Bosch Gartengeräte bald auch für Profis

29.08.2014

Umsatzwachstum im Gartenmarkt

Europäischer Markt für Elektro-Gartengeräte 2013.
Bosch-Umsatz im Verhältnis zum Markt für Elektro-Gartengeräte 2013 nach Wert.

Trotz des langen, kalten Winters im letzten Jahr konnte Bosch 2013 seinen Umsatz mit Gartenwerkzeugen um ein Prozent (wechselkursbereinigt drei Prozent) auf 253 Millionen Euro steigern. Vor allem Akkugeräte sorgten für das Umsatzwachstum. 2015 will Bosch erstmals auch Akku-Gartengeräte für professionelle Anwender anbieten.

Rund 35 Prozent des Umsatzes erzielte Bosch 2013 mit Produktneuheiten, deren Markteinführung weniger als zwei Jahre zurückliegt. Die Akku-Gartengeräte machten ebenfalls rund 35 Prozent des Umsatzes aus.

Im Kernmarkt Europa sieht sich Bosch bei den elektrischen Gartengeräten seit 2009 als Marktführer. Hier lag die Stückzahl aller in Bau- und Verbrauchermärkten sowie über Online-Marktplätze verkauften Gartengeräte mit 11,1 Millionen Stück um zwei Prozent unter dem Vorjahresergebnis, das Marktvolumen stagnierte. In diesem schwierigen Umfeld hat Bosch den Umsatz um fünf Prozent gesteigert. Neun von zehn der in europäischen Baumärkten bestverkauften Elektro-Gartengeräte sind von Bosch. Immerhin hat das Unternehmen In den vergangenen fünf Jahren mehr als 100 neue Geräte auf den Markt gebracht. Dazu zählt zum Beispiel der 2013 eingeführte Robotermäher Indego mit „LogiCut“-Navigationssystem für systematisches Mähen in Bahnen.

Akku-Rasenmäher für den GaLaBauer

Bisher hat Bosch im Gartenbereich ausschließlich Geräte für den privaten Anwender produziert und vor allem über Bau- und Heimwerkermärkte sowie Gartencenter verkauft. Ab 2015 will der Hersteller auch in das Profigeschäft einsteigen. Bosch sieht dort einen relevanten Markt, nämlich die Produkt-Segmente handgeführte Rasenmäher, Freischneider, Kettensägen, Heckenscheren sowie Laubbläser/-sauger, mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro in Europa. Dieser Markt wird zu 93 Prozent von benzinbetriebenen Geräten dominiert. Die Vorteile von Akkugeräten werden von Profis kaum gesehen. Diese Geräte machen bisher nur sieben Prozent dieses Marktes aus. Grund dafür ist, dass derzeit erhältliche Akkusysteme nach Meinung vieler Profis nicht die notwendige Leistung für professionelle Anwendungen bringen und empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sein können.

Profis erwarten von ihren Maschinen vor allem hohe Leistung, lange Laufzeit, Wetterbeständigkeit, Robustheit sowie geringe laufende Kosten. Hinzu kommen Aspekte bezüglich Gesundheit und Komfort: ein geringer Lärmpegel, einfaches Starten der Geräte, geringe Vibrationen und möglichst geringe oder besser noch gar keine Abgase. Benzinbetriebene Geräte können nur einen Teil dieser Anforderungen erfüllen. Sie vereinen hohe Leistung, lange Laufzeit, Wetterbeständigkeit und Robustheit. Es fallen allerdings hohe Benzinkosten an und die Geräte erzeugen Lärm, Vibrationen und Abgase. Hinzu kommt, dass sie nicht immer sofort starten. Hier bieten Akkugeräte nach Ansicht von Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands Bosch Power Tools, deutliche Vorteile.

Profi-Rasenmäher GRA 53 Professional mit 36 Volt-Akku soll eine echte Alternative zu benzinbetriebenen Profigeräten sein.
Die neuen Akku-Rasenmäher sind nicht nur leise, sondern mähen auch problemlos hohes Gras.

Leistungsstarke Akkugeräte als Alternative zu Benzingeräten

Bosch hat den Markt für leistungsfähige Geräte mit Lithium-Ionen-Akku maßgeblich geprägt und diese jetzt für die gewerbliche Gartenpflege weiterentwickelt. Erhältlich ist künftig ein 36 Volt-System mit 6,0 Ah, das zunächst in vier Profi-Geräten zum Einsatz kommt: zwei Rasenmähern und zwei Freischneidern. Diese sollen die gleiche Leistung wie Benzingeräte bieten, aber nur halb so laut sein. Profis können ihre Arbeit dadurch wesentlich komfortabler erledigen als bisher und haben künftig eine leistungsstarke Alternative zum Benzingerät.

