Husqvarna wird 325 Jahre alt

25.04.2014

Von Kriegswaffen zu Motorsägen und Rasenmähern

Husqvarna feiert dieses Jahr 325-jähriges Jubiläum.
An den Wasserfällen von Huskvarna entstand 1689 eine Waffenfabrik.
Historisches Logo von 1689.
Nähmaschinen wurden ab 1872 gebaut.
Fabrikhalle um 1900.
Von 1903 bis 1986 baute Husqvarna auch Motorräder.
1959 stellte der Hersteller mit der Husqvarna 90 seine erste Motorsäge vor.
Mit dem Solar Mower begann 1995 die Ära der Mähroboter. Fotos: Husqvarna

Am 27. April 2014 feiert das schwedische Unternehmen Husqvarna 325 Jahre schwedische Ingenieurskunst. Nach eigenen Aussagen ist Husqvarna der weltweit größte Hersteller von Motorsägen für Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Garten.

Das Unternehmen begann als eine königliche Waffenfabrik an einem Wasserfall und hat sich bis heute zum Produzenten professioneller Motorsägen und Mähroboter entwickelt. Dank seiner Innovationskraft hat das Unternehmen dabei beständig neue Standards gesetzt und die Benutzerfreundlichkeit seiner Produkte stets weiterentwickelt.

Seit den Anfängen im Jahr 1689 hat Husqvarna ein breites Spektrum an Produkten hergestellt. Exzellente Ingenieurskunst, ein starker Unternehmergeist und eine Leidenschaft für Qualität haben immer wieder zu innovativen Lösungen geführt und das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte begleitet auf seinem Weg vom Produzenten von Waffen, über Nähmaschinen, Herde und Motorräder, bis hin zu den heutigen Motorgeräten für Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Garten.

„Seit nunmehr 325 Jahren entwickelt und produziert Husqvarna Qualitätsprodukte, mit denen ihre Anwender hervorragende Arbeitsergebnisse erzielen können“, sagt Kai Wärn, Vorstandsvorsitzender der Husqvarna Group. „Und auch in der Zukunft werden wir leistungsstarke Produkte und Lösungen anbieten, die auf Unternehmergeist und Nähe zu unseren Kunden basieren.“

Die Wurzeln an den Wasserfällen von Huskvarna

Im ausgehenden 17. Jahrhundert wüteten europaweit Kriege und die Truppen des schwedischen Königs benötigten mehr Waffen. Für deren Herstellung wurde Wasserkraft als Energiequelle benötigt. Und so wurde 1689 bei den Wasserfällen von Huskvarna (damalige Schreibweise: Husqvarna) in Südschweden eine Fabrik errichtet. Genau dort, wo auch heute noch eine Vielzahl von Husqvarna-Produkten hergestellt wird.
Als der Bedarf an Feuerwaffen zurückging, nutzte das Unternehmen seine technischen Fähigkeiten in der Feinmechanik, um auf andere Produkte auszuweichen. Es entstanden komplett neue Produktionszweige, wie Nähmaschinen, Jagdwaffen, Holzöfen, Fleischwölfe, Fahrräder, Motorräder, Gasöfen und Mikrowellenherde.

Innovationen für Arbeitsschutz und Umwelt

Die Erfahrung aus der Herstellung einer solchen Vielfalt verschiedener Erzeugnisse bildete eine wichtige Grundlage für die Entwicklung innovativer Produkte, die neue Wege beschritten und originelle Lösungen präsentierten. Dieses Denken über die etablierten Konzepte hinaus zeigt sich beispielsweise in der Entwicklung der ersten Motorsäge von Husqvarna im Jahr 1959.

Die zu dieser Zeit auf dem Markt befindlichen Motorsägen waren extrem laut. Husqvarna kam auf die Idee, die Auspufftechnik für Motorräder, die im eigenen Haus entwickelt wurde, auch für Motorsägen anzuwenden. Damit war die Husqvarna 90 nur halb so laut als die Wettbewerbsprodukte. Kurz darauf wurde diese Lösung, neben vielen weiteren Verbesserungen, durch neue Erfindungen ergänzt. Dazu gehörten beispielsweise ein Antivibrationssystem, das die Gefahr der bei Forstleuten gefürchteten Weißfingerkrankheit bannte, und die erste automatische Kettenbremse, die für mehr Sicherheit sorgte und heute längst eine Selbstverständlichkeit ist.

