Metabo-Elektrowerkzeuge

25.07.2004

Wird Metabo jetzt auch verkauft?

Laut Wirtschaftswoche soll der deutsche Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo an den Hongkonger Werkzeughersteller TTI verkauft werden. Doch es scheint so, als wenn das Magazin mit der Meldung etwa voreilig war.

Unter der Überschrift „Verkauf an Chinesen?“ meldete die Wirtschaftwoche vom 22. Juli 2004, dass Metabo nach Informationen aus Finanzkreisen zum Verkauf steht. Als möglicher Käufer wird die chinesische Firma Techtronics Industries Inc. (TTI) aus Hongkong genannt. TTI ist einer der wenigen Elektrowerkzeug-Hersteller aus China, der auf dem Weltmarkt auch mit eigenen Marken Flagge zeigt. Zu TTI gehören die Marken Ryobi und Homelite. Außerdem liefert TTI Werkzeuge für die Marke Ridgid, die vom amerikanischen Baumarkt-Riesen Homedepot vertrieben wird. Einige der Ridgit-Elektrowerkzeuge stammen übrigens auch aus Nürtingen. Siehe Ridgid-Tools.

Möglicherweise liegt diese Zusammenarbeit auf dem amerikanischen Kontinent die Übernahme des schwäbischen Unternehmens durch TTI nahe, zumal sich die Sortimente durchaus ergänzen könnten.

Per dpa-Meldung reagierte Metabo auf die Berichterstattung der Wirtschaftswoche. Nach Aussagen eines Unternehmenssprechers prüft Metabo derzeit mehrere Optionen für die Zukunft des Unternehmens. „Wir überlegen in den nächsten Monaten, wie Metabo am besten für die Zukunft aufgestellt werden kann. Mögliche Lösungen sind das Zusammengehen mit einem internationalen Konzern, eine strategische Partnerschaft oder die Eigenständigkeit des Unternehmens.

Nach Aussage des Unternehmenssprechers reagiere Metabo damit auf den dramatischen Konsolidierungsprozess in der Branche, stehe aber zum Standort Deutschland. So werden gerade in Nürtingen und Laichingen 14 Millionen Euro investiert. Derzeit prüfen Vorstand und Aufsichtsrat mehrere Optionen. Eine Entscheidung soll noch nicht gefällt worden sein.

Die Wirtschaftwoche hatte über die sinkenden Umsatzzahlen der letzten Jahre und den geplanten Wechsel von Vorstandschef Martin Bertinchamp zum Gartengeräte- und Wassertechnik-Hersteller Gardena berichtet. Brancheninsider meinen gar, er würde rechtzeitig Platz machen für einen chinesischen Statthalter.

Trotz sinkender Umsätze in den letzten Jahren (siehe auch Metabo Zahlen und Fakten) soll das 80 Jahre alte, in Familienbesitz befindliche Unternehmen im letzten Jahr mit fünf Prozent von den Einnahmen soviel Gewinn wie noch nie gemacht haben. Für dieses Jahr wird wie im Vorjahr ein Umsatz von 380 Millionen Euro angepeilt. Zur Zeit beschäftigt Metabo weltweit 2600 Mitarbeiter. In den Produktionsstandorten Nürtingen und Laichingen sind 1600 der 2000 inländischen Mitarbeiter tätig.

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