 2004, 00:07
Wohnort/Region:
Wohnort: MKK

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von H. Gürth » 18. Mär 2013, 19:15

Hab ichs so richtig verstanden?
Ich fürchte nicht so richtig :cry:

Das Futter auf der AEG sitzt auf solch einem Kegeldorn.
Kegeldorn.JPG
An der Tischbohrmaschine mit dem Handkreuz die Pinole mal nach unten fahren und schauen ob in der Pinole solch eine Öffnung vorhanden ist.
Austreiböffnung.jpg
Wenn vorhanden hat die Maschine eine Konusaufnahme für Einsteckdorne wie oben.
Wenn nicht vorhanden ist der Bohrfutterkegel/das Zahnkranzfutter direkt auf der Welle.

Im nächster Schritt muss der Kegeldorn aus dem Albrecht Futter entfernt werden, um den Innenkegel des Albrecht zu ermitteln.
Vermutlich B12
Auf dem Futter dürften keine Angaben über den Kegel sein. Gestaltet sich aber etwas schwierig, da der Dorn schlecht gespannt werden kann.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Nichts wissen macht nichts.
..........und mich gar nicht erst fragen !

Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.

DerCaveman
Beiträge: 36
Registriert: 31. Jan 2013, 13:30
Wohnort/Region: Bochum

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von DerCaveman » 20. Mär 2013, 17:12

H. Gürth hat geschrieben:
Das Futter auf der AEG sitzt auf solch einem Kegeldorn.
Kegeldorn.JPG
An der Tischbohrmaschine mit dem Handkreuz die Pinole mal nach unten fahren und schauen ob in der Pinole solch eine Öffnung vorhanden ist.
Austreiböffnung.jpg
Wenn vorhanden hat die Maschine eine Konusaufnahme für Einsteckdorne wie oben.
Wenn nicht vorhanden ist der Bohrfutterkegel/das Zahnkranzfutter direkt auf der Welle.
Es gibt auch noch MK-Dorne mit Innengewinde, da wird der Konus per Schraube in die Welle gepresst.
H. Gürth hat geschrieben:Im nächster Schritt muss der Kegeldorn aus dem Albrecht Futter entfernt werden, um den Innenkegel des Albrecht zu ermitteln.
Vermutlich B12
Auf dem Futter dürften keine Angaben über den Kegel sein. Gestaltet sich aber etwas schwierig, da der Dorn schlecht gespannt werden kann.
Den braucht man eigentlich nicht spannen.
Die von Raubsau erwähnte Abdrückgabel schiebt man einfach zwischen Dorn und Bohrfutter.

Benutzeravatar
H. Gürth
Beiträge: 12368
Registriert: 3. Feb 2004, 00:07
Wohnort/Region:
Wohnort: MKK

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von H. Gürth » 20. Mär 2013, 17:21

Den braucht man eigentlich nicht spannen.
Die von Raubsau erwähnte Abdrückgabel schiebt man einfach zwischen Dorn und Bohrfutte
Da kann ich aber nur mal herzlich :rotfl: :rotfl: :rotfl:

Die AEG Maschine hat MK 1. Wenn der Kegeldorn vorne fürs Futter B12 hat, wird das etwas problematisch mit zwischen schieben.
Da ist nix :!:

Aber.....
solange der Fragesteller keine Einzelheiten bekannt gibt, ist alles nur :glaskugel:
Nichts wissen macht nichts.
..........und mich gar nicht erst fragen !

Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.

DerCaveman
Beiträge: 36
Registriert: 31. Jan 2013, 13:30
Wohnort/Region: Bochum

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von DerCaveman » 21. Mär 2013, 10:15

Falls der MK1 mit Anzuggewinde an der Maschine ist sollte es gehen.

Schlorg
Beiträge: 1170
Registriert: 12. Jan 2013, 19:35
Wohnort/Region: Erding
Wohnort: Lk. Erding
Kontaktdaten:

Re: Bohrfutter abdrücken/demontieren... wie? Passts dann auc

Beitrag von Schlorg » 21. Mär 2013, 10:18

Hallo,

dann möchte ich jetzt mal kurz berichten:

Es ist geschafft! :D

Tatsächlich hab ich die beiden Bohrfutter vergleichsweiße einfach mit einer selbstgebauten Abdrückgabel entfernen können... das war zwar ne einmalige Sache, denn das mir für den Bau der zur Verfügung stehenden Flacheisen war den auftretenden Kräften nicht gewachsen... aber es hat gerade so gereicht, dass mir das Bohrfutter vom Dorn "geploppt" ist bevor die Gabel zu verbogen war. Für das zweite Bohrfutter musste ich die Gabel dann nochmal abschneiden und neu konstruieren, hätte von dem Maßen her aber eh nicht gepasst.


Nachdem also die Bohrfutter von den Kegeldornen entfernt waren hab ich diese mit etwas Watte gereinigt und dann vermessen.. von den Maßen her waren beide genau Identisch, also wohl B16. Das montieren des Bohrfutters war dann auch nur noch ein leichtes! :D

Bei den paar gebohrten Testlöchern war jetzt mein empfinden nach auch die Bohrung präziser und der Rundlauf besser... wobei natürlich nach wie vor ein tolles Bohrfutter aus einer Unterklasse Maschine keine Alzmetall macht...


Auf jeden Fall vielen vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben um sich mit meinem Problem zu befassen. Ihr seid echt toll! :thx:


@H.Gürth:

Vielleicht haben wir etwas aneinander vorbeigeredet? Ich versteh noch nicht ganz, worauf Sie hinaus wollten.

Kann es vielleicht sein, dass der Vorbesitzer der Maschine den Kegeldorn einfach ausgetauscht hat?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Antworten