Im Laufe der Jahre hat Husqvarna seine Technologieführerschaft immer wieder durch wegweisende Weiterentwicklungen unter Beweis gestellt:

  • X-Torq – eine vorwiegend bei handgeführten Maschinen eingesetzte Technologie, die Kraftstoffverbrauch und Emissionswerte reduziert und damit die weltweit striktesten Abgasnormen und Umweltauflagen erfüllt.
  • AutoTune™ – ein technologischer und umwelttechnischer Durchbruch bei  Profi-Motorsägen, der automatisch die Abgaswerte minimiert und gleichzeitig die Motorleistung optimiert, ohne dass der Anwender seine Arbeitszeit für die manuelle Einstellung des Vergasers vergeuden muss.
  • Akkubetriebene Trimmer, Heckenscheren und Motorsägen, die das gleiche Leistungsniveau wie vergleichbare benzinbetriebene Maschinen erreichen und dabei leicht, leise und frei von direkten Emissionen sind.
  • Mähroboter – leise und autonom arbeitende Rasenmähroboter, die Gartenbesitzern und Gebäudemanagern mehr Zeit für andere Dinge schenken und dabei wenig Energie verbrauchen und keine direkten Emissionen freisetzen.
  • Abbruchroboter für das Baugewerbe bieten trotz ihres geringen Gewichts eine hohe Leistung. Sie sind mit einer Fernbedienung ausgestattet und lassen sich somit auch überall einsetzen, wo ein Betreten des Geländes für Arbeiter zu gefährlich wäre.
    Heute sind Produkte von Husqvarna in der Garten- und Landschaftspflege, in der Forstwirtschaft sowie im Baugewerbe auf der ganzen Welt im täglichen Einsatz. Sie ermöglichen ihren Anwendern überall und jederzeit hervorragende Arbeit zu leisten.

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Die Meilensteine der Geschichte von Husqvarna

1689: Die Anfänge als Waffenfabrik

Die erste Fabrik wird bei den Wasserfällen des Orts Huskvarna in Südschweden (damalige Schreibweise: Husqvarna) gegründet, um Waffen für die Truppen des Königs anzufertigen. Die Herstellung von Schusswaffen bestand bis 1989 weiter.

1867: Firmierung als Kapitalgesellschaft

Die Kapitalgesellschaft Husqvarna AB wird gegründet.

1872: Große Veränderungen und Diversifizikation

Der Vertrag mit dem schwedischen Königshaus zur Lieferung von Waffen endet und das Unternehmen entscheidet sich für die Diversifikation. Dies ist der Anfang einer sehr innovativen Phase der Unternehmensgeschichte. Zu der Vielzahl der Produkte, die hergestellt wurden, zählen unter anderem Nähmaschinen (1872), Jagdwaffen (1877), Holzöfen (1877), Fleischwölfe (1892), die erste Schreibmaschine aus Schweden (1895) und Fahrräder (1896). Haushaltgeräte der Marke Husqvarna werden in Skandinavien noch heute durch Electrolux verkauft. Die Produktion von Nähmaschinen gehört heute zum Unternehmen SVP Worldwide.

1896: Die Epoche der Fahrräder

In der Fabrik entstehen nun Fahrräder der Marke Husqvarna, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Das letzte Fahrrad wird im Jahr 1962 produziert.

1903: Die Motorrad-Ära beginnt

Seit 1903 stellt Husqvarna auch Motorräder her. Jahre später, und zwar 1982, gewinnt ein Husqvarna Motorrad, die MC 258, die legendäre Rallye Paris-Dakar. Der Geschäftsbereich Motorräder wird 1986 verkauft und gehört heute zur österreichischen Pierer Industrie AG.

1918: Rasenmäher kommen ins Sortiment

Durch den Zukauf des Unternehmens Norrahammars Bruk im Jahr 1918 erweitert sich das Produktsortiment um Heizkessel und Handrasenmäher.

1947: Erste Motor-Rasenmäher

Die ersten motorisierten Rasenmäher von Husqvarna für den gewerblichen Einsatz kommen 1947 auf den Markt. Für private Gartenbesitzer sind ab 1959 entsprechende Modelle im Programm.

1959: Die erste Motorsäge

Mit der Husqvarna 90 stellt Husqvarna im Jahr 1959 seine erste Motorsäge vor. Sie wird vom bekannten schwedischen Designer Sixten Sason gestaltet und verwendet Auspufftechnik von Motorrädern. So kann der Geräuschpegel im Vergleich zu auf dem Markt befindlichen Wettbewerbsmodellen deutlich gesenkt werden. Auf dieser Basis werden später auch Trennschleifer für das Baugewerbe entwickelt.

1968: Luftkissenmäher von Flymo

Durch die Akquisition von AB Flymo gehören nun auch radlose Luftkissenmäher zum Sortiment.

