Werkzeug-Grundausstattung

23.04.2009

Was in den Werkzeugkasten gehört

Spätestens dann, wenn man seine erste Wohnung bezieht, ist eine eigene Werkzeugausstattung erforderlich, um die kleinen Arbeiten in den eigenen vier Wänden erledigen zu können. Wichtiger als Elektrowerkzeuge sind da die richtigen Handwerkzeuge. Wir sagen, welche Werkzeuge in jeden Werkzeugkasten gehören.

Die klassischen Handwerkszeuge, wie Hammer, Zangen und Schraubendreher, dürfen in keinem Haushalt fehlen. Doch welche gilt es aus dem riesigen Angebot auszuwählen? Der Schlosserhammer mit 300 bis 500 Gramm schwerem Kopf aus gehärtetem Werkzeugstahl ist ein solcher Klassiker. Er wird zum Einschlagen von Nägeln ebenso benutzt wie für leichte Meißelarbeiten. Um gelegentlich ein paar kleine Stifte für Bilderrahmen einzuschlagen ist ein kleinerer Hammer zusätzlich vorteilhaft. Achten Sie beim Hammerkauf auf eine sichere und nichtwackelnde Verbindung des Hammerkopfes mit dem Stiel. Im Auge des Kopfes sollte eine Keilhülse als Sicherung deutlich sichtbar sein. Ist das Auge dagegen mit Lack zugeschmiert, soll möglicherweise eine billige, mangelhafte Verarbeitung kaschiert werden.

Zangen gibt es in vielen Formen und Größen. Die Kneifzange, mancherorts auch Beißzange genannt, ist ein unentbehrliches Werkzeug zum Herausziehen von Nägeln. Sie wird auch zum Durchschneiden von Drähten gebraucht. Sehr universell ist die Kombizange einzusetzen, die meist mit angenehmen Kunststoffgriffen angeboten wird. Sie eignet sich zum Halten und Greifen von Werkstücken und kleineren Schraubenköpfen. Mit der eingebauten Schneide knipst sie auch weichen Draht ab. Mit einer Spitzzange lassen sich Werkstücke und Schrauben oft auch noch an schwer erreichbaren Stellen halten oder gar bewegen. Der Seitenschneider dient zum Trennen von Drähten und wird vor allem bei der Elektroinstallation gebraucht.

Für größere Verschraubungen oder auch mal nur zum Festhalten ist eine Wasserpumpenzange nützlich. Sie sollte ein durchgestecktes Gelenk oder ein Rillengelenk haben, um leicht auf die erforderliche Größe eingestellt werden zu können. Achten Sie auch darauf, dass sie einen ausreichenden Klemmschutz besitzt, damit Sie sich beim Abrutschen der Zange nicht verletzen.

Auch im Zeitalter des Akkuschraubers dürfen ein paar gute Schraubendreher mit unterschiedlichen Klingen in keinem Haushalt fehlen. Wichtig ist, dass für jeden Schraubenkopf die passende Schraubendreherklinge parat ist. Sinnvoll ist deshalb die Anschaffung eines Schraubendrehersatzes mit unterschiedlich großen Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendrehern. Bei den Kreuzschlitzschrauben ist außerdem zu beachten, dass es welche mit Phillips-Kreuzschlitz und solche mit Pozidriv-Kreuzschlitz (erkennbar an den zusätzlichen um 45 Grad verdrehten Einkerbungen) gibt. Hierfür sind auch jeweils Schraubendreher mit den jeweils passenden Spitzen (Typ und Größe) erforderlich, vor allem wenn festsitzende Schrauben gelöst werden sollen. Andernfalls sind die Antriebsspitzen des Schraubendrehers oder der Schraubenkopf schnell ruiniert. Die modernen Torxschrauben benötigen ebenfalls spezielle Torx-Schraubendreher in der passenden Größe. Dass die schwarzen Spitzen vieler Schraubendreher eine bessere Qualität haben als solche mit vollständig verchromten Klingen, ist eine oft verbreitete Mär. Es ist lediglich die Folge unterschiedlicher Produktionsverfahren. Gute und schlechte Qualitäten gibt es bei beiden.

