Schleifscheiben-Spannsysteme für Winkelschleifer

24.07.2004

Spannende Muttern

Ergänzend zu einer Diskussion in unserem Forum hat H. Gürth einige Informationen zu den verschieden bei Winkelschleifern verwendeten Spannsystemen zusammengestellt.

Alle Schnellspannmuttern für Winkelschleifer arbeiten praktisch nach demselben Prinzip. Insofern sind die Spannmutter in der Regel auch auf Winkelschleifern anderer Hersteller zu verwenden. Nur Fein und Metabo bieten andere, in die Maschine integrierte Lösungen.

Das Spannelement ist gegen den Gewindeteil immer drehbar gelagert. Der Drehwinkel ist über Nocken auf etwa 45 Grad begrenzt. Dadurch wird beim Lösevorgang zunächst nur die Vorspannung im Gewinde gelöst. Die Reibung auf der Schleifscheibe spielt dabei keine Rolle.

Bei Fein wird ein Tellerfederpaket vorgespannt, danach die Spannvorrichtung beigedreht und der Spannhebel in Ruheposition gebracht. Das Federpaket zieht den Spannkörper fest.

Metabo nutzt den Schwung der Schleifscheibe zum Lösen. Die Spannmutter ist wie eine normale Spannmutter gebaut, jedoch mit einer eingelegten Drehbremse. Diese hat 2 Nasen, welche in Nuten der Schleifwelle eingreifen. Die Mutter ist generell etwas schwergängig. Das Lösen erfolgt im Auslauf der Maschine. Durch Drücken des Sperrknopfes wird das Getriebe blockiert und der Restschwung genügt, um die Mutter zu lösen. Achtung! Dies geht nur bei Metabo-Maschinen mit Rutschkupplung. Bei anderen besteht Gefahr für die Zahnräder im Getriebe.

Spannsysteme in verschiedenen Ausführungen

1. Bei alten Maschinen findet man noch häufig einfache Flansche. Nachteile: Der Flansch kann zusammen mit der Scheibe mitdrehen. Die Scheibe zieht sich dann immer mehr an. Zum Lösen ist ein 2-Lochmutternschlüssel erforderlich. Jedoch funktioniert das in vielen Fällen nur noch mit roher Gewalt.

2. Zeigt eine Flanschmutter wie sie heute allgemein üblich ist. Die Aussparung für die Schleifspindel verhindert ein Mitdrehen des Flansches. Die Scheiben gehen teilweise trotzdem extrem fest. Lösen wie bei 1.

3. Fein-Schnellspannsystem: Einfache Handhabung mit Spannhebel. Sehr robust, jedoch hohes Gewicht der Getriebewelle wegen Tellerfederpaket für die Vorspannung. Für Elastikteller sind spezielle Spanneinheiten/Teller erforderlich.

4. Makita Superflansch: Einfache Konstruktion, sehr robust. Ersetzt den normalen Spannflansch. Da der Superflansch unter der Scheibe liegt, kann er beim Schleifen nicht beschädigt werden. Lässt sich auch auf allen anderen Maschinen einsetzen. Der Superflansch besteht aus nur drei Hauptteilen: Unterteil, Nadellager, Oberteil und zwei Dichtringen. Lösen der Scheibe: Spindelarretierung drücken und Scheibe mit Hand aufdrehen. Ohne Spindelarretierung muss die Welle mit einem Gabelschlüssel fixiert werden.

Alternativ gibt es von Makita auch noch die Supermutter. Technischer Aufbau wie Superflansch, jedoch als Spannmutter mit Gewinde ausgelegt, große Bauhöhe, Anwendung wie Superflansch.

5. AEG Fixtec-Mutter: geringe Bauhöhe. Spannen und Lösen mit dem ausklappbaren Hebel. Die Mutter besteht aus dem Spannteil und dem Gewindeteil. Beide sind gegeneinander um etwa 45° verdrehbar.

Nachteile: Bei Schleifarbeiten in engen Teilen kann der Spannhebel beschädigt werden und ausbrechen. Scheibenwechsel dann nur noch mit 2-Loch-Schlüssel möglich. Es kann dann auch eine starke Unwucht entstehen.

6. Bosch SDS-Clic Mutter: große Bauhöhe, sehr viele Bauteile. Kann bei Schruppscheiben über 6 mm nicht auf allen Maschinen benutzt werden, da bei einigen Maschinen die Wellen zu kurz sind. Für Bosch-Maschinen erst ab Baujahr 1990 ff. zugelassen. Einfache Bedienung: Scheibe auflegen, Mutter von Hand festziehen. Lösen: Scheibe festhalten oder Sperrknopf drücken, Mutter von Hand lösen. Der äußere Mutternring verdreht sich um zirka 20°, danach geben die Sperrwalzen die Mutter frei.

Weitere Infos finden Sie in unserem Forum für Elektrowerkzeuge.

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