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 Betreff des Beitrags: Optimum F-25 Bohr-/Fräsmaschine
BeitragVerfasst: 10. Sep 2011, 18:33 
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Registriert: 11. Feb 2010, 11:33
Beiträge: 7809
Wohnort: Österreich
– Optimum F-25 Bohr-/Fräsmaschine
– Wann angeschafft? August 2011
– Wo gekauft? Privat
– Neu/gebraucht? gebraucht
– bezahlter Preis 750 Euro
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät 1379€

Ausstattung
Bei meiner Fräsmaschine war leider keine Originalausstattung dabei, ich kann diesen Punkt deshalb nicht bewerten. Je nach Lieferant kann die Originalausstattung variieren, sie beinhaltet aber so gut wie immer eine Anzugsstange (M12) und Bedienwerkzeug, in vielen Fällen auch einen Schraubstock und einen Messerkopf. Ich kenne die Messerköpfe von Optimum, sie sind nicht schlecht aber sollten auf jeden Fall mit guten Wendeplatten bestückt werden da die Originale von Optimum nicht das Gelbe vom Ei sind. Der Schraubstock sowie das Bedienwerkzeug wird in diversen Quellen als „brauchbar“ angesehen.
Testergebnis: 0 Punkte unbewertet

Handhabung
Die Handhabung der Maschine gestaltet sich durch ihre 170kg recht schwierig, man sollte auf jeden Fall mindestens zu zweit oder zu dritt die (teilzerlegte) Maschine auf ein ordentliches Untergestell packen, am besten verwendet man hierzu dicke Holzplatten und ordentliche Stahlprofile. Ich habe sie mit einem Motorkran bewegt. Wenn die Maschine mal steht geht die Arbeit zu Beginn los: Zerlegen, reinigen, ansehen. Ich habe einiges an Formsand aus dem Guss geholt, die Fräse von Spuren des Vorgängers gereinigt und alle Führungen neu eingestellt. Obwohl was an der Maschine gemacht wurde waren einige Kanten noch „gratig“. Auch das Korrosionsschutzfett welches sich noch an einigen Stellen abgelagert hat soll entfernt werden. Ohne diverse Detailverbesserungen auf die ich hier nicht näher eingehen möchte da sie mit dem Test an sich nichts zu tun haben sollte man einen längeren Arbeitstag dafür einplanen.
Hat man sich diese Arbeit aber mal angetan steht eine solide und gut bedienbare Fräse-/Säulenbohrmaschine vor einem. Die Handräder an X- und Y-Achse sind mit 0,05mm-Teilung versehen was ich sehr praktisch finde, die Beschriftung ist logisch. Man kann Verfahrwege direkt ablesen und muss nicht wie bei vielen Konkurrenzprodukten noch rechnen da die Handräder bzw. die Skalen irgendeine Teilung besitzen und nur mit „10-20-30..“ beschriftet werden. Die Teilung des Handrads der Z-Achse ist zwar 0,025mm, allerdings lässt sich die eingestellte Tiefe ebenfalls direkt ablesen.
Das Handrad bewegt die Pinole mittels Schneckengetriebe max. 90mm nach unten, muss mehr in der Höhe verstellt werden kommt man nicht herum die Maschine selbst auf der Säule zu bewegen. Dazu müssen zwei M16-Schrauben gelöst werden, die Höhenverstellung erfolgt über eine Kurbel.
Dateianhang:
Motorwippe-ZVerstellung.jpg

Dateianhang:
Kurbel.jpg

Wichtig für optimale Ergebnisse und lange Standzeiten der Werkzeuge sind zwei Dinge: erstens muss die Maschine stabil genug für die Anforderungen sein, zweitens muss die Schnittgeschwindigkeit (Drehzahl) zum Werkzeug passen. Ersteres erfüllt die F-25 für meine Zwecke ausreichend, man könnte die Stahlsäule mit ca. 10mm Wandstärke zur besseren Dämpfung noch mit Beton ausgießen oder eine Vollmaterialsäule kaufen worauf ich aber bewusst verzichte. Die Säule ist übrigens präzise zum Tisch ausgerichtet, beim Überfahren des Tisches bewegt sich meine Messuhr um 0,01mm in X-Richtung, in Y kann ich keine Abweichungen feststellen.
Der zweite oben genannte Punkt, nämlich die korrekte Drehzahl, kann über zwei Riemen eingestellt werden. Okay, ich gebe zu, dass eine elektronische Verstellung praktisch wäre, allerdings muss man damit leben, dass viele Motorsteuerungen (sei es nun ein FU beim Drehstrommotor oder eine Pulsweitenmodulation beim Gleichstrommotor) recht empfindlich sind und man damit z.B. nicht bei voll „aufgedrehtem“ Drehzahlpoti starten soll da sonst die Elektronik rauchen könnte. An der Optimum F-25 wird der Riemen nur über eine Motorwippe gespannt, wenn man also den Motor in Ausgangsposition bringt und eine Flügelschraube anzieht (siehe Fotos) kann man sehr schnell und einfach die Riemen umlegen. Ich bin ein Fan des 400V-Drehstrommotors da er einfach und robust ist, mir gefällt diese Lösung recht gut. Einen FU werde ich mir dennoch anbauen um mal beim Reiben oder Senken die Drehzahl schnell reduzieren und wieder erhöhen zu können.
Dateianhang:
Riemen.jpg