Die gewerblichen Akku-Gartengeräte von Bosch sind mit bürstenlosen EC-Motoren ausgestattet. Eine Elektronik übernimmt die Funktion des Schalters. Die Permanent-Magnete sind auf dem Rotor angebracht, das Wechselfeld entsteht im Stator. So arbeiten die EC-Motoren mit einem Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent, statt 60 bis 70 Prozent. Es entstehen weniger Wärmeverluste, die Geräte werden nicht so heiß und können pro Akkuladung bis zu 30 Prozent mehr leisten. Darüber hinaus bieten sie eine deutlich längere Lebensdauer als konventionelle Motoren mit Kohlebürsten.

Bei den neuen Profigeräten für Garten- und Landschaftsbauer kommt ein neuentwickelter 36 Volt-Akku mit 6,0 Ah zum Einsatz. Er unterscheidet sich von den bisherigen 36 Volt-Akkus der Bohrhämmer und Rotak-Rasenmäher. Statt zwei 2,0 Ah-Zellen sind ähnlich wie bei Stihl jeweils drei 2,0 Ah-Zellen parallel geschaltet. Außerdem ist der Akkupack wetterfest versiegelt. So kann er selbst bei Regen problemlos gelagert, transportiert und eingesetzt werden. Ein LCD-Display informiert den Anwender über den Ladezustand des Akkus und die Anzahl der Ladezyklen. Bedingt durch die größere Bauform lässt sich der neue 6,0 Ah-Akkupack bei den bisherigen 36 Volt-Akkuwerkzeugen und den meisten Gartengeräte mit 36 Volt nicht einsetzen.

Dank CoolPack-Technik sollen Aluminium-Kühlrippen die Zellen zuverlässig vor Überhitzung schützen und dafür sorgen, dass der Akku seine Kapazität auch bei intensiven Anwendungen voll ausschöpfen kann. Das soll eine durchgängig höhere Motorleistung als bei Verwendung herkömmlicher Akkupacks ermöglichen. Die Wärmeableitung soll sich auch positiv auf die Lebensdauer des Akkus auswirken. Nach Aussage des Herstellers hält er mindestens doppelt so lange wie ein Akku ohne CoolPack-Technik.

Auch das zugehörige 36 Volt-Schnell-Ladegerät ist wetterfest. Es lädt den Akku mit zehn Ampere Ladestrom in 30 Minuten zu 80 Prozent, in 42 Minuten vollständig. Mit einem zweiten Akkupaar kann somit  unterbrechungsfreies Arbeiten sichergestellt werden. Der Akku ist schneller geladen als er sich beim Einsatz in den Geräten entlädt. Dank Aluminium-Gehäuse ist das Ladegerät zusätzlich sehr robust und langlebig. Ist der Akku im Ladegerät eingesteckt, hält ihn eine integrierte Sicherung zuverlässig an Ort und Stelle. So kann er beispielsweise beim Transport nicht beschädigt werden.

Anfang 2015 bringt Bosch zunächst vier Profigeräte auf den Markt, die dank des leistungsstarken Akkusystems eine echte Alternative zu benzinbetriebenen Gartengeräten darstellen: die Rasenmäher GRA 48 Professional und GRA 53 Professional sowie die Freischneider GFR 42 Professional und GFR 25 Professional.

Leistungsstarke Profimäher mit geringer Lautstärke

Der Rasenmäher GRA 48 Professional verfügt über 48 Zentimeter Schnittbreite, der GRA 53 Professional über 53 Zentimeter. Gespeist von zwei 6,0 Ah-Lithium-Ionen-Akkus mit 36 Volt, sollen die Rasenmäher hohe Leistung bei langer Laufzeit bieten. Durch den Radantrieb mit separatem Motor und stufenloser Geschwindigkeitsregelung kann das Arbeitstempo an die jeweilige Situation angepasst werden. Die Schnitthöhe lässt sich bequem von 20 bis 70 Millimeter einstellen. Das Grasfangvolumen beträgt 69 beziehungsweise 75 Liter. Optional ist ein Mulch-Aufsatz erhältlich.

Gewerbliche Anwender sollen mit diesen Rasenmähern in einer Stunde dieselbe Fläche bearbeiten können wie mit einem Benzingerät. Im Falle des GRA 53 Professional mit 53 Zentimeter Schnittbreite sind dies 1.500 Quadratmeter. Dabei ist der Bosch-Mäher mit 92 dB(A) allerdings 50 Prozent leiser als ein herkömmlicher Benzinmäher.

Günstiger im Betrieb als Benzinmäher

Laut Bosch Power Tools-Chef Henning von Boxberg soll sich die Investition in die neue Akkutechnik von bosch schnell bezahlt machen.

