Wer kennt Edessö Oberfräser und kann über Qualität berichten

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the-white_rabbit
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Wer kennt Edessö Oberfräser und kann über Qualität berichten

Beitrag von the-white_rabbit » Sonntag 7. November 2004, 17:37

Hallo
wer kennt Oberfräser von Edessö und kann mir sagen was für erfahrungen er damit Gemacht hat?
Weil ich hab da bei ebay einige unterschiedliche angebote gesehen.

Danke für eure Antworten
MfG
Simon Illing

Werkzeug-Django
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Beitrag von Werkzeug-Django » Sonntag 7. November 2004, 18:32

Edessö gehört auf jeden Fall zu den Premium-Anbietern am Markt und stellt Fräser, Sägeblätter, Hobelmesser etc. auch für Markenlabels her. Zusammen mit ITP (ehemals Schumacher) der Mercedes unter den Fräserfabrikanten. Achte auf die grundlegenden Unterschiede zwischen HSS- und den preisintensivern HM-Fräsern, und Du kannst nix falschmachen.
Beste Grüße
keep on rolling
Werkzeug-Django

the-white_rabbit
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Beitrag von the-white_rabbit » Sonntag 7. November 2004, 20:53

Danke für die schnelle Antwort hatte an folgendes angebot gedacht http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... RK:MEWA:IT
die sind immer so unter 50 euro verkauft worden oder zum sofortkaufen für 60 euro
is doch ein guter Preis oder was hältst du davon, was darf so was kosten?

Mfg Simon Illing

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Sonntag 7. November 2004, 22:04

Hallo Werkzeug-Django,

30 Stück Hartmetallfräser, kosten in 1A Qualität um 1000€!!!

Oder bin ich blöd, wenn ich einen 12,7mm Radienfräser von Festo oder Metabo mit Anlauflager für 73€ nehme?
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Montag 8. November 2004, 00:53

Hi,
Dietrich hat geschrieben:Oder bin ich blöd, wenn ich einen 12,7mm Radienfräser von Festo oder Metabo mit Anlauflager für 73€ nehme?
hmm, - einen 'Marken'aufschlag wirst Du aber ganz sicher zahlen. Hast Du eigentlich, für den direkten Vergleich, bereits mal günstige Fräser angetestet ?

Gruß, hs

MarkusS
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Beitrag von MarkusS » Montag 8. November 2004, 10:03

Hi,

ich habe mir vor einiger Zeit auch so ein Edessö-Fräserset aus eBay zugelegt. Rein aus Neugier was man da für EUR 60,-- bekommt, normalerweise fräse ich mit Festool- oder Elu-Fräsern (HM/HW).

Meine Eindrücke sind etwas durchwachsen. Bei einem der Radien-Fräser hat es relativ schnell das Anlaufkugellager zerlegt - da drehte sich nix mehr. Bei einem Nutfräser schien der Schaft etwas schlank geraten zu sein, den bekam ich nicht für Geld und gute Worte in der Spannzange fest.

Ansonsten konnte man mit den Fräsern durchaus fräsen, allerdings waren die Resultate mit meinen "Qualitätsfräsern" besser i.S.v. saubererer Oberfläche und höherer Vorschubgeschwindigkeit - letzteres ist subjektiv.

Getestet habe ich an div. Reststücken Buchenleimholz die ich noch übrig hatte mit der Festool OF 1010 EBQ.

Ich habe nicht alle Fräser aus dem Set getestet, nur die bei denen ich vergleichbare Fräser da hatte.

Gruss
Markus

RRS
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Beitrag von RRS » Montag 8. November 2004, 11:24

Hallo,

kann Markus nur Recht geben. Eindruck durchwachsen! Gegenüber Markenfräsern schlechterer Schnitt, teilweise verbranntes Holz. In jedem Fall kommt man langsamer voran und hat nacharbeit.

