15.01.2009

Kleiner, leichter und spezieller

Das neue Jahr hat zwar gerade erst angefangen, aber schon jetzt zeichnen sich erste Trends bei Elektrowerkzeugen. Wir haben die aktuellen Werkzeugtrends für Sie zusammengestellt.

Der Trend zu mehr Akkuwerkzeugen geht auch 2009 weiter. Für immer mehr Anwendungen gibt es neue Akkuwerkzeuge. Die Lithium-Ionen-Akkus machen es möglich, auch relativ kleine und kompakte Akkumaschinen zu produzieren. Trotz aller Vielfalt scheinen sich drei Voltklassen bei den meisten Herstellern zu etablieren. 10,8 Volt (bei einigen Marken auch als 12 Volt bezeichnet) für kleine kompakte Maschinen zum Bohren und Schrauben und andere weniger leistungshungrige Anwendungen, 18 Volt für leistungsfähige Schrauber und andere Anwendungen sowie 36 Volt (und auch 28 Volt) für höchste Leistungen, vor allem bei Bohrhämmern und Sägen.

Lithium-Ionen-Akkus haben sich bei praktisch allen Elektrowerkzeug-Herstellern durchgesetzt. Neue Akkumaschinen werden fast nur noch mit Lithium-Ionen-Akkus vorgestellt. Wobei meist, wie bei den neuen Akku-Bohrschraubern von Metabo, keine Kompatibilität mehr zu alten Nickelakkus gegeben ist. Das drohende Verbot von Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) in Elektrowerkzeugen kann aus Sicht der Hersteller kommen, denn die Alternativen sind vorhanden. Mit der Umstellung auf Lithium-Ionen-Akkus werden aber wohl nicht nur die NiCd-Akkus verschwinden, auch die bisher nicht vom EU-weiten Verbot betroffenen Nickel-Metallhydrid-Akkus wird es wohl auch nicht mehr lange geben. Die Vorteile von Li-Ion-Akkus, die es jetzt auch in verschiedenen Qualitäts- und Leistungsstufen gibt, sind einfach zu groß. Die Technik ermöglicht es, leichtere und handlichere Akkuwerkzeuge mit längerer Laufzeit zu konstruieren. Ein weiterer Vorteil für Gelegenheits-Heimwerker ist außerdem die geringe Selbstentladung. Selbst wenn die Maschine mal monatelang in der Schublade gelegen hat, ist sie in der Regel sofort einsatzbereit. Und ist der Akkupack doch mal leer, werden Lithium-Ionen-Akkus auch relativ schnell wieder aufgeladen. Es gibt zwar bisher keine Super-Schnellladegeräte, die das in zehn Minuten schaffen, aber Ladezeiten von 20 bis 60 Minuten sind bei den Profimaschinen Standard, bei den billigen Heimwerkermaschinen können es auch schon mal bis zu drei Stunden sein. Durch die besondere Ladecharakteristik der Li-Ion-Akkus sind diese aber schon nach zirka der Hälfte der Ladezeit zu etwa 80 Prozent geladen. Das genügt für die meisten Anwendungen. Mit einem zweiten Wechselakku kann man somit praktisch pausenlos arbeiten, wenn eine Steckdose zum Aufladen des zweiten Akkupacks in der Nähe ist.

Ein weiterer Trend scheint auch 2009 nicht aufzuhalten zu sein: Bei den billigen Heimwerkermaschinen wird es wieder mehr Akkugeräte mit fest eingebauten Akkuzellen geben. Wenn der dann in zirka vier bis fünf Jahren verbraucht ist, kann man die Maschine gleich wegschmeißen, da sich die hohen Servicekosten für einen Wechsel des eingebauten Akkus meist nicht mehr lohnen.

Auch netzbetriebene Elektrowerkzeuge werden künftig kleiner und leichter. Der Trend geht weg vom universellen Alleskönner zum handlichen Spezialisten. Ein Paradebeispiel ist der neue Bohrhammer 550 HSML von Kress. Die Maschine hat keine Meißelfunktion, keinen zweiten Gang und kein Wechselfutter, sondern ist optimiert für die üblichen Dübelbohrungen von 4 bis 12 mm Durchmesser und die beherrscht sie sehr gut. Das Wichtigste ist aber: Der 550 HSML ist sehr handlich und mit 1,7 kg Gewicht der leichteste netzbetriebene pneumatische Bohrhammer weltweit. Auch in anderen Werkzeugbereichen wird sich der Trend zu kleinen und leichten Maschinen für einen speziellen Anwendungsbereich fortsetzen. Das Watt-Rennen scheint zu Ende zu sein..

Sicherheit und Ergonomie sind weitere Entwicklungsschwerpunkte bei Elektrowerkzeugen. So werden wir wohl 2009 mehr Elektrowerkzeuge mit Wiederanlaufschutz bekommen. Der elektronische Schutz soll verhindern, dass die Maschine nach einem Stromausfall oder dem Einstecken des Netzsteckers unkontrolliert anläuft.

Bei professionellen Elektrowerkzeugen hat der Schutz des Anwenders vor Vibrationen besondere Bedeutung. Die von der EU-Richtlinie 2002/44/EC geforderte Begrenzung und Dokumentation der Vibrationsbelastung der professionellen Anwender führt dazu, dass die Hersteller die Vibrationsdämpfung in ihren Maschinen verbessern. Dies gilt vor allem für Winkelschleifer und Bohrhämmer.

Auch Service steht bei vielen Elektrowerkzeug-Herstellern im Mittelpunkt. Zum einen sind es bessere Garantieleistungen durch Garantieverlängerung für viele Profimaschinen auf drei Jahre. Einzelne Baumärkte bieten ihren Kunden ebenfalls drei oder gar fünf Jahre Garantie an. Kress gewährt sogar zehn Jahre Garantie und führt jährlich eine kostenlose Wartung der Maschinen durch. Hilti spricht gar von einer lebenslangen Garantie und meint maximal 30 Jahre.

Prompter Service und kurze Reparaturzeiten zählen vor allem beim gewerblichen Einsatz von Elektrowerkzeugen. Entsprechend bemühen sich viele Hersteller immer mehr um direkte Abholung der Maschinen beim Anwender und zügige Reparaturen.

Handwerker müssen Elektrowerkzeuge künftig nicht mehr kaufen, sondern können sie auch leasen. Entsprechende Angebote gibt es unter anderem von Bosch, DeWalt, Hilti, Hitachi und Mafell. Bosch und vor allem Hilti bieten bereits mit ihrem Flottenmanagement eine Rundum-Glücklich-Lösung für ihre Profikunden an.