Schon im ersten Jahr soll nach Vorstellung von Henning von Boxberg die Investition in die Akkutechnik von Bosch zurückbezahlt sein. Je nach Benzinmodell ließen sich angeblich rund 60 Euro einsparen. Nach drei Jahren wären es bereits rund 1.180 Euro. Bei dieser Rechnung seien der Akkumäher von Bosch sowie zwei Akkus und das Ladegerät einkalkuliert. Ausgegangen wird von einer dreistündigen Nutzungsdauer an 200 Tagen pro Jahr. Dabei verbraucht der Bosch-Mäher pro Akkuladung und Akku ungefähr 0,22 Kilo-Watt-Stunden, das Benzingerät ungefähr 650 Milliliter Superbenzin pro Stunde. Bei aktuellen Preisen von 0,25 Cent pro Kilo-Watt-Stunde und 1,60 Euro pro Liter Superbenzin bedeutet das, dass sich die Investition eines Profi-Rasenmähers von Bosch bereits nach 178 Tagen rechnet. Dabei geht Bosch von einem Preis von 1.349 Euro für den GRA 53 Professional aus.

Inklusive 19% MwSt. kostet das Gerät schon 1.605,31 Euro. Hinzu kommen zwei 36 Volt-Akkupacks für zusammen 878,22 Euro (738,00 Euro zzgl. MwSt.) und das Ladegerät AL 36100 CV Professional für 236,81 Euro (199,00 Euro zzgl. MwSt.). Wer mit dem Bosch Akkumäher wirklich pausenlos arbeiten will, braucht noch einen zweiten Akkusatz für 878,22 Euro (738,00 Euro zzgl. MwSt.) und ein zweites Ladegerät für 236,81 Euro (199,00 Euro zzgl. MwSt.). Folglich beträgt die Gesamtinvestition in den GRA 53 Professional samt zwei Akkusätzen und zwei Ladegeräten inkl. MwSt. 3835,37 Euro. Ob sich da die Investition immer noch so schnell rentiert, wie der Bosch Power Tools-Chef kalkuliert, darf duchaus bezweifelt werden.

Allerdings hat Bosch mit dem Akku-Profimäher eine Marktlücke gefunden. Bisher gibt es noch keinen Akku-Rasenmäher, der als Alternative zu den lärmenden Benzinmähern für den professionellen Einsatz genutzt werden kann.

Leistungsstarke Profi-Freischneider mit geringer Lautstärke

Die Akku-Freischneider bieten hohe Leistung, wie Profis sie bei ihrer täglichen Arbeit benötigen.

Neben den Rasenmähern bietet Bosch künftig auch zwei leistungsstarke Freischneider mit Akku an: die Freischneider GFR 42 Professional und GFR 25 Professional. Sie sind bei jedem Wetter einsatzbereit, verfügen über einen leistungsstarken EC-Motor mit Direktantrieb und unterscheiden sich durch ihr Schneidsystem: Der GFR 42 Professional ist ausgestattet mit einer Fadenspule für leichten bis mittleren Bewuchs, der GFR 25 Professional mit einem Metallmesser für mittleren bis dichten Bewuchs. In Kombination mit einer großen Auswahl an Schneidzubehör – unterschiedliche Fadenstärken und Messer für nahezu jede Anwendung – bieten beide Freischneider die hohe Leistung, die Profis für ihre tägliche Arbeit benötigen. Beide Geräte sind gut ausbalanciert, was ermüdungsarmes Arbeiten auch an langen Arbeitstagen begünstigt.

Die Bosch-Freischneider schonen Gehör und Nerven von Anwendern, Anwohnern und Passanten noch signifikanter als die Rasenmäher. Das Modell mit Metallmesser arbeitet beispielsweise mit gerade einmal 79 Dezibel, was der Lautstärke eines Staubsaugers entspricht. Im Unterschied dazu erzeugt ein Benzin-Freischneider rund 100 dB(A) und ist damit so laut wie ein Presslufthammer.

Die neuen Bosch-Akkugeräte für die professionellen Anwender sollen ab Februar 2015 erhältlich sein.

Smart Gardening

Der Indego 1200 Connect lässt sich per GSM von fast überall per App steuern. Fotos: Bosch

Außer den neuen Profigeräten will Bosch in nächsten Jahr auch seinen Robotermäher Indego weiterentwickeln. Mit dem neuen Indego 1200 Connect will der Hersteller Menschen ansprechen, die ein Smartphone besitzen. Das Gerät vereint unter dem Motto „Rasenpflege per Fingertipp“ die einfache Bedienung per App mit seinem einzigartigen „LogiCut“-Navigationssystem für effizientes Mähen in Bahnen. Das Ergebnis: Man kann seinen Robotermäher von überall aus und jederzeit bequem bedienen – vom Sofa im Wohnzimmer aus, während der Reise mit Bus oder Bahn oder selbst aus dem Urlaub. Gleichzeitig soll der Indego 1200 Connect 30 Prozent schneller mähen, als Robotermäher, die nach dem Zufallsprinzip arbeiten. Das versteht Bosch künftig unter „Smart Gardening“.

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