Besondes schlecht - die Stirnschneiden der Nutfräser gehen nicht über den ganzen Durchmesser. Entsprechend schlecht ist das Ergebnis beim Eintauchen Dünne Nutfräser (6 mm) haben einen stufigen Übergang zum 8er Schaft. Das ist eine regelrechte Sollbruchstelle.

Mit den Kugellagern hatte ich noch keine Probleme.

Noch ein Beispiel: neuer 12er HM-Nutfräser erster Wahl. Angefasst und in den Finger geschnitten. Also wirklich scharf. Das ist mir mit den billigeren Modellen nie passiert.

Fräse wie bei Markus: Festool OF 1010 EBQ

Gruss

Rolf

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Montag 8. November 2004, 17:21

Hallo Hs und die Anderen,

um Deine Frage noch zu beantworten, nein regelrechte Billigfräser hatte ich noch nie drin, aus gesundheitlichen Gründen, denn immerhin dreht meine OF 1229 über 25000 U/min.
Ich hatte einige Bosch Fräser ganz zu Anfang, weil man die im Laden direckt mitnehmen konnte, Metabo und Festo-Fräser mussten bestellt werden.

Diese Bosch-Fräser machten einige Meter, dann ließen sie schon deutlich nach, ich merkte dies am nur noch reduziert möglichen Vorschub!

Einen KWB-Fräser habe ich auch noch, auch der ist nicht von der excellenten Qualität wie die Fräser aus dem Festo und Metabo-Sortiment.
Aber er ist zu gebrauchen!

Es macht keinen Spass mit 2. oder 3. klassischen Fräsern zu arbeiten, deshalb beisse ich in den sauren Apfel und kauf mir halt die guten Fräser für gutes Geld!
Einige der wirklich teuren Fräser mit Anlauflager habe ich schon 12 Jahre, die lagen damals um 125-140 DM per Stück.
Mit denen sind aber schon Kilometer gefräst worden, kein Witz.

Gruß Dietrich
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Montag 8. November 2004, 20:23

Hi,

nun, - ich kann in Sachen Holzbearbeitung nicht auf die Erfahrung des einen oder anderen zurückgreifen, also nur berichten, was ich bisher gesehen habe :
- das die Schäfte zu klein sind, dürfte wohl eine extreme Ausnahme sein - zumindest die Schäfte meiner Baumarktfräser sind alle exakt 8mm im Durchmesser
- die Übergänge Fräskörper/Schaft sind auch mit Radius versehen, keine 'Sollbruchstelle'
- die Qualität durch den 'Fingerschnitt' zu beurteilen halte ich für gewagt, schließlich ist der Keilwinkel relativ groß, weshalb man sich vermutlich nur durch eine ungeschickte Handhabung überhaupt schneiden kann. Jedenfalls sind auch bei den Billigfräsern alle Winkel an der Schneide geschliffen und damit besitzen auch diese keinen 'Radius' an der Schneidkante - sind also 'scharf'
- auf meiner Billigfräse steht 9000-30.000U/min, somit also noch mehr (zumindest theoretisch) als die aufgeführte Metabo

---
hätte ich meine 45°-Fasen mit einem Metabofräser fertigen wollen, hätte das nur unter Mühe und schlechtem Ergebnis geklappt, da deren 45°-Fasefräser lt. Prospekt einen Durchmesser von 24mm und eine Nutzbare Länge von 10mm bietet.
Festool bietet mit 11,5mm nutzbarer Länge etwas mehr (Stk. €46,38 )
Tja, - und mein Billigfräser aus dem 20tlg. Set satte 14mm nutzbare Länge - somit konnte ich in einem Zug problemlos meine 45°-Fasen an die 12mm starke MDF-Platte fräsen.
Und irgendwelche Abnutzungen sind an dem Teil nicht zu sehen (o.k. MDF ist weich - aber dafür ist der Fräser doch prima)
hier klicken

Möglicherweise besitzen die billigen Fräser (durchschnittl. Stückpreis im Set €1,-) keine so hohe Standzeit - das kommt dann auf die Qualität, bzw. auf den verwendeten Hartmetall-Typ an.

