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 Betreff des Beitrags: Bosch GKS 10,8 V-LI Akku-Handkreissäge
BeitragVerfasst: 21. Sep 2014, 14:47 
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Registriert: 7. Jul 2006, 19:45
Beiträge: 11454
Wohnort/Region: UpperAustria -WL-
– Bosch GKS 10,8 V-LI Akku-Handkreissäge
– Wann angeschafft? Februar 2014
– Wo gekauft? Werkzeug-News Testaktion
– Neu/gebraucht? Neu
– bezahlter Preis Werkzeug-News Testaktion
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät 250,80 Euro

Ausstattung

Bosch liefert die Handkreissäge in der L-Boxx. Enthalten sind die Säge, zwei Akkus, ein Ladegerät, ein Führungsanschlag der gleichzeitig ein Schienenadapter ist, ein Absaugadapter, eine unausgereifte Bedienungsanleitung sowie ein Inbusschlüssel zum Sägeblattwechsel. Das alles hübsch verstaut in einer falschen Tiefzieheinlage. Man kann aber auch das Glück haben eine richtige Einlage zu bekommen wie sich mittlerweile herausstellte.

Testergebnis: 2,0 Punkte

Handhabung

Die HKS ist sehr klein und leicht. Der erste Eindruck erweckt tatsächlich das Gefühl es mit einem Kinderspielzeug zu tun zu haben. Hat man die HKS erstmal ein wenig befingert erkennt man durchaus die Wertigkeit an manchen Stellen. Leider auch das Gegenteil an vielen anderen Stellen.

Das Gehäuse selbst ist robust, trotz der etwas schrägen Optik ergonomisch gestaltet (auf den ersten Blick weiß man gar nicht wie man die Säge halten soll) und fühlt sich auch gut an. Die gummierte Oberfläche ist rutschfest, die Schalter sind auch mit Arbeitshandschuhen noch ausreichend gut bedienbar.

Neben dem oberen Entriegelungsschalter befindet sich ein dreistelliger LED-Balken der den Ladezustand des Akkus anzeigt. Allerdings macht er das nur bei laufender Maschine was auch erstmal etwas ungewohnt ist.
Der Akku rastet sauber und ohne Wackeln hinten in den Griff ein.
Die Grundplatte ist aus Alu-Druckguss (wie eigentlich überall) und lässt sich mit einer Bosch Führungsschiene verwenden. Die dazugehörigen Verstellschrauben sind der Anforderung entsprechend gerade noch ausreichend stabil, die Schnittiefenverstellung des Sägeblattes um die Eintauchtiefe einzustellen ist geradezu ein schlechter Scherz von Bosch.
Labberiges Weichblech das sich vom Anschauen schon vor Scham verzieht. Eine tatsächliche Arretierung die dann auch den folgenden Schnitt „überlebt“ ist ausgeschlossen. Die Verbindung zwischen Mechanik und Grundplatte ist eine simple Popniete, schämt Euch bei Bosch! Präzision in welcher Form auch immer ist ab diesem Zeitpunkt Science-Fiction.

Ebenso ein meiner Meinung nach nicht zu Ende gedachtes Zubehörteil ist der Parallelanschlag. Was hat sich Bosch nur dabei gedacht einen Parallelanschlag zu entwickeln der zum Wackeln geboren wurde? Verwendet man ihn als FS-Adapter ist die Welt noch in Ordnung, allerdings als echter Parallelanschlag steht einem nur etwas mehr als ein Drittel der Führungsfläche zur Verfügung, sprich von den vorhanden ca. 20cm Fläche sind nur etwa 7cm tatsächlich als Führung brauchbar, der Rest versteckt sich hinter einer „Stufe“ und schon wackelt der Anschlag. Ich kannte bis jetzt nur Anschläge die über die gesamte Länge brauchbar waren, Bosch hat meinen Horizont hier eindeutig erweitert. Es ergibt sich für mich auch kein nachvollziehbarer Grund für diese Konstruktion, vielleicht kann mich ja jemand erleuchten.

Abschließend sei noch erwähnt das die Bedienungsanleitung wie von anderen Herstellern auch gewohnt viel Wind um nichts macht. Ein dickes Buch vollgespickt mit Warnhinweisen und dazwischen zwei Seiten die die Säge behandeln, eigentlich Schade um die Ressourcen.

Testergebnis: 1,0 Punkte

Leistung

Die Leistung der HKS ist im ersten Moment nach dem Auspacken erstmal ernüchternd. Das Betriebsgeräusch und der im Vergleich zu einer normalen HKS sehr langsam laufende Motor erwecken erstmal kaum das Gefühl das hier Leistung vorhanden ist. Das täuscht allerdings. Durch das sehr dünne Blatt und die doch recht geringe Werkstückdicke die man damit maximal bearbeiten kann ist die vorhandene Leistung recht üppig.

Erste Testschnitte durch eine Europalette waren durchaus erstaunlich. Trotz der recht geringen Drehzahl hat die HKS da wunderbar durchgezogen und man hatte zu keiner Zeit den Eindruck als würde Leistung fehlen. Die HKS musste bei mir auch die Königsdisziplin meistern, 6mm dicke Reynobond-Platten.
Reynobond-Fassadenplatten sind Compound-Platten die aus mehreren Schichten Kunststoff und Aluminium bestehen, in meinem Fall 3x Kunststoff und zweimal Aluminium.
Ein Alptraum für jede Handkreissäge, auch meine Festool Handkreissäge schneidet das Material zwar problemlos man erkennt aber deutlich dass hier bereits an der Grenze gearbeitet wird. Nicht so bei der Bosch HKS, diese hat – sicher auch dank des sehr dünnen Blattes – das Material absolut mühelos und ohne den geringsten Ausriss geschnitten. Top!

