Hornbach: Hammer aus Panzerstahl

Tschechischer Schützenpanzer BMP-1: Daraus sollen Hämmer werden.

22.06.2013

Statt Schwerter zu Pflugscharen, jetzt Schützenpanzer zu Hämmern

Mit Schweißbrennersn wird der Stahlkoloss zerlegt.


Im Schmelzofen wird das alte Kriegsgerät eingeschmolzen.
Übrig bleibt ein 8,5 Tonnen schwerer Stahlblock.
Der riesige Block wird zu stangenware geschmiedet und gewalzt.
Parallel dazu werden Hammerstiele aus Hickory-Holz gefertigt.
Die Stahlstangen werden zugeschnitten...
...und zu Hammerrohlingen gestanzt,...
...aus denen dann die Hammerköpfe geschmiedet werden.

Der Baumarktkonzern Hornbach hat einen BMP-1-Schützenpanzer gekauft, ihn zerlegt und eingeschmolzen, um daraus Hämmer aus echtem Panzerstahl zu machen.

Hornbach hat ein großes, schweres Projekt in Angriff genommen, um den ultimativen Hammer für aktive Heimwerker Wirklichkeit werden zu lassen: Einen Hammer aus echtem Panzerstahl. Besser gesagt einen Hammer, der tatsächlich vorher ein Panzer war.

Denn wie bei jedem leidenschaftlichen Heimwerkerprojekt, sollte auch der Hammer etwas sein, von dem man am Ende sagen kann: Wir haben es selbst gemacht. Ein aufwendiger Weg, wie sich herausstellen sollte, an dessen Anfang viele Fragen standen. Kann man als Privatunternehmen einen Panzer kaufen? Kann man ihn dann einschmelzen lassen? Und kann man daraus ein ziviles Werkzeug machen?

Die Antwort: Ja, das funktioniert. Und schließlich hat der Baumarktkonzern dieses Vorhaben vom Panzerkauf bis zur Hammer-Produktion in über sechs Monaten in die Tat umgesetzt.

Panzer als Rohstoff

Am 21. Dezember letzten Jahres wurde ein tschechischer BMP-1-Schützenpanzer, Baujahr 1984, gekauft. Ein 13,5 Tonnen schweres Kettenfahrzeug, das ehemals in der tschechischen Volksarmee im Einsatz war. Der Panzer, der eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h hat, hatte beim Kauf einen Kilometerstand von 2.345 Kilometern und war voll fahrfähig. Seine Geschütze waren jedoch bereits zerstört. Denn für Panzer, die in Privathand übergehen, gibt es genaue Demilitarisierungsvorschriften, die im Einzelfall vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geprüft und für jeden einzelnen Panzer bescheinigt werden. Auch für den Transport von Panzern gibt es genaue Vorschriften. Die Fahrt auf öffentlichen Straßen ist nicht erlaubt, sodass der Panzer per Tieflader zur zivilen Panzerwerkstatt Heyse in Steinhövel (Brandenburg) gebracht wurde – die erste Station in dem aufwändigen Produktionsprozess der neuen Hämmer.

Vom Panzer zum Hammer

Dort hat Hornbach im Februar den Panzer mit 3.030 Grad Celsius heißen Schweißbrennern zerlegen lassen. Die Einzelteile wurden dann im Stahlwerk Silbitz Guss in Thüringen in einem 3,5-Tonnen-Lichtbogenofen bei 1.700 Grad Celsius eingeschmolzen. Dabei kam ein glühender 8,5 Tonnen schwerer Rohblock heraus, der bei den Deutschen Edelstahlwerken in Krefeld und Siegen zu Stangenware geschmiedet und gewalzt wurde.

Geschnitten in 21 Zentimeter lange Stahlstifte, war dies endlich das Ausgangsmaterial für die eigentliche Hammer-Produktion bei Picard in Wuppertal. Die Stahlstifte wurden hier auf 1.270 Grad Celsius erhitzt und mit einem 1.080 kg Schmiedehammer zu Hammerrohlingen gestanzt. In 20 weiteren Arbeitsschritten entstanden schlussendlich 500 Gramm schwere Hammerköpfe.

Auch beim Stiel wurde auf besondere Haltbarkeit und Belastbarkeit Wert gelegt. Für den Stiel wurde deshalb Hickory-Holz gewählt (FSC-zertifiziert aus nachhaltiger Forstwirtschaft), eines der robustesten Hölzer, das man für Werkzeugstiele verwenden kann.

Am Ende waren sechs Spezialfirmen an der Herstellung des Hammers beteiligt. Kopf und Stiel entsprechen der Deutschen Industrienorm für Schlosserhämmer. Das Ergebnis: Insgesamt wurden 7.000 Hämmer produziert, jeder nummeriert und aufwändig verpackt in einer Box, auf welcher der gesamte Herstellungsprozess im Detail beschrieben und bebildert ist. Ein Heimwerkertraum, den es ab 6. Juli 2013 in den Hornbach-Märkten und auf der Hornbach-Website zu kaufen gibt. Preis: ???

Gemeinsam ergeben Kopf und Stiel eine einzigartige Kombination – einen Hammer geboren aus Panzerstahl, gemacht für die Ewigkeit. Und nebenbei hat die Aktion bewiesen, dass man aus einem Kriegsgerät durchaus ein Werkzeug für friedliche Zwecke erschaffen kann.

Offen bleibt allerdings die Frage, ob recycelter Panzerstahl das richtige Material für einen hochwertigen Hammerkopf ist. Zumindest für einen gelungenen PR-Gag scheint  sich die Aktion gut zu eignen.

Den Hornbach-Hammer aus Panzerstahl gibt es ab 6. Juli 2013. Fotos: Hornbach
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