Umrüstung von 380V Drehstrom auf 230V - Motor möglich?

Ob Kapp- und Gehrungssäge, Bandsäge, Formatkreissäge, Drehbank, Ständerbohrmaschine oder gar das Bearbeitungszentrum. Hier geht es um Fragen rund um alle stationären Maschinen.

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Maximator
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Beitrag von Maximator » 24. Feb 2009, 14:41

ganz ehrlich, ich glaub das billigste ist, wenn du dir einen 3 phasen anschluss legen lässt, oder dich um eine andere maschine schaust.
AUSSER: die kombimaschine wird nur von EINEM elektromotor angetrieben, dann dürfte es kein problem sein, den motor gegen einen 230V motor auszuwechseln.

lg max

keulenbrust
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400V-230V

Beitrag von keulenbrust » 4. Jul 2009, 10:40

Hallo,

hab' hier zufällig das Thema Drehstrom/eine Phase Wechselstrom gelesen.
Da ich mich mit Elektronik nur sehr begrenzt auskenne und nur eine Phase zur Verfügung habe,interessiert mich nur der Austausch des Eletromotors.Da würd' ich dann schon jemanden finden,der mir den Motor austauscht.Wenn ich die Beiträge richtig verstanden habe,könnte ich mir also eine alte gebrauchte Ulmia,Frommia ö.ä besorgen und ohne grössere Probleme einen einphasen Wechselstrommotor einbauen lassen?
Was ich jetzt auf die schnelle gefunden habe, ist sowas:
Asynchron Wechselstrommotor

Wäre das so ein Motor,den ich dann bräuchte?Wie ich gesehen habe,bewegen sich die Preise für so einen 3kW Motor zwischen 200-300€(gibt bestimmt auch teurere)...
Meine Überlegung ist folgende:Ich brauche eine "STABILE" Maschine und habe keine unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten.Also,warum nicht eine alte schwere Maschine für,sagen wir mal,1000€ besorgen und für weitere 300€ den Motor tauschen?Wäre mir immer noch lieber als eine neue "wacklige" 2000-2500€ Formatkreissäge.
Aber...kommen da noch weitere hohe Kosten dazu?Ich kenn' mich da wirklich absolut nicht aus...nicht das da noch viel mehr ausgetauscht werden muss!?
Ginge so ein Austausch auch bei einer Tischfräse und AD Hobelmaschine?
1-2 kW weniger wären bestimmt verkraftbar,wenn ich dafür stabile Maschinen hab'.
Wie sieht's aus?Kennt sich jemand damit aus?Ist der Austausch an sich kompliziert oder könnte ein ambitionierter Hobbyelektriker das ohne grossen Aufwand bewerkstelligen?
Was wäre ausser der geringeren Leistung noch zu beachten?

Würd' mich freuen,wenn jemand damit Erfahrung hat...

Gruss

Maximator
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Beitrag von Maximator » 4. Jul 2009, 14:45

hallo,

also ich selber habe jetzt noch keine formatkreissäge, ad hobelmaschine und co. auf einen 230v motor umgebaut. aber prinzipell ist das möglich und auch realistisch. ich würde folgendermasen vorgehen:

1.) besorge dir eine tischlermaschine deiner wahl :D
2.) danach baust du den vorhandenen 400v motor aus
3.) jetzt kommt es auf die art und weise an, wie der vorhandene motor in deiner maschine verbaut war. optimal wäre es, wenn du einen baugleichen emotor für 230v besorgen kannst. ansonsten musst du darauf achten, dass zumindest die befestigungslöcher übereinstimmen und vor allem der wellendurchmesser mit kerben und co.
4.) nun baust du den neunen motor ein
5.) jetzt musst du dich mit der verkabelung beschäftigen. es kommt auf die funktionsweise des stromschalters drauf an. theoretisch brauchst du den schalter nicht wechseln. ich denke, dass bei einer 400v maschine ein 3phasen schalter eingebaut ist, der alle 3 phasen unterbricht und somit der stromkreislauf unterbrochen ist (bin mir aber nicht sicher und ich habe auch noch keinen zerlegt). ich denke, du müsste nur die eine phase der neuen emotors in den schalter anschliesen und es sollte klappen. wenn nicht, dann ist es wohl das einfachste, wenn du dir einfach einen neunen maschinenschutzschalter für 230v maschinen besorgst.
6.) da ich jetzt nur ein hobbyelektriker bin und ncih nie so eine maschine verkabelt habe, ist es wohl am besten, wenn du dir für diesen akt einen elektriker zu rate ziehst

ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. würde mich freuen, wenn du uns über deinen erfolg auf dem laufenden halten könntest :)

viel erfolg!
lg max

powersupply
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Beitrag von powersupply » 5. Jul 2009, 01:00

Hi

Erfahrung mit Ulmia bzw. Frommia hab ich nur dahingehend, dass ich solche Industriemaschinen mal elektrisch gewartet habe.
Und diese Industriemaschinen hatten immer einen Steuerschrank dabei welcher nicht so einfach umzurüsten gewesen wäre bzw. man hätte im einfachsten Fall einen Steuertrafo tauschen müssen. Wäre noch ein Bremsgerät mit im Spiel wirds teuer und kompliziert.
"Unsere" Maschinen hatten darüber hinaus auch teilweise Motoren mit Sondermotoren welche mit 185V@300Hz liefen.

