Tipps zum Akkuschrauber-Kauf

28.09.2001

Zwei Gänge sind besser als einer

Worauf Heimwerker beim Kauf eines neuen Akkuschraubers achten sollten.

Das Angebot an Akkuschraubern, Akku-Bohrschraubern und Akku-Schlagbohrmaschinen ist riesengroß. Worauf ist beim Kauf zu achten?

Zuerst kommt es mal darauf an, was man damit machen will: Kleine Schrauben eindrehen, große Schrauben eindrehen, bohren, vielleicht sogar in Mauerwerk mit Schlag bohren? Erst wenn man sich über den Aufgabenbereich im Klaren ist, lässt sich die richtige Wahl treffen.

Im Handel werden zur Zeit Geräte mit 3,6 bis 24 Volt angeboten. Die ersten taugen praktisch nur als gelegentlicher Schraubendreher-Ersatz für die Küchenschublade, die letzten sind durch die vielen Akkuzellen (20 Stück mit je 1,2 Volt) im Akkupack ziemlich schwer und unhandlich und eigentlich nur nötig, wenn mit großen Schrauben oder dicken Bohrern, wie zum Beispiel beim Zimmermann gearbeitet werden soll.

Je weniger Volt die Akkupacks haben, desto leichter sind die Maschinen und meist auch schwächer. Bei mehr Volt ist es entsprechend umgekehrt. Wichtig ist letztlich, dass das maximale Drehmoment der Maschine für die erforderlichen Aufgaben ausreicht. Dies hängt aber nicht nur von der Voltzahl ab. Sie beschreibt zusammen mit der Kapazität in Ah (Amperestunden) lediglich die Energiemenge im Akkupack. Es kommt darauf an, was der Hersteller daraus macht. So können zum Beispiel 14,4-Volt-Maschinen stärker sein als 12-Volt-Maschinen oder bei nur vergleichbarem Drehmoment länger laufen. (Entsprechende Beispiele gibt es z.B. bei AEG, Atlas Copco und Metabo.)

Billigmaschinen mit Einganggetriebe sind trotz höherer Voltzahl meist viel schwächer als Akkuschrauber mit zwei Gängen, da die Übersetzung der Motorkraft ungünstiger ist. Geräte mit Einganggetriebe sind zum Bohren eigentlich zu langsam und haben beim Schrauben zu wenig Kraft. Wenn dann auch der Akku nichts taugt, lohnt sich der Schnäppchenpreis erst recht nicht. So gibt es Akkuschrauber mit 18 Volt, die gerade mal ein Drehmoment von 6 Nm bringen. 12-Volt-Maschinen mit 2-Gang schaffen locker das Doppelte.

Fotos: Makita, Atlas Copco, Metabo, Bosch, AEG Elektrowerkzeuge, Elu

Allerdings ist Drehmoment auch nicht gleich Drehmoment. Hier muss man zwischen weichem (z.B. Schraube in Holz eindrehen) und hartem Schraubfall (Gewindeschraube mit Volldampf auf Metall anknallen) unterscheiden. Manche Hersteller geben gern den zweiten Wert an, weil sich damit abenteuerliche Größen erzielen lassen, z. B. 60 Nm. Beim weichen Schraubfall, der viel praxisnäher ist, sind es dann vielleicht gerade mal 20 Nm.

Wer nicht gerade besonders dicke Schrauben (ab 8 mm Duchmesser) eindrehen will, kauft sich am besten eine 2-Gang-Maschine mit 9,6 bis 14,4 Volt. Die sind handlich und leistungsstark genug für die meisten Heimwerkeraufgaben.

Zum Schrauben ist der Mittelhandgriff ideal, soll mehr gebohrt werden, ist ein Akku-Bohrschrauber mit Pistolengriff vorzuziehen. Ein Schnellspannbohrfutter, am besten mit Autostopp und Spindelarretierung, für den einfachen Bohrer/Bit-Wechsel, sollte noch dazu gehören und ein 1-Stunden-Ladegerät. Super-Schnell-Ladegeräte, die den Akkupack in 10 bis 15 Minuten wieder aufladen, sind fast 200 DM teurer und lohnen sich für den Heimwerker kaum. 3-Stunden-Ladegeräte werden oft ohne Temperatursteuerung angeboten. Dies kann jedoch zu Überladung des Akkus und zu einem schleichenden Tod des Akkupacks führen. Und wer einen 5-bis-8-Stunden-Lader kauft, muss ewig warten, bis die Maschine wieder betriebsbereit ist.

Manche Akkuschrauber gibt es im Angebot gleich mit 2 Akkupacks. Damit lässt sich praktisch pausenlos arbeiten, und günstig ist es auch, denn der Nachkauf eines 2. Akkupacks ist meist deutlich teuer.

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