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 Betreff des Beitrags: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 15. Mär 2017, 17:30 
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– Schiwa-Cutter HS 140
– Wann angeschafft? 09.03.2017
– Wo gekauft? {Voelkner.de}
– Neu/gebraucht? neu
– bezahlter Preis 115,50 Euro (inzwischen schon wieder teurer)
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät 153,51 Euro

Ausstattung
Der Lieferumfang besteht aus dem eigentlichen Heißschneider, einer 140 mm Klinge, der Bedienungsanleitung und einem Aufhängebügel. Das Gerät wird im Pappkarton ausgeliefert; Koffer ist gegen Aufpreis erhältlich, ebenso Sets mit zusätzlichen Klingen. Klingen mit Geometrien für Nuten und Ausschnitte für Steckdosen (Wärmedämmung) sind einzeln erhältlich.
Die Bedienungsanleitung ist viersprachig (deutsch, französisch, englisch und italienisch) und passt auf jeweils eine Din A4 Seite, auf der kurz und kernig Kontaktadresse, Sicherheitshinweise, Inbetriebnahme, Garantie und Entsorgungshinweise ausgeführt werden. Alle relevanten Informationen sind vorhanden und leicht verständlich formuliert.
Bei dem vergleichsweise hohen Preis, hätten ein kleiner Schraubendreher zum Klingenwechsel und/oder eine kleine Messingbürste zum Reinigen der Klinge schon drin sein dürfen.
Testergebnis: 5 Punkte

Handhabung
Das Gerät hat laut Hersteller ein Gewicht von 1025 g. Damit kann es bei längeren Arbeitseinsätzen durchaus schon mal schwer in der Hand werden. Da es aber explizit nicht für Dauerbetrieb ausgelegt ist, sondern im Aussetzbetrieb 12 sek Arbeiten, 48 Sek Pause betrieben wird, wird es sowieso nicht ständig in der Hand gehalten sondern bei Seite gelegt oder mittels Aufhängebügel weg gehangen.
Ein Wort hierzu: Der Clip ist definitiv kein Gürtelclip. Das sollte aus Verwendungszweck eigentlich einleuchtend sein. In der Bedienungsanleitung wird zudem ausdrücklich auf die Verbrennungsgefahr durch die bis zu 500 °C heiße Klinge hingewiesen. Ansonsten ist die Handhabung sehr simpel: Schalter gedrückt halten, warten, bis die Arbeitstemperatur erreicht ist und Schneiden. Der Griff ist vollständig symmetrisch und für Rechts- wie Linkshänder geeignet. Gerade Schnitte lassen sich ohne Vorkenntnisse ausführen, Gehrungs- und Kurvenschnitte brauchen - wie bei allen handgeführten „Sägen“ - etwas Übung. Eine ungefähre Vergleichsbasis liefert hier ein Cuttermesser. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, dass das gesamte Gewicht in der einen Hand liegt, mit der das Gerät auch geführt wird. Es gibt aus oben beschriebenem Grund keine Führungshand, zumal der Griff (mit der ganzen eingebauten Elektrik) etwas klobig baut. Lässt sich mit meiner Handschuhgröße 9,5 noch bewältigen, eine 10,5 hätte es aber deutlich einfacher, eine 8 hätte es schwer. Kann ja aber nicht jeder Hände wie Klodeckel haben.
Das Reinigen der Säge erfolgt im warmen Zustand der Klinge mittels Messingbürste. Auch hier ist die Einschalt/Ausschaltdauer zu beachten, aber da die Klinge nicht schlagartig kalt wird, stellt dies kein nennenswertes Problem dar. Aus Erfahrung mit Geräten dieses Bauart hier noch ein Hinweis von mir: Da sich die Klingen relativ leicht verbiegen lassen, ist es besser, die Klinge beim Reinigen auf eine temperaturbeständige Unterlage (z.B. Fliese) zu legen, dabei sollte aber auch beachtet werden, dass die Unterlage für die Klinge etwa der halben Höhe des „Restes“ entspricht um Durchbiegen zu vermeiden. Da ich die Säge aber voraussichtlich ausschließlich in der heimischen Werkstatt zum Verpackungsbau und Styroporreste kleinmachen eingesetzt wird ist dies für mich auch kein großer Kritikpunkt.
Fazit:
An sich einfache Handhabung mit je einem halben Punkt Abzug für Reinigung, und das etwas unhandliche, etwas schwere Handstück.
Testergebnis: 5,5 Punkte