Aber zu Deiner Maschine:
Bist Du sicher, dass Du einen Motor mit Anschlußflansch und nicht mit Fußbefestigung (B3) benötigst?
Hat der jetzige Motor (bei Bauform B3) die Baugröße 100(Da ist die Wellenmitte zum Boden der Fußbefestigung 100mm?
Ist der Wellendurchmesser gleich?
Falls Du doch Flanschbefestigung benötigst: Ist das Lochbild das Selbe bzw lassen sich einfach neue Löcher bohren?
Das Wellenende ist zumindest bei 3Kw und 4KW das Selbe.

Wegen der geringeren Leistung sehe ich keine Probleme. Dann darfst Du eben nicht so sehr drücken. Allerdings weis ich nicht ob Deine Sicherung den Anlaufstrom des 3KW verkraftet.

PS

keulenbrust
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Beitrag von keulenbrust » 5. Jul 2009, 03:05

Danke erstmal für die Infos...
Nein,bezüglich der Bauform hab' ich noch keine Ahnung.Ich hab' die in Frage kommenden Maschinen noch nicht geöffnet.
Bei dem verlinkten Motor ging es mir nur mal grundsätzlich darum,ob es so eine Art Motor ist,die auf einer Phase laufen und für so einen Einsatz brauchbar sind.Ich hab' da jetzt den erstbesten verlinkt,unabhängig von der Bauform.
Ich schau' mir mal bei Gelegenheit die Maschinen von innen an.Ich hab' noch ein wenig Zeit und wollte mir nur paar Infos besorgen,was so alles möglich und machbar ist und was so Wechselstrommotoren kosten.
Wie ist das eigentlich mit diesem Anlaufkondensator?Brauch' ich den?
Ich hab' gesehen,dass es da welche mit Betriebs-und Anlaufkondensator gibt,und welche nur mit Betriebskondensator.Wie macht sich denn dieser Unterschied praktisch bemerkbar?
Und,nehmen wir mal an,der Steuertrafo muss gewechselt werden.Was kostet so etwas?

Ich hab' im Moment tagsüber leider(oder auch Gott sei Dank,je nachdem wie man's nimmt)einfach keine Zeit mich mal besser zu informieren...

Gruss


Hab' hier grad beim googeln auch noch so einen Motor gesehen,da könnte man auch gleich eine Bremse und Schalter bekommen.Nur dass mir 2,2kW etwas wenig erscheinen:
Kreissägenmotoren

Ich hab' jetzt auch gelesen,dass der Anlaufkondensator zum starten benötigt wird.Allerdings frage ich mich jetzt als Laie,wozu gibt's dann überhaupt welche ohne?Wer braucht schon einen Motor der nicht startet?
Ich seh' schon,ich hätte damals in den Physikstunden nicht immer die Deutsch-Hausaufgaben machen sollen:)Hat mich halt damals einfach nie interessiert,wie das Zeug funktioniert...hauptsache es dreht sich:)

powersupply
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Beitrag von powersupply » 5. Jul 2009, 18:30

Hallo

Einen Anlaufkondensator benötigst Du nur wenn der Motor beim Start ein größeres Drehmoment benötigt(z.B. Kompressoren). Das wird aber bei einem Fräsantrieb eher nicht der Fall sein. Es macht sich allenfalls beim Start durch ein langsameres Hochlaufen bemerkbar.

Wie schon erwähnt ein 4KW-Motor hat eine etwas größere Bauform als der 3KW so dass Du bei Fußmontage 6mm unterlegen musst. Ob die Kondensatoren mit an den vorgesehenen Einbauplatz passen musst Du bei der Montage entscheiden.

Ein Gedanke der mich noch umtreibt:
Wenn die Fräse "nur" einen einfachen Ein/Ausschalter hat könnte man auch über einen Drehstrommotor in Verbindung mit einem Frequenzumrichter nachdenken. Der Vorteil läge in der Einstellbarkeit der Drehzahl bis hin zu einer gegenüber normalem Netzbetrieb fast verdoppelter Drehzahl! Die erhöhte Drehzahl gibts allerdings nur in Verbindung mit reduziertem Drehmoment.

Steuertrafo:
Ist Dein Gockel kaputt??
Ein Trafo der Fa. Block kostet bei 100VA etwa 40€
http://www.mercateo.com/q?query=steuert ... formatoren

PS

MS260Kat
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Beitrag von MS260Kat » 19. Jul 2009, 13:50

Also wenn du keine mit 20 oder 25 Ampere abgesicherte Leitung hast, bzw. der Motor über einen Sanftanlauf bzw. Anlaufentlastung verfügt, dann sehe ich schwarz einen 3 KW Motor zum laufen zu bringen.
Am mein C-Automat fliegt ohne Kabeltrommel öffters schon wenn ich meine 2000 Watt Kapp- und Gehrungsäge von Woodstar einschalte.
Normal ist eigentlich ein 2,2 KW Motor das höchste der Gefühle was an einer zeitgemässen 16 A- 230 V Leitung betreiben lässt, was einenen hohen Anlaufstrom benötigt.

Klar lassen sich theoretisch 3,6 KW an 16 Ampere betreiben, aber eben nur ohmsche Verbraucher wie beispielsweise eine Glühlampe oder Heizplatte. Bei Motoren liegt die nutzbare Leistung bedingt durch den Anlaufstrom deutlich tiefer.

Beispiel: Fräse 1200 Watt, Absaugung 1500 Watt (insgesamt also 2,7KW), beides gleichzeitig eingeschaltet und die Sicherung fliegt zu 100%. Nacheinander eingeschaltet, bleibt die sicherung zu 90% drin, wenn ich erst die Absaugung und dann die Fräse einschalte. Umgedreht liegt die Erfolgsquote nur bei 50%.

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