Bau 2013 vom 14. bis 19. Januar 2013 in München

11.01.2013

Was es alles rund ums Bauen gibt

Messe Impressionen





Fotos: Bau/Messe München

Vom 14. bis 19. Januar 2013 findet die Messe Bau auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die Bau ist die wichtigste Branchenmesse für die Bauwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen Baustoffe und Baumaterialien sowie Dienstleistungen rund um den Bau. Aber auch bei den Werkzeugherstellern wird die Messe immer beliebter.

Die „Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme“ erwartet rund 2.000 Aussteller aus über 40 Ländern sowie etwa 240.000 Besucher aus aller Welt. Auf 180.000 m² Fläche präsentiert die Bau Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand. Sie führt, weltweit einmalig, alle zwei Jahre die Marktführer der Branche zu einer Gewerke übergreifenden Leistungsschau zusammen.

Mit rund 50.000 Planern ist die Bau zugleich die weltgrößte Fachmesse für Architekten und Ingenieure. Das Angebot ist nach Baustoffen sowie nach Produkt- und Themenbereichen gegliedert. Zukunftsweisende Themen, wie nachhaltiges und generationengerechtes Bauen, spielen quer durch alle Ausstellungsbereiche eine wichtige Rolle. Die zahlreichen attraktiven Veranstaltungen des Rahmenprogramms, darunter hochkarätige Foren mit Experten aus aller Welt, runden das Messeangebot ab.

Vier Themenbereiche, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten das Planen und Bauen bestimmen, hat die Messe als Leitthemen definiert. Viele Aussteller werden ihre Präsentationen danach ausrichten und entsprechende Lösungen vorstellen. In den Messeforen werden Architekten, Bauingenieure und Projektentwickler diese Themen unter verschiedenen Aspekten erörtern und diskutieren. Und in den Sonderschauen werden sie anhand von Produkt- und Projektbeispielen veranschaulicht.

Nachhaltigkeit

Dieser Begriff ist für die Bauwirtschaft, mehr noch als für andere Gesellschaftsbereiche, zum Inbegriff des Handelns geworden. Er ist zugleich die Klammer für alle anderen Leitthemen der Messe. Nachhaltigkeit ist eng mit der Bau verknüpft, ebenso wie die Institutionen, die damit zu tun haben und das Thema vorantreiben.

Beim Thema Nachhaltigkeit hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Es umfasst den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden (von der Planung, über die Nutzung, bis zum Abriss) und neben ökologischen auch ökonomische und soziokulturelle Aspekte. In aller Welt wurden entsprechende Bewertungssysteme zur Zertifizierung nachhaltiger Gebäude entwickelt. Aber nicht nur komplette Gebäude, sondern auch die Bauteile, aus denen sie bestehen, werden auf ihre Nachhaltigkeit hin geprüft.

Umweltproduktdeklarationen

EPD´s (Environmental Product Declarations) sollen künftig Informationen über die funktionale und ökologische Qualität von Bauteilen und Baustoffen liefern. Das Thema Nachhaltigkeit von Gebäuden wird auch in Zukunft Forschung und Entwicklung in der Bauwirtschaft bestimmen. Die Mitbestimmung der Bevölkerung an großen Bauvorhaben (Stuttgart 21!) könnte als weiterer Teilaspekt hinzukommen. Megatrends, wie der demographische Wandel, der Klimawandel, die Energiewende und die Urbanisierung, werden unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit diskutiert. Es wird darum gehen, wie nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Stadtviertel und Städte nachhaltig geplant und realisiert werden können. In Europa wird ein Schwerpunkt auf der nachhaltigen Sanierung und Modernisierung des Gebäudebestands liegen.

Energie 2.0

Der aus dem Internet (Web 2.0) entlehnte Begriff bezieht sich, so wie ihn die Bau versteht, allgemein auf die Zukunft der Energieversorgung von Gebäuden und die damit einhergehenden technologischen Innovationen, wie sie auf der Bau 2013 zu sehen sein werden.

„Energie 2.0“ steht insbesondere für die rasant wachsende Bedeutung regenerativer Energien (Stichwort „Energiewende“, „Energiewandel“), ebenso wie für das Zusammenwirken unterschiedlicher Energieträger, fossiler und regenerativer. Natürlich bezieht „Energie 2.0“ auch die Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz mit ein.