1969: Das Antivibrationssystem setzt einen neuen Standard für Ergonomie

Die Husqvarna 180 bringt eine bahnbrechende Neuerung. Ihr Antivibrationssystem beugt der Weißfingerkrankheit vor, die von Forstarbeitern auf der ganzen Welt gefürchtet wird.

1973: Automatische Kettenbremse für mehr Sicherheit

Husqvarna führt die weltweit erste Motorsäge mit automatischer Kettenbremse ein. Im Jahr 1999 kommt die Funktion TrioBrake hinzu, mit der Anwender die Kettenbremse auch mit der rechten Hand auslösen können. Damit wird das Risiko von Arbeitsunfällen weiter vermindert.

1970: Die erste Frau im Aufsichtsrat

Als Lil Wettergren in den Aufsichtsrat von Husqvarna gewählt wird, ist sie die erste Frau im Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmens in Schweden.

1978-79: Die Outdoor-Sparte expandiert

Electrolux übernimmt Husqvarna und die Outdoor-Sparte expandiert weiter durch organisches Wachstum sowie durch Akquisitionen, unter anderem von AB Partner und Jonsereds AB. Zu den Motorgeräten im Sortiment gehören inzwischen Kettensägen, Motorräder, Rasenmäher und Trennschleifer.

1980er: Wachstum in den USA

Auch in den 1980er Jahren expandiert Husqvarna im Gartensegment durch organisches Wachstum und Akquisitionen. Die zwei wichtigsten Zukäufe sind Poulan/Weed Eater und Roper Corp. Sie vervollständigen die Produktpalette von Husqvarna und machen die USA zum größten Absatzmarkt.

1985: Das Jahr des Riders

Der erste Prototyp des späteren Riders wird entwickelt. Mit seinem frontmontierten Mähdeck bietet der Rider eine hervorragende Manövrierfähigkeit. Die Serienproduktion beginnt im folgenden Jahr.

1995: Die Geburtsstunde des Mähroboters

Husqvarna führt den Solar Mower ein, den weltweit ersten serienmäßig hergestellten Roboter-Rasenmäher – betrieben mit Solarstrom. Er ist ein Vorfahr des Husqvarna Automower, von dem im Jahr 2013 die dritte Generation mit GPS-unterstützter Navigation auf den Markt kommt.

2002: Trennschleifer und Diamantwerkzeuge

Mit der Einführung des ersten Trennschleifers als Zubehör für Kettensägen im Jahr 1958 beginnt die Geschichte des heutigen Geschäftsbereichs Bautechnik. Durch die Akquisition von Diamant Boart International im Jahr 2002 verdoppelt dieser Bereich seine Größe und Husqvarna steigt zum Weltmarktführer in diesem Segment auf.

2006: Auf eigenen Füßen

Husqvarna wird wieder selbstständig und notiert an der Stockholmer Börse im NASDAQ OMX. Der Sitz des Unternehmens ist fortan Stockholm.

2007-2008: Expansionskurs

Husqvarna expandiert in das Geschäftsfeld Bewässerung durch den Erwerb der Marke Gardena. Mit dem Zukauf von Zenoah im Jahr 2007 kommen starke Marken, ergänzende Produkte und eine geographische Ausweitung nach Japan hinzu. Im Jahr 2008 wird die Produktion in China durch die Übernahme der Fertigung von Jenn Feng und den Bau eines neuen Werks für Motorsägen und andere handbetriebene Maschinen ausgeweitet.

2008: Der erste Abbruchroboter

Die Produktion des ersten Abbruchroboters von Husqvarna beginnt. Die ferngesteuerte Abbruchmaschine Husqvarna DXR 310 bietet eine hohe Leistung bei geringem Gewicht und ist für all die Abbrucharbeiten in Umgebungen konzipiert, die zu gefährlich für Arbeiter sind.

2009: AutoTune – ein Durchbruch bei Umweltfreundlichkeit

Mit AutoTune gelingt Husqvarna ein technologischer und umweltfreundlicher Durchbruch bei professionellen Motorsägen. Diese Innovation reguliert den Kraftstofffluss automatisch und optimiert somit die Leistung bei gleichzeitiger Minimierung der Abgase.

2012: Akkuprodukte mit der Leistung von Benzingeräten

Husqvarna stellt ein komplettes Akkusystem vor, das die gleiche Leistung wie vergleichbare benzinbetriebene Maschinen bietet, jedoch mit einem niedrigeren Geräuschpegel, weniger Vibrationen und weniger Wartungsaufwand. Im Sortiment finden sich Kettensägen, Trimmer, Heckenscheren und ein völlig neu konzipierter Rider.

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