Der Werkzeugwechsel gestaltet sich recht einfach. Die obere Abdeckung muss aufgeklappt werden, sie ist mit Schnellverschlüssen versehen. Die Anzugsstange (M12) wird mit einem 19er Schlüssel gelöst, unten an der Pinole ist zum Gegenhalten eine 32er Schlüsselfläche aufgefräst. Ein Nachteil bei allen derartigen Systemen mit MK-Kegel und Anzugsstange sind die evtl. hohen zum Lösen des Werkzeugs (die Kegel sind selbstsichernd) nötigen Kräfte. Um nicht ständig an der Maschine mit dem Schonhammer rumschlagen zu müssen baut man sich am besten eine einfache Ausdrückvorrichtung.
Die Pinole kann übrigens per Handrad (Z-Zustellung beim Fräsen) sowie per Griff (Bohren) nach unten gefahren werden was ich sehr praktisch finde, die Umschaltung erfolgt per Handradumdrehung.
Alles in Allem bin ich mit der Maschine zufrieden und auch wenn sie nicht perfekt dasteht kann man gut damit arbeiten.
Testergebnis: 5 Punkte

Leistung
Von Optimum wurden folgende Daten angegeben:
Fräsleistung: 76mm mit Messerkopf bzw. 20mm mit Fingerfräser
Bohrleistung: 25mm in Stahl
Verfahrwege: 340mm in Z und X, 145mm in Y

Die Fräsleistung hängt von der Zähnezahl des Fräsers, des Vorschubs sowie der Zustellung im jwlg. Werkstoff ab, richtig schruppen wie mit einer Industriemaschine kann man mit der F-25 nicht. Mit scharfen Fräsern (am besten HSS) und nicht allzu hoher Zustellung sind die Leistungswerte aber realistisch. Die Bohrleistung von 25mm kann ich nicht überprüfen da ich einerseits nur einen 20er Bohrer besitze und andererseits mit einem 13mm Bohrer vorbohre da für den 20er ins Volle sehr hohe Vorschubkräfte nötig wären, den 20er (vorgebohrt) packt die Maschine aber recht gut in Bau- und Automatenstahl.
Testergebnis: 6 Punkte

Umwelt
Über die Verpackung kann ich leider nichts sagen da ich sie unverpackt abgeholt habe, da Optimum die Maschine nicht mehr baut habe ich auch keine Infos zur Garantie (die Angaben bei Kopien variieren). Da die Maschine Großteils aus Guss und Stahl besteht kann sie fast zu 100% recycelt werden, die Reinigung gestaltet sich aber als nicht ganz einfach da am Tisch gerne Späne in den T-Nuten und Vertiefungen zurückbleiben, auch der Kühlmittelabfluss sollte an einer etwas tieferen Stelle angebracht werden da immer ca. 1-2mm Flüssigkeit stehen bleiben.
Sehr positiv muss aber die geringe Lärmentwicklung erwähnt werden, die Maschine ist im Leerlauf so leise, dass sie sogar in einer Mietwohnung stehen könnte ohne die Nachbarn zu stören, der Lärm entsteht erst beim Fräsen. Für den Menschen gefährliche Vibrationen treten nicht auf.
Testergebnis: 4 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis
Absolut okay, man zahlt zwar einiges aber bekommt dafür eine gute und solide Maschine.
Testergebnis: 5 Punkte


Ausgefallen?
nein

Besondere Kritikpunkte
-

Positiv aufgefallen
Massiver und einfacher Aufbau, man kann fast alles selbst reparieren, sehr maßhaltiger Tisch

Verbesserungsvorschläge
Den Abfluss des Kühlschmiermittels in einen tieferen Punkt legen, bessere Flügelschrauben oder Hebel für die Klemmung der Achsen sowie der Motorwippe verwenden.

Mein Testurteil
Eine (auf Preis und Gewicht bezogen) sehr stabile Maschine mit der viele Hobbyisten ihr Auslangen finden können, ich bin völlig zufrieden und würde sie nach meinen bisherigen Tests wieder kaufen. Bei Nachbauten wie der Chester Eagle sollte man aber vorsichtig sein, diese sind oft verdächtig günstig.

Mein Testergebnis
Ausstattung: 0 Punkte 0 %
Handhabung: 5 Punkte 40 %
Leistung: 6 Punkte 35 %
Umwelt: 4 Punkte 10 %
Preis und Preis⁄Leistungsverhältnis: 5 Punkte 15 %
Gesamtergebnis: 5,3 Punkte
Gut ✱ ✱ ✱ ✱ ✱ ❍ ❍


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