Wer kennt Edessö Oberfräser und kann über Qualität berichten

Hier geht es um Elektrowerkzeuge und ihre Anwendung

Moderatoren: Dirk, Dominik Liesenfeld

hs

Beitrag von hs » Dienstag 9. November 2004, 15:37

Hi,
RSS hat geschrieben:Natürlich teste ich Fräser nicht durch Fingerschnitt, da muss mich jemand für ziemlich bescheuert halten und interpretiert das von mir Geschriebene mit Absicht um!
nö - aber wenn Du das als 'Vorteil' schreibst, daß man sich dran schneiden kann, so trifft das eben auf beide Versionen zu.
Wenn die Fräse von hs 30.000 Touren dreht ist sie ein Sicherheitsrisiko, weil die meisten Fräser für solche Drehzahlen nicht ausgelegt sind.
aha - beim prof. Hersteller Famag sind die wenigsten Fräser für die Drehzahlen Deiner Festool oder der Metabo ausgelegt. Ist jetzt Deine Fräse ein Sicherheitsrisiko ?
Mal gefragt: Welche Höchstdrehzahl haben denn die individuellen Fräser, welche Spezifikation hat denn die Fräse in Bezug auf den maximal zulässigen Fräserdurchmesser (nein, nicht den Schaft)? Und hier kommt das nächste Problem: auf den billigen Fräsern fehlen oft sämtliche Angaben zu Einspanntiefe, Höchstdrehzahl und die Sicherheits-Prüfzeichen. Zumindestens die ersten beiden Punkte sind nahezu gemeingefährlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Ware wohl eher von Unerfahrenen eingesetzt werden wird.
na ja, da hast Du sicher nicht ganz unrecht - aber Du stehst vor genau dem selben Problem, wenn Du einen Fräser mit großem Durchmesser (z.B. von Famag) kaufst. Denn die direkt an der Maschine eingestellte Drehzahl kannst Du sicher auch nicht ablesen, oder ?
By the way - für eine 45°-Fase brauchts (mit einer gescheiten Fräse und dem passenden Zubehör) ganz bestimmt keinen langen 45°-Fräser. Da gibts wahrlich Eleganteres.
aha ... natürlich gibt es eleganteres und schnelleres als einen Fräser mit 45°-Winkel in die Fräse zu spannen und dann damit die Fase an das Werkstück zu fräsen. .... hmm - dann erkläre mir mal, warum die Hersteller solche Fräser überhaupt anbieten ?

