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 Betreff des Beitrags: Beha-Amprobe TMD 56 Temperaturmessgerät und Datenlogger
BeitragVerfasst: 30. Apr 2017, 16:29 
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Registriert: 7. Jul 2015, 22:25
Beiträge: 677
Wohnort/Region: Raum Koblenz
– Beha-Amprobe TMD 56
– Wann angeschafft? Ende April 2017
– Wo gekauft? Voelkner.de
– Neu/gebraucht? neu
– bezahlter Preis 154,64 Euro (inkl MWSt und Versand)
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät 158 Euro (netto, entspricht 188,02 € brutto, umfasst aber nur das Messgerät selber)

Ausstattung
Bestellt wurde das Messgerät in der Ausführung „Bundle 4“. Der Lieferumfang in diesem Paket umfasst:
- Das Messgerät mit integriertem Datenlogger, USB-Schnittstelle und 2 Steckplätzen für Thermoelemente aller gängigen Typen (K, J, T, R/S, N und E). Für die Aufschlüsselung und Einsatzbereiche der Thermoelementtypen bitte diesem Link folgen.
- 2 Temperaturfühlern Typ K (NiCr/Ni), Ausführung als Drahtelement mit PVC-Ummantelung. Bevor der maximale Messbereich für Typ K erreicht ist, dürfte diese Ummantelung längst verschmort sein. Dazu kommt, dass die Messelemente die blöde Angewohnheit haben, sich ständig wieder aufzurollen. Für meinen Geschmack Spielzeug, aber als Dreingabe für niedrige Temperaturen in Ordnung. Werden durch brauchbarere Messfühler ersetzt werden.
- 4 x AAA Batterie zur Spannungsversorgung. Da ich noch nie Toshiba-Batterien in irgendeinem Gerät hatte, bleibt hier mal abzuwarten, wie die so sind. Alternativ dazu kann das Gerät auch mit externer 12 V Spannungsversorgung (nicht im Lieferumfang enthalten) betrieben werden.
- USB-Kabel. Ein USB-Kabel halt. Was soll man dazu groß sagen...
- Betriebsanleitung: Eine ziemlich umfangreiche fünfsprachige Bedienungsanleitung (en, fr, de, it, es) mit Hinweisen zu Ansprechpartnern bei Problemen / Schadensfällen, Punkt für Punkt Erklärung aller Funktionen und Tasten, Konformitätserklärung CE und FCC, Entsorgungs- und Sicherheitshinweisen, technischen Daten zum Gerät und zum Betrieb mit den unterschiedlichen Thermoelementtypen. Für eine deutsche Fassung eines US-Herstellers, die auch noch in Taiwan gedruckt wurde grammatikalisch manchmal etwas fragwürdig, aber noch gut verständlich.
- Eine DVD mit Logger- und Interfacesoftware, Treibern und Bedienungsanleitung für die Software. Treiber sind für Windows XP, 2000, Vista und 7 vorhanden. Funktioniert aber auch mit Windows 10; Windows 8 kann ich gerade nichts zu sagen; das habe ich übersprungen. Die Betriebsanleitung selber ist ausschließlich in englisch (amerikanisch); amerikatypisch mit sehr vielen Bildern und relativ wenig Text. Allerdings hat man hier „klassische“ Messgerätesoftware. Wer damit einigermaßen vertraut ist, sollte keine Probleme haben, sich intuitiv in diese zu einzuarbeiten. Konformitätserklärung und Bedienungsanleitung lassen sich auch bei Händlern (u.a. Voelkner, Conrad) und Beha-Amprobe herunterladen.
- Eine Nylontasche die ausreichend bemessen ist, den Lieferumfang aufzunehmen. Die Verarbeitung ist gut, manchmal sind die Nähte und Stickereien etwas schlampig.