Gruß, hs

RRS
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Beitrag von RRS » Dienstag 9. November 2004, 11:21

Hallo!

Natürlich teste ich Fräser nicht durch Fingerschnitt, da muss mich jemand für ziemlich bescheuert halten und interpretiert das von mir Geschriebene mit Absicht um!

Wenn die Fräse von hs 30.000 Touren dreht ist sie ein Sicherheitsrisiko, weil die meisten Fräser für solche Drehzahlen nicht ausgelegt sind. Mal gefragt: Welche Höchstdrehzahl haben denn die individuellen Fräser, welche Spezifikation hat denn die Fräse in Bezug auf den maximal zulässigen Fräserdurchmesser (nein, nicht den Schaft)? Und hier kommt das nächste Problem: auf den billigen Fräsern fehlen oft sämtliche Angaben zu Einspanntiefe, Höchstdrehzahl und die Sicherheits-Prüfzeichen. Zumindestens die ersten beiden Punkte sind nahezu gemeingefährlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Ware wohl eher von Unerfahrenen eingesetzt werden wird.

By the way - für eine 45°-Fase brauchts (mit einer gescheiten Fräse und dem passenden Zubehör) ganz bestimmt keinen langen 45°-Fräser. Da gibts wahrlich Eleganteres. Und billiger dazu, weil man eben keinen speziellen Fräser braucht. Nun soll aber jeder sein Geld rausschmeissen wie und wo er will.

Sämtliche mir bekannten Billigfräser von (sagen wir mal 6mm bei 8er Schaft) haben keine anständigen Übergänge zwischen Schneidbereich und Schaft. Sie sind einfach abgedreht und die Schneiden eingesetzt. Hier genau liegt die bruchgefährdete Stelle und eine kleine Verrundung bringt so gut wie nichts. Der Übergang muss fliessend sein. das ist aber aufwendig zu schleifen, somit teuer! Und richtig sowieso nur mit Vollhartmetall möglich. Bezug auf folgende Marken: Edessö, Wolfcraft, Craftomat. Hinzu kommt noch das schon genannte Problem mit den unvollständigen Grundschneiden.

Zur Fräsqualität: die noch vorhandenen Billigfräser nehm ich noch zum Schruppen. Schon nach kurzer Zeit wurde das Kantenschnittbild deutlich schlechter - z.B. werden bei Kiefer Spätholzfasern teilweise nicht mehr richtig abgetrennt. Das geschieht mit guten Fräsern nicht, die Kanten sind sauber. Also entfällt Nacharbeit. Demnächst werde ich mir mal einen Wendeplattenfräser zulegen. Mal sehen!

Wie schon mal gesagt, ich hab nicht genug Einkommen um mir Schrott leisten zu können. Ich kann mit im Übrigen auch nur schwer vorstellen, dass jemand, der schon mal mit richtigem Werkzeug gearbeitet hat, dieses nicht auch wieder den Billigprodukten vorzieht.

Wo liegt also der Vorteil des Billigprodukts? Dass man den uninformierten Kunden aufgrund des niedrigen Preises leichter überreden kann? Dass derselbe Kunde - weil nicht fachkundig - schlechte Ergebnisse zumeist auf seine Unfähigkeit und nicht auf das Werkzeug zurückführen wird? Damit wäre der Vertrieb solcher Produkte ziemlich risikolos - so was wie eine Lizenz zum Geld drucken. Also folgt daraus - es gibt jemanden, der einen Vorteil vom Billigprodukt hat. Nur - der Käufer wirds kaum sein.

Die Diskussion hier möchte ich aber für meinen Teil beenden. Da kommt nichts bei rum. Meine (leidvollen) Erfahrungen mit Billigprodukten hab ich hinter mir. Mehr davon - nein danke!

Gruss

Rolf

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