Aber mach mich mal schlau, ich bin ja lernfähig - wie hättest Du denn die 45°-Schräge hier eleganter und schneller ohne Fräser mit Lager angearbeitet : hier klicken
Und billiger dazu, weil man eben keinen speziellen Fräser braucht. Nun soll aber jeder sein Geld rausschmeissen wie und wo er will.
billiger wäre auch eine Feile .... oder eine Fase abbeißen. Aber das hat alles so seine Tücken ;-)
Sämtliche mir bekannten Billigfräser von (sagen wir mal 6mm bei 8er Schaft) haben keine anständigen Übergänge zwischen Schneidbereich und Schaft. Sie sind einfach abgedreht und die Schneiden eingesetzt. Hier genau liegt die bruchgefährdete Stelle und eine kleine Verrundung bringt so gut wie nichts. Der Übergang muss fliessend sein. das ist aber aufwendig zu schleifen, somit teuer! Und richtig sowieso nur mit Vollhartmetall möglich.
richtig ist, daß ein Radius die Kerbwirkung vermindert - deswegen ist zwischen Einspannschaft und dem Körper, welche die Hartmetallschneiden trägt, auch bei den billigen Fräsern ein Radius.
Das andere, was Du da schreibst ist nicht richtig !
Vollhartmetall ist nicht für jede Anwendung besser, da dieses Material hart, aber eben auch nicht so flexibel ist (zudem wird für Holzbearbeitung eigentlich Qualität der K-Klasse eingesetzt - sehr hart, dafür aber sehr unflexibel und bruchgefährdet), u.a. verwendet man bei Hartmetallen als Träger immer weicheres Material, welches die im Betrieb auftretenden Stöße aufnehmen kann und so die geringe Biegefestigkeit des Hartmetalls ausgleicht.
Bezug auf folgende Marken: Edessö, Wolfcraft, Craftomat. Hinzu kommt noch das schon genannte Problem mit den unvollständigen Grundschneiden.
mit den Grundschneiden hast Du möglicherweise Recht (wobei man auf der Festool-Website diese, wegen ungünstiger Darstellung, nicht erkennen kann (beim Hersteller Famag gibt es Nutfräser mit Bohrschneide - ich vermute, das wäre eigentlich das richtige Werkzeug zum Tauchen ... wenn man schon richtig Geld ausgeben möchte ... preislich mit Festool identisch)
Zur Fräsqualität: die noch vorhandenen Billigfräser nehm ich noch zum Schruppen. Schon nach kurzer Zeit wurde das Kantenschnittbild deutlich schlechter - z.B. werden bei Kiefer Spätholzfasern teilweise nicht mehr richtig abgetrennt. Das geschieht mit guten Fräsern nicht, die Kanten sind sauber. Also entfällt Nacharbeit. Demnächst werde ich mir mal einen Wendeplattenfräser zulegen. Mal sehen!
ich hatte ja bereits erwähnt - es ist gut möglich, daß die Hartmetallqualität der günstigen Fräser schlechter ist (ich schreibe kann, weil man in China auch nicht dumm ist - und weiß wie man Hartmetalle herstellt - ... und ich glaube nicht, daß Festool oder Metabo ihre eigenen Schneidplatten herstellen - das wird auch nur angekauft und der eigene Stempel draufgepappt)
Wie schon mal gesagt, ich hab nicht genug Einkommen um mir Schrott leisten zu können. Ich kann mit im Übrigen auch nur schwer vorstellen, dass jemand, der schon mal mit richtigem Werkzeug gearbeitet hat, dieses nicht auch wieder den Billigprodukten vorzieht.
das kommt drauf an - denn auch hochwertige, teure Werkzeuge gehen irgendwann kaputt - je nach Anwendung früher oder später.
Und manchmal ist der Haltbarkeits-Unterschied wirklich sehr gering - und ist nur lohnenswert für denjenigen, der bereit ist für einen deutlich höheren Preis, etwas bessere Haltbarkeit zu erhalten.
Man muß halt entscheiden, wann es sich lohnt mehr Geld auszugeben - und wann eher nicht.

Gruß, hs

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 9. November 2004, 17:13

Hallo Hs,

zu Metabo Fräsern möchte ich sagen, das alle großen Fräsköpfe, die ich von Metabo habe, also ich meine jetzt die für die TF, kommen von Leitz.
Mir wurde ebenfalls mal mitgeteilt das Leitz Hauslieferant von Metabo sei, was Fräser angeht.
Daraus schließe ich, das auch die OF-Fräser von Leitz stammen!

Alle Nutfräser von Metabo sind Grundschneidend!
Übrigens auch die Nutfräser die ich bisher von Festo hatte, können das!

Bisher habe ich keinen meiner hochwertigen Fräser zweimal kaufen müssen, trotz teilweise intensiver Nutzung!
Ausnahme hiervon, sind die beiden Festo-Fräser zum Gratnut bzw. Gratzinkenfräsen, und den 10mm Nutfräser zum Fingerzinken.
Dazu muß ich sagen das ich seit 1992 alle, und ich meine wirklich alle selbstgefertigten Schubladen mit Finger- oder Schwalbenschwanzzinken gefertigt habe. Es dürften seither zwischen 60 und 100 Schubladen gewesen sein, also 240-400 Verbindungen, die mit den beiden o.g. Fräsertypen gefräst worden sind. Außerdem eine große Zahl an Gratnuten.

Wer einmal eine Gratnut, und die wird aus dem Vollen gefräst, in einem Arbeitsgang (6-8mm tief und 14,3mm breit), gefräst hat, der weiß das auch der beste Fräser bei dieser Belastung nicht ewig hält.

