Kostenloser DBU-Energie-Check für Altbauten

30.08.2014

Energiebilanz bei Altbauten verbessern

Um alte denkmalgeschützte Gebäude wieder bewohnbar zu machen, müssen energetische Standards beachtet werden.
Neben einem Energieberater sollte auch ein Denkmalexperte das Haus unter die Lupe nehmen. (Fotos: DBU)

Bei vielen Sanierungen stehen sich Denkmalschutzbestimmungen und die vorgeschriebenen energetischen Anforderungen konträr gegenüber. Für viele Eigentümer von Altbauten ein Problem. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) will nun mit einem speziellen Energie-Check helfen.

Reich verzierte Altbauten prägen das Bild vieler Städte und Gemeinden. Ganze Straßenzüge oder Plätze erhalten ihren Charakter durch wertvolle Ziegelbauten oder Biedermeier-Ensembles. Etwa fünf Prozent der bis 1978 errichteten Altbauten sind ganz oder teilweise denkmalgeschützt – ein Großteil davon ist unsaniert.

Widersprüchliche Bestimmungen

Stehen Sanierungen an, ist es für Eigentümer oft nicht leicht, Denkmalschutzbestimmungen und energetische Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Will man die vorgeschriebene Energiebilanz des Gebäudes erreichen, geht dies oft nicht, ohne die Ansicht der Gebäude zu ändern und die Denkmalschutzvorschriften zu verletzen. Will man die Denkmalschutzbestimmungen einhalten, wird die vorgeschriebene Energiebilanz nicht erreicht. Beides funktioniert oft nur dann, wenn sich der Eigentümer des Altbaus in finanzielle Risiken stürzt.

Wer für die energetische Sanierung eines Denkmals eine staatliche Förderung beantragt, muss mit erhöhten Auflagen und zusätzlichen Kosten rechnen. Denn was für die Sanierung von normalen Altbauten gilt, ist noch lange nicht für Wohnhäuser unter Denkmalschutz gültig.

Kostenloser Energie-Check

Die DBU bietet innerhalb der Informations- und Klimaschutzkampagne „Haus sanieren - profitieren“ einen Energie-Check an, der auch für Gebäudeteile von vor 1918 anwendbar ist. Die DBU-Kampagne stellt mit Handwerks-Partnern und einem kostenlosen Energie-Check an Ein- und Zweifamilienhäusern den energetischen Ist-Zustand fest.
Seit April 2012 besteht nämlich auch für die besonders erhaltenswerte Bausubstanz die Fördermöglichkeit für die energetische Erneuerung im Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „KfW Effizienzhaus Denkmal“. Zuvor ist es nur über Ausnahmeanträge möglich gewesen, an Geld zu kommen.

Beim energetischen Sanieren als Einzelmaßnahme gelten für erhaltenswerte Gebäude besondere technische Anforderungen. Das sieht auch die KfW so und macht die Baubegleitung und -planung durch einen „Energieberater für Baudenkmale und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ zur Verpflichtung bei einer Förderung.

Spezielle Energieberater und Fachfirmen anfordern

Interessierte finden die speziellen Energieberater in der Liste der Koordinierungsstelle „Energieberater für Baudenkmale und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“, die gemeinsam von der „Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e. V.“ sowie der „Vereinigung der Landesdenkmalpfleger“ eingerichtet wurde. Mit entwickelt und gefördert wurde dieser Vorstoß von der DBU in ihrem Förderschwerpunkt „Zukunftsfähige Sanierung denkmalgeschützter Altbausubstanz“.

Wichtig: Vor der Planung der Altbausanierung muss Kontakt zu den lokalen Denkmalschutzbehörden aufgenommen werden. Die Bauherren sollten den energetischen und baulichen Zustand des Hauses mit einem denkmalerfahrenen Planer, Bauphysiker oder „Energieberater für Baudenkmale“ unter die Lupe nehmen, ehe ein passendes Sanierungskonzept erstellt wird. Der DBU rät, bei der späteren Auswahl auf Fachfirmen zu achten, die Erfahrungen mit Denkmälern haben.

Beispiel Wärmedämmung

Die Wärmedämmung der Außenwände ist eine der wichtigsten Faktoren, Energie und Kosten am Haus zu sparen. Bei vielen Denkmälern steht aber gerade die äußere Erscheinung unter Denkmalschutz, sodass eine Dämmung hier unmöglich scheint. Eine Alternative ist die Innendämmung: zahlreiche verschiedene Materialien und Varianten kommen hier in Frage. Die Entscheidung für eine geeignete Lösung muss letztendlich der Bauexperte vor Ort fällen.

Die energetische Sanierung eines Wohnhauses unter Denkmalschutz erfordert spezielle Fachkenntnisse, die beispielsweise die Landesämter für Denkmalschutz bieten. Gemeinsam mit einem Partner der DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ kann auch ein Denkmalexperte dazu kommen, um einen ersten Eindruck vom Haus zu bekommen. Unter der Internetadresse www.sanieren-profitieren.de sind alle Partner in der Nähe über die Postleitzahlsuche zu finden.

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