Studie: Amazon ist wichtigster Händler für Heimwerker- und Gartenbedarf

11.04.2016

Klassischer Werkzeughandel verliert weiter Kunden

Laut Institut für Handelsforschung machen Online-Portale Amazon und ebay dem Werkzeughandel zunehmend Konkurrenz.

Konsumklima top, Werkzeughandel flopp. Die Umsatzentwicklung im stationären Werkzeughandel, insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, geht schon seit Jahren deutlich zurück. Grund: Internethändler, wie Amazon und ebay, graben den Fachhändlern das Wasser ab. Eine neue Studie belegt das geänderte Kaufverhalten der Kunden.

Während der Online-Handel boomt, stehen immer mehr stationäre Händler vor dem Aus. Online-Shopping ist „in“. Immer mehr Kunden nutzten in den vergangenen Jahren das Angebot des Online-Shoppings. Auch in Sachen „Heimwerken und Garten“. Das jedenfalls belegt die Studie „Customer-Journey-Benchmarking – Heimwerken & Garten“ des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln.

Amazon ist für Werkzeug-Kunden wichtige Anlaufstelle

Nicht nur Bücher. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Amazon auch im Bereich „Heimwerken und Garten“ schon heute wichtigste Anlaufstelle für Konsumenten ist. Der Online-Generalist ist in diesem Bereich bereits Bestandteil jeder vierten Produktsuche – egal, ob diese in einem Onlineshop oder einem stationären Geschäft endet. Die ausschließliche Analyse der Onlinekäufe offenbart eine noch deutlich größere Dominanz: Bei einem Kaufabschluss im Netz kommt Amazon in fast zwei Drittel aller Fälle mit den Kunden in Kontakt.

Online-Käufe nehmen weiter zu

Aktuell werden ein Viertel der Käufe im Bereich „Heimwerken und Garten“ bereits online abgeschlossen. Erschreckend für den stationären Werkzeughandel. Kundenbefragungen zeigen, dass Artikel zum Heimwerken und Gärtnern zukünftig noch öfter online gekauft werden.

„Es ist 5 vor 12! Nur wer jetzt seine Stärken ausspielt und diese den Konsumenten auch zielgruppengerecht vermittelt, wird bei der Produktsuche relevant bleiben. Damit ist auch das engere Zusammenspiel von Herstellern und Händlern für stationären Handelsumsatz mehr denn je gefordert“, warnt Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln.

Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) konnte der Online-Handel im B2C-Bereich in Deutschland 2014 einen Umsatz von rund 39 Milliarden Euro erwirtschaften, das entspricht einem Anteil am Gesamteinzelhandelsumsatz von rund zehn Prozent. Im Jahr 2020 werde der Online-Umsatzanteil am Einzelhandel bei bis zu 22 Prozent liegen.

Paradigmenwechsel beim Kunden

Nach aktuellen Zahlen der GfK recherchieren heutzutage bereits 76 Prozent der Kunden regelmäßig im Internet nach Produkten. 25 Prozent bestellen danach beim Online-Händler. Immerhin gehen nachweislich 41 Prozent nach ihrer Online-Recherche noch zum stationären Händler. Allerdings mit abnehmender Tendenz!

Umsätze, die Kunden im Internet ausgeben, fehlen in den Kassen standortgebundener Werkzeug-Händler. Besonders der stationäre Handel steht deshalb mächtig unter Druck. Experten sprechen von einem Paradigmenwechsel im Handel. Die Digitalisierung und der demografische Wandel haben ein neues Verbraucherverhalten hervorgebracht. Kunden suchen mehr denn je einen möglichst bequemen Einkauf. Das Internet gibt ihnen die Möglichkeit, Preise zu vergleichen und sich noch vor dem Einkauf eingehend zu informieren.

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