Leistung
Angegeben ist die Thermosäge mit einer Aufnahmeleistung von 110 W und 10 Sek vom Einschaltzeitpunkt bis zur Betriebsbereitschaft. Ich habe die benötigte Zeit bisher nicht gemessen, werde in der nächsten Zeit aber noch einen Versuch hierzu durchführen (mir fehlt gerade ein Teil für den Versuchsaufbau). Gefühlt dürften es aber etwas weniger als die angegebenen 10 Sekunden sein.
Laut Hersteller sind Schnitttiefen bis zu 160 mm in schwer entflammbaren Polystyrol – Hartschäumen (landläufig Styropor, aber das ist ja eine geschützte Bezeichnung im Besitz der BASF). Gearbeitet habe ich damit bis jetzt in bis zu 120 mm, ohne, dass ich sagen könnte, dass sich dabei Probleme ergeben hätten. Die Klinge erscheint über die ganze Länge gleichmäßig warm (auch hierzu noch eine genauere Untersuchung in der nächsten Zeit).
Ich habe früher schon mit sowohl ähnlichen als auch deutlich billigeren (und ich meine damit billig; nicht günstig) Heißschneidern gearbeitet, von daher bin ich der Meinung, dass das Gerät exakt das macht, was in der Beschreibung des Herstellers angesagt wird. Von daher volle Punktzahl.
Testergebnis: 7 Punkte

Umwelt
Die Verpackung ist so minimal wie möglich gehalten. Simpler Pappkarton, den das Gerät vollständig ausfüllt. Den Karton vom Völkner, in dem ja auch noch genug andere Sachen lagen, lasse ich außen vor. Auch die minimalistische Ausführung der Betriebsanleitung ist meines Erachtens im Sinne des Umweltschutzes.
Die Fehlanzeige bei kleinem Schraubendreher und Messingbürste machen theoretisch eine Fahrt zur nächsten Bezugsquelle nötig (die Schrauben lassen sich prinzipiell auch mit der Hand öffnen schließen, aber die Bürste wird nun mal benötigt). Entsorgungshinweise sind in der Bedienungsanleitung enthalten.
Der Hersteller (SCHIWA) verweist in seiner Internetpräsenz auf die eigenen Werkstätten, erwähnt allerdings nicht, wo diese eigentlich sind. Auf dem Gerät ist auch nur die Adresse der Firma angegeben. Ich kann also nicht mit Bestimmtheit sagen, wie weit das Gerät gereist ist, bis es bei mir angekommen ist. Dafür ein Punkt Abzug. Des Weiteren beträgt die Garantiedauer nur ein Jahr. Das mag daran liegen, dass dies im gewerblichen Bereich üblich ist; an Hobbyisten / Heimwerker richtet sich der Hersteller nicht. Es gibt auch keine Option zur Garantieverlängerung im Hobby- bzw. Heimwerkereinsatz. Das Gerät ist mit Spezialschrauben verschraubt, so dass das Öffnen und ggf. selber reparieren (wer's kann) oder reparieren lassen ziemlich erschwert wird. Dient aber auch der Sicherheit, damit eben nicht jeder das Gerät öffnen und sich womöglich umbringen kann. Ich ziehe einen weiteren Punkt wegen der in meinen Augen künstlich eingeschränkten Reparaturfähigkeit ab, denn wer von Elektro keine Ahnung hat, soll gefälligst die Finger davon lassen. Ein weiterer halber Punkt geht für die für die im nicht gewerblichen Bereich nicht verlängerbare Garantiedauer drauf, was der Wegwerfmentalität für meinen Geschmack nur unnötig Vorschub leistet. Man sollte sich seitens des Herstellers ruhig bewusst werden, dass es auch Heimwerker gibt, die die Billigschiene nicht schätzen.
Testergebnis: 4,5 Punkte