Dateianhang:
Lieferumfang.jpg


Über Beha finden sich noch weitere Temperaturfühler, die mit dem Messgerät kompatibel sein dürften. Die Preise bewegen sich dabei im üblichen Rahmen. Das Angebot ist aber gerade im Hinblick auf die Vielzahl einsetzbarer Thermoelementtypen nicht gerade üppig (eigentlich geht alles außer Typ C (WRe/W)

Fazit:
Mitgelieferte Spielzeugthermoelemente: -0,5
Etwas mageres Thermoelementsortiment: -1

Testergebnis: 5,5 Punkte

Handhabung

Allgemeines:
Das Messgerät ist mit Batterien mit einem Gewicht von 365 g angegeben. Bei Überprüfung dieser Angabe zeigt meine Waage allerdings 276 g an. Entweder ist die Angabe Unsinn oder sie bezieht sich möglicherweise auf die ebenfalls in der Betriebsanleitung erfassten Schwestermodelle mit WLAN-Empfänger. Keine Ahnung ob der das Gerät gleich so viel schwerer machen würde. Weitere Gewichtszunahmen resultieren aus Abmessungen, Anzahl (eins oder zwei) und Bauart der angeschlossenen Thermoelemente.
Das Messgerät selber erscheint recht robust und steckt in einer Gummihülle. Es dürfte wohl den einen oder anderen Absturz aus Mannhöhe (Schulterhöhe eines durchschnittlich großen Mannes) überleben.
Auf der Rückseite ist über der Batterieklappe eine Abdeckung, die sich aufklappen lässt, so dass sie auch als Standfuß genutzt werden kann. Dies ist sehr praktisch bei Messungen auf der Werkbank / dem Labortisch. Da die USB-Schnittstelle und der 12 V Spannungsanschluss unten am Gerät eingebaut sind, steht das Messgerät bei Aufzeichnungen mit PC-Verbindung oder externer Spannungsversorgung aber auf Fuß und Kabel. Also entweder einen Klotz drunter legen, oder das Gerät liegend verwenden.

Dateianhang:
Stillgestanden.jpg


Bedienung über PC:
Die Bedienung über den PC (sehr hilfreich im Loggerbetrieb) ist relativ simpel und weitgehend intuitiv. Die Sprachauswahl beschränkt sich auf englisch. Die Arbeitsoberfläche selber ist wie für Messgeräte üblich (ich kenne es jedenfalls nicht anders) recht simpel gehalten. Erinnert immer ein bisschen an die alte Windows 3.11 (weiter reicht meine Erinnerung nicht zurück) Zeiten. Für meinen Geschmack o.k., das hat den Vorteil, dass da nichts ablenkt.
Besonders gefällig ist hier, dass sich der COM-Port automatisch sucht und einrichtet. Das kenne ich von anderen Herstellern selbst bei aktuellen Geräten bzw. aktueller Gerätesoftware auch ganz anders.
Über Gimmicks wie die Option Warntöne aus auf dem Rechner vorhandenen .wav-Dateien seine Warntöne (Überschreitung frei parametrierbarer Temperaturschwellwerte, Aufzeichnungsende bei schwacher Batterie) kann man geteilter Meinung sein. Ganz lustig, aber wohl eher eine nette Spielerei.
Ein kleiner Kritikpunkt ist hier, wie bei vielen anderen Messgeräten auch, dass man sich beim Export aufgezeichneter Werte in Tabellenkalkulationsprogramme erst mal die richtigen Trennzeichen einrichten muss. Immerhin wird die Einstellung für nachfolgende Exporte übernommen.

Dateianhang:
Betriebsbereitschaft.jpg

Dateianhang:
Echtzeitlauf.jpg


Bedienung über Gerätetasten:
Sämtliche Tasten des Geräts haben Mehrfachbelegung. Dabei wird aus der Beschriftung nicht immer klar, was eigentlich genau gemeint ist. Hier hilft es eigentlich nur, sich mit der Betriebsanleitung hinzusetzen und die Funktionen eine nach der anderen auszuprobieren. Das ganze wiederhole man dann so lange, bis die persönlich am meisten benötigten Funktionen sitzen.

Display:
Das Display ist ausreichend groß und gut abzulesen. Kann bei Bedarf auch beleuchtet werden. Relevante Angaben zu Modus und Einstellungen sind vorhanden.

