Metabo-Bilanz 2018/19

23.05.2019

Gutes Jahr für Metabo: Umsatz steigt um knapp 10 Prozent

Die Akkutechnik ist der Treiber des Wachstums von Metabo im letzten Jahr. Der Umsatz mit Akkumaschinen stieg um 19,8 Prozent.

Akkutechnik treibt mit knapp 20 Prozent plus das Wachstum des Elektrowerkzeug-Herstellers voran. Die CAS-Kooperation mit neun weiteren Herstellern bringt den Anwendern im Akkubereich die Möglichkeit mit Akkuwerkzeugen verschiedener Marken in einem System zu arbeiten.

Im Geschäftsjahr 2018 (April 2018 bis März 2019) stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent auf 493 Millionen Euro. Währungsbereinigt wäre das Wachstum des Nürtinger Elektrowerkzeug-Herstellers mit 9,6 Prozent sogar fast zweistellig. Regional betrachtet hat sich das Geschäft in Europa mit einem Plus von 9,7 Prozent (währungsbereinigt 11,5 Prozent) außerordentlich gut entwickelt. Das ist für Metabo besonders erfreulich, weil Europa einen Umsatzanteil von rund 70 Prozent ausmacht. Der Treiber des Wachstums ist ganz klar die Akkutechnik. Der Umsatz mit akkubetriebenen Maschinen stieg um 19,8 Prozent, während kabelgebundene Elektrowerkzeuge nur um 4,3 Prozent zugelegt haben. Innerhalb der Akkuwerkzeuge sind die Maschinen mit 18 Volt die eindeutig größte Gruppe mit einem Anteil von rund 74 Prozent.

Diesem Ergebnis liegt das Unternehmen etwas über dem Vorjahresniveau, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Eine hohe Preisaggressivität im Markt, die negativen Währungseffekte sowie kräftige Tariferhöhungen und gestiegene Materialpreise aufgrund von Rohstofferhöhungen und Materialverknappungen hätten verhindert, dass der Überschuss analog zum Umsatz wachsen konnte. Trotzdem: „Die Gesamtbilanz des Geschäftsjahres ist für uns sehr positiv“, sagt Metabo Geschäftsführer Horst W. Garbrecht. „Wenn wir in einem Markt wachsen, in dem einige sehr große Wettbewerber Umsatzrückgänge hinnehmen mussten, sind wir auf dem richtigen Weg. Es zahlt sich aus, dass wir uns konsequent auf professionelle Anwender in Handwerk und Industrie konzentrieren und die Technologieführerschaft im Akkubereich erobert haben. Wir gewinnen seit Jahren konstant Marktanteile – und das ist, was wir wollen.“

CAS ist auf dem Weg zum Branchenstandard 

Der Metabo Chef ist absolut überzeugt, dass die Akkutechnik die Zukunft der Elektrowerkzeug-Branche ist. „In industrialisierten Ländern liegt ihr Anteil wert- und zahlenmäßig inzwischen durchgängig bei 50 Prozent und mehr – mit weiter klar steigender Tendenz.“ Vor diesem Hintergrund hat Metabo im Sommer 2018 eine in der Branche einmalige Initiative gestartet: Das Cordless Alliance System oder kurz CAS. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine von Metabo initiierte Kooperation von aktuell zehn Herstellern. Rothenberger, Mafell, Eisenblätter, Collomix, Haaga, Starmix, Eibenstock, Steinel und Rokamat nutzen die Akkutechnik von Metabo für ihre Akkuwerkzeuge. „CAS ist auf dem Weg, eine Art Branchenstandard zu werden. Wir führen im Moment Gespräche mit einer ganzen Reihe weiterer, teils sehr bekannter Hersteller, die großes Interesse haben, ein Teil von CAS zu werden“, erklärt Garbrecht. „Und solange es sich dabei um Marken handelt, die professionelle Anwender im Fokus haben, lautet die Devise: ‚Je mehr, desto besser‘. Denn wir wissen aus vielen Gesprächen mit Anwendern, dass ein Wunsch ganz oben auf der Liste steht: Die Flexibilität, mit nur einem Akkusystem und den Maschinen verschiedener Hersteller arbeiten zu können.“

Uber 120 Werkzeuge von zehn verschiedenen Herstellern lassen mit dem CAS-Akku betreiben. Fotos: Metabo

Das liegt laut Garbrecht daran, dass es in der Branche viele Spezialisten gibt, die ganz genau auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zugeschnittene Maschinen bieten. Aber diese Spezialisten haben im Gegensatz zu Metabo nicht die ganze Palette an gängigen Werkzeugen im Programm, die ein Handwerker über Spezialwerkzeuge hinaus für sein Gewerk braucht. Bei kabelgebundenen Maschinen ist das auch kein Problem, da ist die Steckdose die Universal-Schnittstelle aller Hersteller. Aber die Akkusysteme der einzelnen Hersteller sind typischerweise nicht untereinander kompatibel. Garbrecht: „Das haben wir zumindest für die Maschinen der CAS-Partner geändert. Aktuell mehr als 120 Akkuwerkzeuge, Akkus und Ladegeräte aller zehn Hersteller sind untereinander kompatibel. Wenn also ein Sanitärexperte die akkubetriebene Rohrpresse von Rothenberger einsetzen will und beispielsweise noch eine Säbelsäge braucht, kann er unsere nehmen – und mit dem Rothenberger-Akku betreiben. Das gilt auch für den Zimmermann, der auf Mafell-Sägen schwört, aber eben auch den Bohrhammer haben will, den Mafell nicht im Programm hat“, erklärt Garbrech.