Preis und Preis/Leistungsverhältnis
Das Gerät ist im Vergleich zum Wettbewerb teuer. Auch im Hinblick auf die Zubehörpreise, den Lieferumfang und die (relativ) kurze Garantiedauer. Dieser Eindruck verstärkt sich noch dadurch, dass das Set mit zwei Klingen und Koffer auch schon deutlich teurer ist, als das Angebot (ebenfalls Völkner) des Mitbewerbers, der knapp verloren hat, das immerhin auch noch eine Messingbürste umfasst.
Zudem gibt es für die beiden größeren Modelle (HS 180 und HS 230) auch noch eine Schneidschablone für besondere Profile, die aber mit dem kleinen Bruder HS 140 nicht funktioniert.
An der Leistung gibt es bisher nichts auszusetzen; es macht exakt das, was es soll und das gut. Auch die Verarbeitung ist ohne Beanstandung.
Es steht zu hoffen, dass der Preis sich über die Lebensdauer rechtfertigt. Da ich das Gerät noch nicht lange habe, gehe ich die Einschätzung von Preis und Preis/Leistungsverhältnis konservativ an, bin aber bereit, dies zu gegebener Zeit (wann immer die auch sein mag, aber frühestens nach Ablauf der Garantie und einem gewissen Maß an Arbeitsstunden) zu revidieren. Ansonsten eben noch, dass nicht mal eine Bürste zur Reinigung dabei war.
Testergebnis: 4,5 Punkte


Ausgefallen?
nein

Besondere Kritikpunkte
Es ist ein allgemeiner Schwachpunkt dieser Heißschneider, dass die Klingen sehr leicht verbiegen. Zwar sind diese Verschleißmaterial, jedoch sollte – auch für eine bessere Ordnung in Gerätekoffern – eine Scheide, bzw. Einsteckhülse dabei sein, in denen sich Ersatzklingen einigermaßen geschützt aufbewahren lassen. Da werde ich wohl selber kreativ werden müssen.

Positiv aufgefallen
Die gefühlt relativ kurze Zeit bis zur Betriebsbereitschaft.

Verbesserungsvorschläge
Siehe Kritikpunkte, ansonsten könnte man noch versuchen, die etwas klobige Griffgeometrie etwas ergonomischer zu gestalten.

Mein Testurteil
Im großen ganzen bin ich mit dem Produkt zufrieden. Wie lange die Zufriedenheit anhält, wird die Zeit zeigen. Aber da bin ich verhalten optimistisch.
 
Mein Testergebnis
Ausstattung: 5 Punkte 25%
Handhabung: 5,5 Punkte 25%
Leistung: 7 Punkte 25%
Umwelt: 4,5 Punkte 10%
Preis u. Preis/Leistungsverhältnis: 4,5 Punkte 15%
Gesamtergebnis: 5,5 Punkte
Sehr gut

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 Betreff des Beitrags: Re: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 15. Mär 2017, 22:47 
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O.k. wer lesen kann ist klar im Vorteil. Doch noch rausgefunden, dass die Geräte auf der Hersteller Homepage als Made in Germany ausgewiesen sind. +1 Punkt für Umwelt, was an der Note allerdings auch nichts wesentliches ändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 15. Mär 2017, 23:16 
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Ich behaupte mal, es besteht große Ähnlichkeit mit den Geräten von ENGEL.

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Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 15. Mär 2017, 23:48 
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Ja. Engel gibt auch Made in Germany an, allerdings bei dem vergleichbaren Modell eine Aufnahmeleistung von 100 W. Die von HSGM sehen den Schiwa auch sehr ähnlich, werden aber mit 120 W angegeben. Da ich bei denen auch als einzigsten einen Hinweis auf den Herstellungsort (Walluf / Rheingau) gefunden habe, denke ich mal, dass die zumindest bei den Handschneidern auch der eigentliche Produzent sind. Wobei HSGM auch Engel-Lötgeräte im Produktportfolio hat. Die sehen "hintenrum" wieder genau so aus, wie die Schneidgeräte.
H. Gürth, weißt du zufällig, ob Engel (bzw AMTH) und HSGM zusammen gehören?

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 Betreff des Beitrags: Re: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 16. Mär 2017, 08:55 
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Engel (früher in Wiesbaden, Walluf ist ja gleich um die Ecke) ist mir seit den späten 60ern bekannt. War wohl der erste Hersteller dieser Schnelllötpistolen. Wer da jetzt zu wem gehört oder miteinander verbandelt ist :kp:

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 Betreff des Beitrags: Re: Styroporschneider SCHIWA HS140
BeitragVerfasst: 16. Mär 2017, 10:05 
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Da Engel und HSGM beide in Walluf sitzen und HSGM sowohl die Styroporschneider (vermarktet als HSGM und Engel) und Lötgeräte (vermarktet als Engel) produziert und HSGM seit Ende der 70er in Walluf sitzt, liegt die Vermutung nahe, dass HSGM mal aus Engel ausgegliedert worden sein könnte. :glaskugel:
Aber ich glaube, das gehört ab hier in den Wer produiziert oder arbeitet zusammen Thread.

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