Die beiden Fräser wurden 3mal erneuert!
Gruß Dietrich

www.holz-seite.de

Werkzeug made in Germany, eine Klasse für sich

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Alfred
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Beitrag von Alfred » Dienstag 9. November 2004, 17:27

Also ich habe früher die Fräser immer von Guhdo gekauft und war zufrieden, da ich nicht so viel damit gemacht habe kann ich über die Qualität nicht viel sagen. Ich habe aber mitbekommen dass Profis gerne diese Marke kaufen. Beim Metabo eigenen Zubehör war ich z.B. mit den Sägeblattern nicht so zufrieden, hier war Guh´do und Hawera deutlich besser. Bei der Metallverarbeitung nimmt man wenn man wirklich scharfe Schneiden braucht kein Hartmetall sondern einen legierten Stahl wie Hss Co 5 oder 8
kein Soja- Rindfleisch- und Holzimport zum Schutz der Regenwälder

hs

Beitrag von hs » Dienstag 9. November 2004, 17:43

Hi,
Dietrich hat geschrieben:Alle Nutfräser von Metabo sind Grundschneidend!
Übrigens auch die Nutfräser die ich bisher von Festo hatte, können das!
dann ist das natürlich klar ein Vorteil dieser Fräser (wobei man sich natürlich auch anders behelfen kann - z.B. klein vorbohren und dann z.B. an dieser Bohrung tauchen. Das ist sicher etwas zeitaufwendiger, aber durchaus machbar)
Bisher habe ich keinen meiner hochwertigen Fräser zweimal kaufen müssen, trotz teilweise intensiver Nutzung!
Ausnahme hiervon, sind die beiden Festo-Fräser zum Gratnut bzw. Gratzinkenfräsen, und den 10mm Nutfräser zum Fingerzinken.
wobei man für's Zinken eigentlich keine Schneiden an der Stirnseite benötigt ;-)
Dazu muß ich sagen das ich seit 1992 alle, und ich meine wirklich alle selbstgefertigten Schubladen mit Finger- oder Schwalbenschwanzzinken gefertigt habe. Es dürften seither zwischen 60 und 100 Schubladen gewesen sein, also 240-400 Verbindungen, die mit den beiden o.g. Fräsertypen gefräst worden sind. Außerdem eine große Zahl an Gratnuten.
ich will das auch überhaupt nicht in Abrede stellen - nur sind natürlich nicht alle darauf aus, in größerem Maße Möbel zu fertigen. Wenn man das vorhat, ist es ja eine ganz andere Sache (denke an meinen Vergleich zwischen Deinem und meinem Kompressor).
Wer einmal eine Gratnut, und die wird aus dem Vollen gefräst, in einem Arbeitsgang (6-8mm tief und 14,3mm breit), gefräst hat, der weiß das auch der beste Fräser bei dieser Belastung nicht ewig hält.
Die beiden Fräser wurden 3mal erneuert!
sach' ich ja - jedes Werkzeug gibt früher oder später nach. Für denjenigen, der größere oder schwerere Arbeiten vor sich hat, ist besseres Werkzeug auch die geeignetere Wahl. Ich wehre mich nur gegen pauschale Urteile man solle gleich zu vernünftigen Werzeugen greifen.
Aus gleichem Grund könnte man dann ja jemanden der nach Holz für's Regal fragt auch immer gleich zu Buche oder Eiche raten. Länger halten als Fichte wird es sicher ... und es ist auch stabiler .... aber als Keller-Regal kostenmäßig vermutlich etwas übertrieben ;-)

Gruß, hs
... in jedem Fall bin ich aber gespannt darauf, wie ich schneller und eleganter die 45°-Fasen an die Seiten der Innen-Nuten bekommen hätte ...

