Drehmomentschlüssel

16.02.2006

Zündkerzen-Wechsel nur mit Drehmomentschlüssel

Ist ein Drehmomentschlüssel zum Zündkerzenwechsel erforderlich? Diese Frage lässt sich mit einem klaren „Ja, unbedingt!“ beantworten, denn die Zündkerzen dürfen keinesfalls „nach Gefühl“ angezogen werden, sondern nach Herstellerangaben mit dem richtigen Drehmoment.

Ein zu hohes Drehmoment kann die Zündkerze und möglicherweise den Zylinderkopf beschädigen. Ein zu niedriges Drehmoment hingegen bewirkt schlechte Abdichtung und Wärmestau in der Zündkerze.

Um einen kontrollierten Schraubenanzug zu gewährleisten, wurden präzise auslösende Drehmoment-Schlüssel entwickelt. Der Remscheider Hersteller Hazet rät zu einem Drehmomentschlüssel im Newtonmeter-Bereich von 5 bis 60 Nm, wie zum Beispiel dem Hazet 6110-1 CT.

Beim Wechsel von Zündkerzen ist das Anzugsdrehmoment die Größe, die angibt, wie fest eine Zündkerze angezogen werden muss. Hierbei wird das entsprechende Anzugsdrehmoment so definiert, dass ein Lösen der Verbindung unter allen Betriebszuständen nicht möglich ist. Namhafte Hersteller von Zündkerzen weisen deshalb beim Zündkerzenwechsel in ihren Dokumentationen auf die korrekten Anzugsdrehmomente hin. Die Erfahrung in der Vergangenheit hat gezeigt, dass, auch wenn es selten vorkommt, auftretende Temperatur- und Vibrationsschäden häufig durch ein falsches Anzugsdrehmoment, d.h. durch Montagefehler verursacht wurden. Moderne Motoren reagieren auf derartige Fehler äußerst sensibel.

Bei zu geringen Anzugsdrehmomenten drohen Kompressionsverlust oder das Lösen der Mittelelektrode sowie Temperaturschäden durch eine verminderte Abfuhr der Wärme. Schlimmstenfalls kann es sogar zu einem selbständigen Lösen der Zündkerze kommen. Bei zu hohen Anzugsdrehmomenten besteht die Gefahr, dass der Zylinderkopf beschädigt werden kann. Zu stark einwirkende Kräfte auf die Zündkerze können sogar zum Abreißen des Gewindes führen.

Kann man auch nachträglich noch erkennen, ob eine Zündkerze mit dem korrekten Anzugsdrehmoment angezogen wurde?

Ja, hier gibt das Maß der Höhe (Stärke) des Zündkerzen-Dichtringes Aufschluss. Ein nicht zusammengedrückter Dichtring einer Zündkerze ist ein Indiz für das Anziehen mit einem zu geringen Anzugsdrehmoment. Ein stark gequetschter Dichtring hingegen deutet auf einen zu hohen Anzugsdrehmoment hin.

Fazit:

- Die fach- und sachgerechte Montage der Zündkerze macht die unbedingte Einhaltung der vorgeschriebenen Anzugs-Drehmomente zwingend erforderlich.
- Unbedingt die Angaben der Hersteller in deren Montageanweisungen beachten.
- Das Maß der Höhe des Zündkerzen-Dichtrings gibt Aufschluss über den Anzug mit einem korrekten Anzugsdrehmoment.
- Moderne Motoren reagieren extrem empfindlich auf eine Montage mit falschem Anzugsmoment.

Einbautipps für die Zündkerzenmontage von Beru

Anzugsdrehmomente für Zündkerzen von NKG

Für Bosch-Zündkerzen sind die Anzugsdrehmomente auf den Verpackungen angegeben.
Es gelten:

- 10 Nm für die Ausführung U

- 20 Nm für Ausführungen D, H, X, Y, Z, V, WS

- 28 Nm für Ausführungen F, M, W

Fotos: Hazet

Von einem Drehmoment spricht man, wenn Kräfte über einen Hebel auf einen Drehpunkt wirken:

Drehmoment (Nm) = Kraft (N) * Hebelarm (m).

Einzeln können Kraft (Gewicht) und Hebelarm (Entfernung) relativ gut geschätzt werden. Die Multiplikation dieser beiden Faktoren ist dagegen jedoch nicht schätz- oder fühlbar.