Dateianhang:
Bildschirm.jpg


Fazit:
Bedienungsanleitung der Software nur in englisch: -0,5
Wegfall der Standfußfunktion bei Betrieb mit Rechner / externer Spannungsversorgung: -0,5
Trennzeicheneinrichtung bei Export: -0,5
Mitunter umständliche Bedienung über Tastenführung, relativ lange EInarbeitungsdauer: -1,5

Testergebnis: 4,0 Punkte

Leistung
Wie bewertet man hier jetzt die Leistung?! Das Gerät entspricht den Erwartungen. Die Grundgenauigkeit wird mit 0,05% bzw. 0,3 °C angegeben. Ich sehe dazu keine Angabe in °F, aber die interessiert mich auch eher peripher (ϑ °F = (ϑ °C + 32) x 1,8, falls das jemanden interessiert). Die Temperaturumschaltung in °F ist aber ohnehin nur nützlich, wenn Temperaturen in den USA gemessen werden müssen. Ansonsten ist in der ganzen Welt die Celsiusskala gängig. Nützlicher wäre eine direkte Messung in Kelvin.
Die Ansprechdauer ist kurz, gefühlt werden Temperaturänderungen in Sekundenbruchteilen wiedergegeben.
Genauigkeit und Ansprechdauer werden ihrerseits aber wieder vom verwendeten Thermoelement und den Rahmenbedingungen der Messung (z.B. Messung an einer Oberfläche vs. Messung im Heißgasstrom, Mantelthermoelement vs. Drahtelement) beeinflusst.
Ansonsten gibt es noch Alarmfunktionen für Schwellwerte (Hi und Lo) und niedrigen Batteriestand, Berechnung der Differenz aus den bei zwei Messelementen gemessenen Werten, Datenlogger für maximal 16.000 Messwerte (parametrierbares Intervall der Aufzeichnung und Echtzeitübertragung auf den Rechner) und die gängigen Speicherfunktionen für Maximal-, Minimal- und gerade willkürlich abgespeicherte Messwerte.
Für eine vollständige Liste der weiteren Funktionen hier mal der Link zur genannten Bezugsquelle (Keine Kaufempfehlung, es gibt auch andere); die Beschreibung hier ist ausführlicher als die auf der Herstellerseite, dort muss man für genauere Informationen die Bedienungsanleitung runterladen:

TMD 56 bei Voelkner.

Leider geht daraus nicht eindeutig hervor, ob jetzt nach ISO/DAKKS oder einfach nur Werksstandard, was immer der auch sein soll, kalibriert wurde. Kalibrierzertifikat liegt nicht bei. Vergleichsmessung mit dem frisch kalibrierten Testo und Typ K Thermoelement ergibt Abweichungen von bis zu +3,5°C auf Seiten des Amprobes. Aber auch hier spielt die unterschiedliche Bauart der verwendeten Messfühler mit rein.

Fazit:
Schlecht nachvollziehbarer Kalibrierungsstandard: -1
Etwas maue Beschreibung bei Beha-Amprobe: -1

Testergebnis: 5,0 Punkte

Umwelt
Das Gerät wird säuberlich gestapelt mit dem Zubehör in einem Plastikschuber geschickt, der in einem Karton steckt, der seinerseits mit ein paar Styropornockerln in einem größerem Karton steckt. Totaler Overkill. Man hätte das Messgerät samt Zubehör in die Transporttasche stecken und vielleicht mit etwas Papier umwickelt in einen Versandkarton packen können.
Die Bedienungsanleitung wurde in Taiwan gedruckt. Man kann über die Umweltstandards der taiwanesischen Papierherstellungs- und Druckindustrie spekulieren, es hier aber auch bleiben lassen. Wenn schon eine DVD mitgeliefert wird, hätte man sie auch einfach darauf hinterlegen können. Wer dann immer noch eine gedruckte Version braucht, kann sich dann den Teil in der benötigten Sprache ausdrucken.
Das Gerät hat einen langen Weg hinter sich, da sein Fließband im selben Land stehen dürfte. Es gibt keinen „made in ...“-Hinweis; die Chancen stehen gut für Taiwan oder die USA, ersteres ist wahrscheinlicher. Sollte das Gerät mal eingeschickt werden müssen, deuten die Hinweise (Beha stellt nur die Kommunikation her, zurückgeschickt werden muss zum Händler und es liegen noch Kundenzufriedenheitsrückmeldungskarten mit der Adresse Amprobes in Seattle bei) darauf hin, dass das Gerät dann auch lange Wege zurücklegen muss. Wenn man schon mit einer deutschen Firma verbandelt ist, kann man den Deutschland- und/oder Europaservice auch in Deutschland, zumindest aber Europa durchführen.
Der Entsorgungshinweis, das Gerät nicht im Hausmüll zu entsorgen reißt es nicht heraus. Abgesehen davon sollte, wenn der Hinweis schon da ist, auch darauf hingewiesen werden, wo ordnungsgemäß zu entsorgen ist (kommunale Sammelstellen, Kreisabfalldeponie...).