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 9. November 2004, 18:22

Hallo Hs,

vielleicht hat der Kollege eine TKS gemeint?
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Dienstag 9. November 2004, 19:49

Dietrich hat geschrieben:Hallo Hs,

vielleicht hat der Kollege eine TKS gemeint?
Hi,

vermute ich auch - allerdings muß es dann schon tatsächlich eine gute sein, denn dann ist man wirklich entweder auf einen großen Tisch ... (um einen Anschlag dort anzubringen) oder einen vernünftigen Schiebetisch angewiesen.
Allerdings klappt es selbst dann nicht bei innen liegenden Nuten oder wenn die Kontur Radien besitzt.
Und zweimal die Fase mit einem kleinen Fräser nacharbeiten wird ein ziemliches 'Gemurkse' - ohne einen Absatz in der Fase zu bekommen, dürfte das nicht klappen. Großartige Alternativen zu einem großen Fräser dürfte es somit nicht geben (sofern man keine stationäre Maschine ... oder gar eine mit schwenkbarem Kopf besitzt).
Bei einigen hier genannten Herstellern konnte ich auf deren Websites keine Produktinformationen finden, die anderen bieten nur kleinere Fräser - tja ... somit war der Kauf der Billigfräser sicher nicht soo schlecht (zumal ich seinerzeit um 19:00 losgefahren bin und noch am selben Abend die Fasen fräsen konnte ;-) )

Gruß, hs

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Beitrag von RRS » Mittwoch 10. November 2004, 11:59

Dietrich hat geschrieben:Hallo Hs,

vielleicht hat der Kollege eine TKS gemeint?
..wie schon gepostet, werde ich mich nicht mehr an der unsinnigen Diskussion beteiligen, aber wenn Du dich tatsächlich sachkundig machen willst - was ich sehr begrüssen würde, - dann beschaff dir das Buch von Richard Wagner. Da findest Du mehr als genung zum Thema.

Gruss

Rolf

hs

Beitrag von hs » Mittwoch 10. November 2004, 13:11

RRS hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Hallo Hs,

vielleicht hat der Kollege eine TKS gemeint?
..wie schon gepostet, werde ich mich nicht mehr an der unsinnigen Diskussion beteiligen, aber wenn Du dich tatsächlich sachkundig machen willst - was ich sehr begrüssen würde, - dann beschaff dir das Buch von Richard Wagner. Da findest Du mehr als genung zum Thema.

Gruss

Rolf
Hi,

(siehste Dietrich, jetzt bekommste' auch noch Dein Fett weg ;-) ... nee, er meinte sicher mich)

.... war Richard Wagner nicht Komponist ?

:lol: .... auch eine Art sich einer Erklärung zu entziehen, bzw. zuzugeben, daß man etwas zu voreilig mit seinen Texten war.
(aber ernsthaft - wenn jemand etwas behauptet und dann bei Nachfrage schreibt, man solle sich ein Buch über den Selbstbau von Zusatzvorrichtungen für Oberfräsen kaufen, welches €45 kostet .... Na ja, also erst Buch für €45 kaufen, dann Zusatzvorrichtung bauen - und das ist dann schneller und eleganter als einen fertigen Fräser zu verwenden ... hmm ....)

Gruß, hs

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Mittwoch 10. November 2004, 16:24

Hallo Rolf, hallo Hs,

Rolf, Deinen Ausführungen zu Qualität und Fräsern stimme ich voll und ganz zu!

Dennoch Deinen "Nichtausführungen" kann ich nicht folgen, im Gegenteil, Deine Ankündigung das diese Diskussion blöd sei, finde ich fragwürdig.
Warum nimmst Du denn an dieser Diskussion überhaupt teil?

Wenn Du zudem einen Vorschlag hast, wie man Hs´s Problem lösen kann, es aber nicht preisgibst, find ich das blöd!

@Hs, ich denke Deine Vorgehensweise war in diesem Fall angemessen, wenns zudem gut funktioniert hat, umso besser.
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Mittwoch 10. November 2004, 18:12

Hi,

... ich wüßte wirklich keine (günstige) Alternative.
Man könnte wohl bei den kleinen Fräsen für den Motor eine frei im Winkel einzustellende Halterung basteln, mit der sich dann die Fase anarbeiten läßt. In der Art wie die größeren Fräsen mit zwei Säulen gebaut sind, nur das eine weitere Halterung zwischen diesen Säulen sitzt, die man schwenken kann (dann könnte man für die beiden Führungen auch gleich Linearkugellager (Wellenführungen) verwenden - seltsamerweise besitzen wohl selbst die teuersten Oberfräsen nicht solche Führungselemente)

Gruß, hs

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