Neben diesen technologischen Komponenten hat der Begriff, ähnlich wie Web 2.0, auch eine soziale Dimension. Gemeint ist die Interaktion aller, die mit dem Thema „Energie 2.0“ zu tun haben, es vorantreiben, Lobbyarbeit betreiben und ihre teils unterschiedlichen Interessen einzubringen versuchen: Industrie, Politik, Rohstoff- und Immobilienwirtschaft – nicht zu vergessen die Gebäudenutzer, von denen immer mehr selbst aktiv werden und ihre Gebäude sanieren bzw. energetisch optimieren, sei es um Geld zu sparen oder aus Sorge um die Umwelt.

Wie also sieht das Energiemanagement von Neubauten aus? Welchen Anteil daran werden regenerative Energien künftig haben und wie werden sie in das Gebäude bzw. in die Gebäudehülle eingebunden und intelligent mit der Gebäudetechnik vernetzt? Und: Welche neuen Lösungen gibt es zur energetischen Sanierung von Gebäuden?

Als gewerbeübergreifende Material- und Technologieschau, die das Gebäude (Dach, Wand, Fenster, Fassade) und dessen technische Ausstattung von innen und außen betrachtet, ist die Messe geradezu prädestiniert, Antworten auf diese Fragen zu geben. Aber auch den sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit dem Thema „Energie 2.0“ in Zusammenhang stehen, wird sich die Bau stellen. Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Verwandelt sie sich vom Energiekonsumenten zum Energieproduzenten und wenn ja: Was bedeutet das? Wie wirken sich die Themen Energie und Energieeffizienz auf unsere gebaute Umwelt aus? Welche Rollen spielen jetzt und in Zukunft Zertifizierungssysteme und Umweltproduktdeklarationen für Bauprodukte und –materialien? Diese Fragen werden in Foren, Sonderschauen und Kongressen diskutiert und veranschaulicht. Renommierte Experten aus aller Welt werden dazu Stellung nehmen und ihre Sicht der Dinge erläutern.

Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert

Jeder zweite Mensch lebt heute schon in der Stadt. Im Jahr 2050 sollen bereits 75 Prozent der dann weltweit rund 9,3 Mrd. Menschen in Städten leben. Wie diese Entwicklung zu bewerten ist und was sie für die Zukunft der Stadt bedeutet, das wird die Bau 2013 unter dem Leitthema „Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert“ thematisieren.

In Deutschland hat die Zukunft bereits begonnen. Hier leben drei Viertel der Menschen in urbanen Strukturen. Insbesondere unter energetischen Gesichtspunkten hat die stadttypische dichte Besiedlung Vorteile. Bekanntlich werden 40 Prozent der Endenergie in Gebäuden verbraucht. Davon entfallen allein 75% auf die Erzeugung von Raumwärme, der Rest verteilt sich auf Beleuchtung, Kältetechnik und die Energie, die durch unsere modernen Kommunikationsmittel verbraucht werden. Weitere zehn Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie geht auf das Konto der Mobilität - und zwar der Mobilität, die erforderlich ist, um sich zwischen Arbeitsplatz und Wohnort zu bewegen, um einzukaufen und um am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. In entwickelten Ländern, beispielsweise in fast ganz Europa, sind diese Werte vergleichbar.

Folgerichtig bietet eine „integrierte“ Stadt, in der die Häuser energetisch vernünftig optimiert sind, ein immenses Potential zur Energieeinsparung. Dabei geht es nicht um jedes einzelne Gebäude. Die energetische Sanierung darf nicht die örtliche Identität zerstören oder gar Denkmäler ruinieren. Es geht darum, Strukturen zu erhalten und durch intelligente Vernetzung mit energieerzeugenden Neubauten CO2-neutrale Quartiere zu bauen, die dann als Ganzes eine CO2-optimierte Stadt bilden.

Was darüber hinaus für die Stadt spricht: Nur in städtischen Strukturen wird es möglich sein, ältere Menschen so zu versorgen, dass sie lange in ihrem persönlichen Umfeld leben können. Und zum Leben gehört auch für ältere Mitmenschen mehr als Gesundheit und ärztliche Versorgung. Dazu zählt auch die Teilnahme am kulturellen und sozialen Miteinander. Dies kann nur die Stadt gewährleisten, denn die vielen sozialen und anderen Dienstleistungen, die dazugehörige Infrastruktur, beispielsweise der öffentliche Nahverkehr, werden sich langfristig nur im städtischen Raum rechnen. Für beides, Energie und Demographie, werden Zukunftsstrategien benötigt. Das ist heute und morgen eine Herausforderung für umsetzungsstarke Partner in Planung, Politik, Industrie und Ausführung.