In vielen Schraubendrehersätzen ist oft auch ein einpoliger Spannungsprüfer mit enthalten. Sicherer ist aber, sich gleich einen zweipoligen Spannungsprüfer für ein paar Euro anzuschaffen.

Was in unserem Werkzeugkasten noch fehlt, sind Schraubenschlüssel. Sie kauft man am besten nach Bedarf, aber dann in guter Qualität. Gabelschlüssel lassen sich von der Seite auf die Mutter schieben. Ringschlüssel werden immer von oben aufgesetzt. Bei ihnen wird die Kraft auf alle Flanken des Schraubenkopfes übertragen. Wer häufiger schraubt, kann sich auch einen Steckschlüsselsatz mit einer Ratsche und Steckschlüsseln anschaffen.

Auch eine Säge darf im Haushalt nicht fehlen. Der klassische Fuchsschwanz mit Blattlängen von 35 bis 50 Zentimeter ist eher etwas für aufwendigere Holzarbeiten. Für die kleinen Sägearbeiten im Haushalt lässt sich meist eine Feinsäge sinnvoller einsetzen. Sie dient vor allem zum Ablängen von kleineren Holzstücken, sägt mit einer Gehrungslade aber auch Fußleisten präzise auf 45-Grad-Winkel.

Um gelegentlich kleinere Schleifarbeiten ausführen zu können, muss man sich nicht gleich Elektrowerkzeug anschaffen. Ein paar Blatt Schleifpapier mit unterschiedlich grober Körnung und ein Schleifklotz aus Kork oder Kunststoff genügen, um mal eine kleinere Oberfläche abzuschleifen oder eine Kante zu brechen. Einen besonders feinen Schliff liefert übrigens Stahlwolle. Mit ihr lassen sich sogar Farbreste von Glasscheiben entfernen, ohne diese zu zerkratzen.

Für genaues Arbeiten sind präzise Messwerkzeuge erforderlich. Ein Gliedermaßstab (Meterstab, Zollstock) darf in keinem Werkzeugkoffer fehlen. Wer seine Bilderrahmen waagerecht ausrichten will, kommt auch um eine kleine Wasserwaage nicht herum. Für größere Arbeiten empfiehlt sich jedoch eher eine 60 cm oder gar ein Meter lange Wasserwaage, mit der sich auch größere Strecken besser anzeichnen lassen. Alternativ gibt es mittlerweile auch eine Reihe von bezahlbaren Laserwasserwaagen und Linienlasern, die das Abtragen senkrechter und waagerechter Strecken erleichtern.

Je nach geplantem Projekt kommt sicher bald das eine oder andere spezielle Werkzeug noch hinzu. Zum Tapezieren und Wändestreichen braucht man zum Beispiel entsprechendes Malerwerkzeug. Wer vorerst nur den Laminatboden selber verlegt, benötigt wieder andere Werkzeuge.

Achten Sie auf Qualität

Die richtige Werkzeugausstattung kann helfen, schon beim Umzug oder Renovierungsarbeiten viel Geld zu sparen. Doch wer beim Werkzeugkauf am falschen Ende spart, erschwert sich nicht nur die Arbeit, sondern kann sogar seine Gesundheit riskieren. Erfahrene Heimwerker wissen, dass sich gutes Werkzeug schnell bezahlt macht. Dies gilt sowohl für Handwerkszeuge wie auch für Elektrowerkzeuge. Billigangebote vom Lebensmitteldiscounter oder aus dem Baumarkt erscheinen zwar auf den ersten Blick sehr lukrativ, zeigen aber beim Arbeiten häufig Schwächen. Da gibt es Zangen, die sich schon beim ersten festen Zupacken verbiegen oder Winkelschleifer, bei denen sich nach kurzem Einsatz die Befestigungspunkte der Schutzhaube lösen. Sinnvolles Arbeiten ist mit diesen Werkzeugen kaum möglich. Achten Sie deshalb auf Qualität beim Werkzeugkauf. Spitzenqualität ist meist nur im Fachhandel zu erhalten, aber auch in den Regalen der Baumärkte gibt es brauchbare Handwerkszeuge. Die Billigangebote in den Schütten an der Kasse der Baumärkte und auch bei den Lebensmitteldiscountern sollte man doch besser stehen lassen. Diese Werkzeuge sind in vielen Fällen nicht von wirklich guter Qualität.

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