Fazit:
Verpackung: -2,5
Bedienungsanleitung unnötigerweise auf
Papier und unvollständige Entsorgungshinweise: -0,5
Lange Wege bei Reparatur: -2
Der verbleibende Punkt resultiert aus der Möglichkeit zur externen Spannungsversorgung. So lassen sich – mit Einschränkung durch Einsatzbedingungen – immerhin Batterien sparen. Für die APO-Funktion, über die sich die Einschaltdauer festlegen lässt, gibt es einen Punkt zurück.

Testergebnis: 3,0 Punkte

Preis und Preis/Leistungsverhältnis
Für den aufgerufenen Preis bekommt man ein robustes, sauber verarbeitetes Gerät, das sehr viel kann.
Zusatzkosten entstehen durch Zukauf brauchbarer Temperaturfühler. Das Angebot seitens des Herstellers ist nicht gerade üppig, Man muss hier je nach Bedarf anderswo einkaufen. Da der Anschluss über Mini-Thermoelementstecker erfolgt, lässt sich dies aber bewältigen. Die Preise in diesem Bereich müssen dabei in Kauf genommen werden. Da dieses aber schon unter Ausstattung bewertet worden ist, führt es hier nicht zu Punktabzügen.

Testergebnis: 7,0 Punkte

Ausgefallen?
nein

Besondere Kritikpunkte
- Standfußfunktion der rückseitigen Abdeckung bei Betrieb mit USB-Anschluss oder externer Spannungsquelle eingeschränkt
- Etwas komplizierte Bedienung über Gerätetasten
- Unverhältnismäßig viel Verpackung
- Eingeschränktes Messfühlersortiment seitens Hersteller
- Softwarebedienungsanleitung (und Installationsanleitungen und Bedienoberfläche) nur in englischer Sprache

Positiv aufgefallen
- Sehr einfache Bedienung über PC
- Automatische Einrichtung des COMs

Verbesserungsvorschläge
- USB-Schnittstelle und externe Spannungsversorgung auf die Seite verlegen, oder Abdeckung so umkonstruieren (zweiflügelig nach oben und unten aufklappbar), so dass das Gerät immer auch sicher stehend verwendet werden kann
- Deutsche Übersetzung zumindest für die Softwarebedienungsanleitung
- Verpackung auf reduzieren


Mein Testurteil
Wer sich von der relativ langen Einarbeitungszeit in das Messgerät nicht abschrecken lässt und eventuell des Englischen mächtig ist, erhält für relativ wenig Geld ein gutes Gerät. Im Hinterkopf behalten muss man die Zusatzkosten für Temperaturfühler und die Möglichkeit, im Schadensfall eventuell eine ganze Weile ohne Messgerät dazustehen.

Mein Testergebnis
Ausstattung: 5,5 Punkte 25%
Handhabung: 4,0 Punkte 25%
Leistung: 5,0 Punkte 25%
Umwelt: 3,0 Punkte 10%
Preis u. Preis/Leistungsverhältnis: 7,0 Punkte 15%
Gesamtergebnis: 5,0 Punkte
Gut


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