Generationengerechtes Bauen

In den eigenen vier Wänden alt zu werden, ist der Traum vieler Menschen. Immer häufiger werden Gebäude so geplant, dass das auch funktioniert. Wie „generationengerechtes Bauen“ im Detail aussieht und was dabei zu berücksichtigen ist, zeigt die Bau 2013 ebenfalls. Bereits 2011 hatte sich die Messe dieses Thema auf die Fahnen geschrieben und in Kooperation mit der GGT (Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik) in einer Sonderschau umgesetzt. Diesmal wird die Ausstellung „generationengerechtes Bauen“ den Komfort-Gedanken besonders berücksichtigen. Auf einer Fläche in der Halle A4 werden multifunktional nutzbare Hotel-Räumlichkeiten nachgebaut und mit Produkten ausgestattet, die Jung und Alt gleichermaßen ansprechen.

Weil die Menschen immer länger leben und möglichst lange unabhängig sein wollen, wird das generationengerechte Bauen so schnell nicht an Aktualität verlieren. Eine zur Bau 2011 durchgeführte Umfrage unter 1.100 Personen über 50 Jahre brachte zutage, dass zwei Drittel der Befragten im Alter von 70 Jahren ohne fremde Hilfe in den eigenen vier Wänden wohnen wollen. Die Hälfte der Befragten wollte ihre Wohnung bzw. ihr Haus altersgerecht umbauen, um später noch gut darin leben zu können. Auch bei Architekten und Planern ist das Thema längst angekommen. Welche Themen in den kommenden fünf Jahren das Bauen und die Bauwirtschaft dominieren werden, hat die Heinze Marktforschung 206 Architekten und Planer gefragt. „Barrierefreie Einrichtungen“ sagten 63%. Grund genug für die Bau 2013, die Generationengerechtigkeit beim Bauen ganz oben auf die Agenda zu setzen.

Die 17 Messehallen sind nach Baustoffen, Produkt- und Themenbereichen gegliedert. Wie die 180.000 m² Hallenfläche im Einzelnen strukturiert sind, schildert die folgende Übersicht:

Der Bereich Steine/Erden präsentiert sich auf 22.000 m² in den Hallen A1 und A2. Er umfasst Steinzeug, Kalksandstein, Beton, Bims- und Faserzement-Baustoffe, Putze, Estriche, Dämm- und Isolierstoffe.

Dachkonstruktionen inklusive Dachfenster belegen die komplette Halle A3. Die Ziegelindustrie zeigt ihr ganzes Repertoire - vom Mauerziegel, über Dachziegel, bis hin zum kompletten Gebäudeteil – Energieerzeugende Systeme inklusive.

Der Bereich Naturstein, Kunststein und Außenraumgestaltung belegt auf rund 5.000 m² die halbe Halle A4.

Bauchemie und Bauwerkzeuge sind in Halle A5 sowie einem Teil der Halle A4 auf rund 16.000 m² konzentriert. Führende Hersteller zeigen, wie ihr umfangreiches Sortiment - von Isolier- und Dämmstoffen bis hin zu Putzen, Lacken, Farben und Klebstoffen – an der Fassade und im Innenausbau zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch Lösungen zu Brand- und Schallschutz. In diesem Bereich sind auch fast alle namhaften Hersteller von Elektrowerkzeugen für den Bau zu finden.

Der Bereich Keramik sowie Innenraummaterialien und -Produkte ist traditionell in der Halle A6 beheimatet. Führende Hersteller aus aller Welt zeigen neueste Kreationen zur Innen- und Außenraumgestaltung: Fliesen, Keramik, Fassadensysteme, Bodenbeläge, Sanitärtechnik.

Auch bei der Bau 2013 wird es - nördlich der Halle B5 – wieder ein Freigelände geben. Hier wird u.a. das Solarhaus präsentiert, mit dem das Team der RWTH Aachen beim Solar-Decathlon-Wettbewerb in Madrid antritt.

Im Eingang Ost trainiert das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes für die World Skills, die Berufsweltmeisterschaften der Handwerker. Maurer, Stuckateure, Fliesenleger und Zimmerer treten auf der Messe zum öffentlichen Training an.

Zum Download des Messeplans auf das Bild klicken.

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag:  09:30 – 18:30 Uhr
Samstag:              09:30 – 17:00 Uhr

Eintrittspreise: vor Ort
Online-Vorverkauf
Tagesticket
35 Euro
21 Euro
2-Tageticket 68 Euro
30 Euro
6-Tageticket 89 Euro
44 Euro
Ermäßigtes Tagesticket* 9 Euro
nur vor Ort
Gruppenticket** 25 Euro
nur vor Ort
Katalog Bau 2013 26,50 Euro

*
Für: Schüler, Studenten, Behinderte, BFD
**
Für Gruppen ab 10 Personen. Preis gilt pro Person.

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