Ebenso WPC-Dielen die knapp an der Schnitttiefengrenze waren. Diese werden bei herkömmlichen HKS oder Stichsägen gerne warm und in Folge weich was ein nur deutlich erschwertes Schneiden bedeutet. Auch hier hat die Bosch klar gepunktet und sauber geschnitten ohne das Material zu erwärmen.

Soviel zum Licht, leider gibt’s auch eine Menge Schatten bei dem Gerät.
Es ist praktisch unmöglich mit der HKS gerade Schnitte zu erzeugen. Egal ob mit oder ohne Führungsschiene, die Säge zieht in jedem Material nach links. Bei den relativ dünnen Reynobond-Platten konnte man die Säge noch mit entsprechend sanfter Gewalt an die FS ziehen, bei Materialien jenseits der 5mm ist mir das nicht mehr gelungen. Das geht dann soweit das sich die Säge selbst abwürgt da irgendwann die Leistung nicht mehr ausreicht um das Blatt zu drehen da es sich schon derartig verkantet hat. Das Blatt fängt dann an das Material und sich selbst zu verbrennen, solange bis sie stehen bleibt. Ein Ding der Unmöglichkeit! Es hilft auch nichts hier irgendwelche Justierungen vorzunehmen da es sich um einen grundlegenden Planungsfehler handelt. Das Blatt liegt einfach nicht gerade an der Aufnahme auf, es MUSS sich regelrecht verziehen.
Leider wird dieses sehr große Problem seitens Bosch mit Nachdruck ignoriert. Es handle sich um Einzelfälle, man habe falsch gearbeitet und und und. Der geneigte Leser möge sich im Internet bitte selbst die vielen „Einzelfälle“ raussuchen und sich ein Bild davon machen. Die entsprechenden Seiten sind voll davon und jeder der mehr als Furniere zu schneiden hat hat dieses Problem.

Testergebnis: 2,0 Punkte

Umwelt

Keine Beanstandungen, wie immer bei Bosch gibt es nichts was man wegwerfen müsste. Also keine Umweltbelastung durch unnötiges Verpackungsmaterial.

Testergebnis: 6,0 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis

Gemessen an dem Testergebnis ist das P/L-Verhältniss unbefriedigend da die Maschine unbrauchbar ist. Dafür sollte man dann auch kein Geld verlangen das den Wert der L-Boxx übersteigt.

Testergebnis: 1,0 Punkte

Ausgefallen?

Ja, nach wenigen Zentimetern hat sich das Sägeblatt so verzogen das es blockiert.
L-Boxx hat sich schon nach wenigen Öffnungs- und Schließaktionen selbst zerstört, einer der Schnappverschlüsse verweigert den Dienst und schließt nicht mehr richtig. Das halte ich aber für einen Ausreisser, ich arbeite schon lange genug mit den L-Boxxen und weiß diese als durchaus robust und langlebig zu schätzen.

Besondere Kritikpunkte

Extrem lässig gebaute und verarbeitete Schnittiefeneinstellung neu konstruieren. Dafür sorgen dass das Sägeblatt endlich gerade montiert werden kann.

Positiv aufgefallen

L-Boxx prinzipiell sehr gut durchdacht und universell einsetzbar. Gerät hat für die Akkuklasse ausreichend Leistung und ist ausgesprochen handlich.

Verbesserungsvorschläge

Nochmal von vorne anfangen und diesmal alles zu Ende denken.

Mein Testurteil

Zu erwähnen sei auch noch das Bosch es seit einem halben Jahr nicht der Mühe wert findet die richtigen Einlagen zu schicken geschweige denn ein funktionierendes Gerät.
Bosch erwartet von den Testern keine Lobhudeleien sondern will ehrliche und objektive Testergebnisse von der Front. Die bisher von mir getesteten Geräte von Bosch waren alle durch die Bank brauchbar und vor allem für den ihnen angedachten Zweck geeignet.
Das ist bei dieser Handkreissäge leider nicht der Fall, das Gerät ist schlicht und ergreifend unausgereift, auch wenn der Grundgedanke sicher gut war. Hier muß dringend nachgearbeitet werden, so wirft das kein gutes Bild auf Bosch.

Mein Testergebnis
Ausstattung: 2 Punkte 25 %
Handhabung: 1 Punkte 25 %
Leistung: 2 Punkte 25 %
Umwelt: 6 Punkte 10 %
Preis und Preis⁄Leistungsverhältnis: 1 Punkte 15 %
Gesamtergebnis: 2 Punkte
Mangelhaft ✱ ✱ ❍ ❍ ❍ ❍ ❍


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 Betreff des Beitrags: Re: Bosch GKS 10,8 V-LI Akku-Handkreissäge
BeitragVerfasst: 22. Sep 2014, 12:30 
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Registriert: 10. Sep 2014, 21:35
Beiträge: 478
Wohnort/Region: Bonn Rhein Sieg
Hi,

kurze Frage, was ist das für ein Kreissägenblatt, von Bosch selber?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bosch GKS 10,8 V-LI Akku-Handkreissäge
BeitragVerfasst: 22. Sep 2014, 13:01 
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Moderator

Registriert: 7. Jul 2006, 19:45
Beiträge: 11454
Wohnort/Region: UpperAustria -WL-
Ja, das originale Boschblatt.

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