Metabo Li-Power

04.02.2005

Lithium-Ionen-Zellen bald auch in Akkupacks für die Air-cooled-Maschinen von Metabo



Bald auch mit Li-Power-Akkupacks lieferbar: Metabo BSZ 14,4 und KSA 18. (Fotos: Metabo)

Als Quantensprung bei Wechsel-Akkupacks bezeichnet Metabo den Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus in bereits vorhandene Metabo-Akkugeräte und die dazugehörigen neuen Universal-Ladegeräte.

Der schwäbische Elektrowerkzeughersteller präsentiert erstmals Wechsel-Akkupacks mit Lithium-Ionen-Zellen für bereits im Markt vorhandene Akkugeräte. In Kombination mit der bereits 2004 von Metabo vorgestellten Air-cooled-Ladetechnik wird das Arbeiten mit Akkuwerkzeugen durch diese Neuentwicklung wesentlich einfacher und vor allem kostengünstiger. Der Anwender spart darüber hinaus wertvolle Zeit, da die Akkupacks vor und während des Ladens im Ladegerät effizient gekühlt werden und dadurch wird die Zykluszeit (Abkühlzeit eines hart heran genommen Akkupacks plus Ladezeit) teilweise mehr als halbiert.

Li-Power-Akkus haben eine sehr geringe Selbstentladung. Es dauert vier bis fünf Jahre bis ein ungenutzer Akkupack leer ist. Bei NiCd-Akkus ist dies schon nach drei bis vier Monaten der Fall. Nach einem Jahr Lagerung ohne Gebrauch bringt der Lithium-Ionen-Akku noch annähernd volle Leistung.

Die neuen Akkupacks werden von Metabo zunächst mit Kapazitäten von 2 Ah (Amperestunden) oder 3 Ah angeboten. Diese Kapazität steht über die gesamte Lebensdauer zur Verfügung, unabhängig davon, ob der Akku ganz oder nur teilweise entladen war, bevor er wieder ins Ladegerät gesteckt wurde. Deshalb ist erstmals auch möglich, eine wirklich funktionierende, kostengünstige Kapazitätsanzeige zu realisieren. Sie ist künftig in allen Li-Power-Akkupacks eingebaut und zeigt den aktuellen Ladezustand auf Knopfdruck an.

Ein wichtiger Vorteil für den Anwender ist das um zirka 40 Prozent niedrigere Gewicht im Vergleich zu den bisher bei Elektrowerkzeugen benutzten Akku-Systemen. Ein Akkupack mit 14,4 Volt Spannung und einer Kapazität von 3 Ah wiegt nur zirka 540 Gramm im Vergleich zu einem Gewicht von annähernd einem Kilogramm bei NiCd- oder NiMH-Akkupacks.

Voll Leistung bei niedrigen Temperaturen

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verweigern NiMH-Akkus ihren Dienst. Der Akkuschrauber dreht sich einfach nicht. Der Akkupack muss dann erst einmal aufgewärmt werden. Li-Power-Akkus arbeiten dagegen in einem Temperaturbereich von minus 20 Grad Celsius bis plus 70 Grad Celsius problemlos.

Die Hochstromfestigkeit ist jedoch etwas niedriger als bei NiCd-Akkus. Diesen Nachteil kompensiert Metabo durch eine geänderte Getriebeabstufung und angepasste Motoren. Das hohe mechanische Drehmoment verlangt einfach einen niedrigeren Strom.

Die Lebensdauer der Li-Power-Akkus ist mit der von NiMH vergleichbar. Sie liegt bei bis zu 1000 Lade- und Entladezyklen. Allerdings ist der Wirkungsgrad der Lithium-Ionen-Akkus um einiges besser als der von NiCd- und NiMH- Zellen. Somit steht dem Anwender letztlich eine höhere Energieabgabe zur Verfügung.

Die spezifische Energie ist mit 90 bis 120 Wattstunden pro Kilogramm die höchste unter den wieder aufladbaren Batterien und mehr als doppelt so hoch wie bei NiCd (30 bis 50 Wattstunden pro Kilogramm). Die neu entwickelten Batterien liefern über den gesamten Entladezeitraum eine nahezu konstante Ausgangsspannung, die sogar deutlich über der Nennspannung von 3,6 Volt pro Corepack (Kernelement mit 2 und mehr Zellen) liegt.

Lithium-Ionen-Akkus sind wesentlich umweltfreundlicher als NiCd-Akkus. Es ist die derzeit umweltfreundlichste Akkutechnik. Lithium ist aber auch nicht ungefährlich. Es ist ein hochreaktives Leichtmetall, das zum Beispiel mit Wasser reagiert. Die Akkus erfordern ein besonders druckfestes Gehäuse mit einem Ventil zum Druckabbau und eine spezielle Ladeelektronik.

Die neuen Metabo-Ladegeräte, die sich durch verschiedene Ladezeiten unterscheiden, erkennen automatisch welcher Akkutyp mit welcher Spannung und welcher Kapazität eingesteckt ist und können neben den Li-Power-Akkus auch weiterhin alle Metabo NiCd- und NiMH-Akkupacks laden.

Die neuen Li-Power-Akkupacks und die passenden Ladegeräte sollen im zweiten Halbjahr 2005 erhältlich sein. Die Preise stehen noch nicht fest. Sie werden vermutlich etwas über denen über der bisherigen Akkupacks mit vergleichbarer Kapazität liegen, denn noch sind die Lithium-Ionen-Zellen am Weltmarkt teurer als NiCd- und NiMH-Akkuzellen.

Die neuen Li-Power.Akkupacks passen auch in vorhandene Metabo-Geräte der BSZ Serie, die Akku-Handkreissäge oder die Universallampe. Diese wurden bereits so ausgelegt, dass sie mit den drei verschiedenen Akkutypen problemlos arbeiten. Um die Vorteile der neuen Akkupacks von Metabo zu nutzen, muss der Anwender also nicht unbedingt ein neues Gerät kaufen. Ein Li-Power Akkupack und ein neues Ladegerät genügen.

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