Bosch wuchs im letzten Jahr kräftig

03.03.2016

Ausrichtung auf den Verwender

Henning von Boxberg

Auf der Jahrespressekonferenz von Bosch Power Tools am 3. März 2016 berichtete Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands im Geschäftsbereich Power Tools  der Robert Bosch GmbH, über die Ergebnisse des letzten Jahres. Hier seine leicht gekürzte Rede.

Was Verwender brauchen und wollen, das ist die Richtschnur unserer Arbeit und die Grundlage für weiteres Wachstum mit unserer Strategie. Wir setzen auch künftig auf unsere Wachstumsfelder. Erstens: Innovationen, besonders in den Feldern Akku, Sensorik und bei der Vernetzung von Elektrowerkzeugen. Dabei bringen wir technische Weiterentwicklungen in neue Produkte ein und schaffen so Mehrwert für den Verwender. Zweitens: Wir nutzen die Chancen des Internets, sowohl als schnell wachsender Kommunikations- und Vertriebskanal als auch für cloudbasierte Lösungen wie den Bosch Pocket Assistant oder „Smartes Mähen 2.0“ mit unserem Roboter-Mäher Indego Connect. Und drittens: Großes Potenzial sehen wir auch weiterhin in den aufstrebenden Märkten.

Das „Wireless Charging System“ wurde 2014 vorgestellt.
Zwei Millionen Mal verkauft: Laser-Entfernungsmesser Zamo mit Ein-Knopf-Bedienung.
Seit 2003 hat Bosch mehr als 15 Millionen Ixos verkauft.

Innovationskraft als Schlüssel zum Verkaufserfolg

Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist unsere Innovationskraft. 2015 haben wir rund ein Drittel unseres Umsatzes mit Produkten erzielt, die jünger als zwei Jahre sind. Es sind Innovationen wie der Indego Connect, der per Fingertipp systematisch und in Bahnen mäht, unser „Wireless Charging System“ für induktives Laden von Akkus oder eine ganze Gerätefamilie von Laser-Entfernungsmessern mit selbsterklärender Ein-Knopf-Bedienung, die uns im Markt auszeichnen. 

Viele unserer Innovationen haben das jeweilige Marktsegment substantiell vergrößert oder ganz neue Märkte geschaffen. Ein schlagkräftiges Beispiel hierfür ist unsere Messgeräte-Familie Zamo. Seit Markteinführung vor rund zwei Jahren haben wir über zwei Millionen dieser leicht zu bedienenden, erschwinglichen Laser-Entfernungsmesser verkauft. Was macht diese Geräte so begehrt? Der Zamo ist gerade einmal so groß wie ein Textmarker und löst ein ganz banales Problem: Mit seiner Hilfe kann jeder per Knopfdruck messen – was bisher nur mit dem Zollstock und oft nur mit Hilfe einer zweiten Person möglich war. Bei der Bedienung kann der Verwender nichts falsch machen: Es gibt nur einen Knopf, und das Gerät liefert präzise Ergebnisse. So einfach kann messen sein.

Die Marktdurchdringung des Zamo ist vergleichbar mit der Erfolgsgeschichte des Ixo. Der Ixo, das weltweit erste Elektrowerkzeug mit Lithium-Ionen-Akku, ist ja unsere Innovation schlechthin. Seit seiner Markteinführung 2003 haben wir mehr als 15 Millionen dieser Akkuschrauber verkauft. Der Ixo ist schon lange weit mehr als ein klassisches Elektrowerkzeug. Er kann Weinflaschen öffnen, Speisen würzen, Grillkohle anfeuern, um die Ecke schrauben und gleitet dank Universalschneideaufsatz mühelos durch unterschiedliche Materialien. Welches andere Elektrowerkzeug dürfte sich mit einem Stoff-Etikett zieren und würde damit Beifall ernten? Der Ixo ist ein beliebter Geschenkartikel – mit Kultstatus bei Heimwerkern.

Verkaufsrekord bei Elektrowerkzeugen

Dabei handelt es sich nicht um einzelne Markterfolge. Wir haben im vergangenen Jahr rund 50 Millionen Elektrowerkzeuge verkauft – mehr als je zuvor. Im Schnitt kauft jede Sekunde irgendwo auf der Welt ein Kunde ein Elektrowerkzeug von Bosch. Statistisch sind es sogar rund 1,5 Elektrowerkzeuge pro Sekunde. Es ist der Beleg dafür, dass unsere Geräte bei Verwendern gut ankommen und ihre Bedürfnisse erfüllen. Gleichzeitig bestärkt es uns darin, die Wünsche und Anforderungen unserer Verwender noch genauer zu erfahren und entsprechende Lösungen für ihre Probleme anzubieten. Wir haben ein Team etabliert, das sich voll und ganz auf „User Experience“ konzentriert. Wir alle haben immer den Verwender im Fokus und das Ziel, ihm die Arbeit mit Bosch-Elektrowerkzeugen so einfach wie möglich zu machen.

Umsatzwachstum der Bosch-Geschäftsbereichs Power Tools im Jahr 2015.
Wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von Bosch Power Tools nach Regionen. Fotos, Grafiken: Bosch

Unsere Wachstumsstrategie mit dem Verwender im Mittelpunkt trägt auch 2015 Früchte: Unser Umsatz ist auf 4,5 Milliarden Euro gestiegen. Nominal entspricht das einem Wachstum von zehn Prozent, in lokaler Währung von fünf Prozent. Dieses Wachstum wird von allen Regionen getragen. In Europa haben wir eine Umsatzsteigerung von fünf Prozent in lokaler Währung erreicht, getrieben vor allem von Deutschland mit 17 Prozent Wachstum. In Nordamerika ist der Umsatz um 12 Prozent gestiegen. Trotz des abgeschwächten Wachstums in Brasilien, Russland und China legt unser Geschäftsbereich auf allen Kontinenten zu: in Lateinamerika mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent, in Asien-Pazifik mit fünf Prozent. Das größte Wachstum auf Kontinentalebene verzeichnen wir mit 15 Prozent in Afrika. Insgesamt hat Bosch Power Tools 2015 rund 85 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet.

Mit dem weltweiten Umsatzzuwachs von 5,3 Prozent sind wir 2015 wieder schneller als der Markt gewachsen, haben also Marktanteile hinzugewonnen. Der von uns bearbeitete Gesamtmarkt wuchs im gleichen Zeitraum nur um vier Prozent auf 26,9 Milliarden Euro. Der wichtige Teilmarkt für Elektrowerkzeuge ist um vier Prozent auf 13,6 Milliarden Euro gewachsen. Der Markt für Zubehör macht 11,3 Milliarden Euro aus, das Wachstum liegt hier bei drei Prozent. Besonders dynamisch hat sich die Messtechnik mit acht Prozent Zuwachs entwickelt. Das Marktvolumen beträgt hier mittlerweile 1,2 Milliarden Euro. Der Bereich DIY-Gartengeräte (nur elektrische) hat europaweit ebenfalls um drei Prozent zugelegt und liegt nun bei 0,8 Milliarden Euro. 

Weltweit ist Bosch Power Tools in drei von vier bearbeiteten Geschäftsfeldern nach Wert die Nummer eins im Markt: bei Elektrowerkzeugen, Zubehör und Messtechnik. Bei DIY-Gartengeräten stehen wir im Kernmarkt Europa ebenfalls an erster Stelle.

Zweistelliges Wachstum in Deutschland

Besonders dynamisch wächst Bosch Power Tools in Deutschland. Wir haben den Umsatz um 17 Prozent gesteigert. Der deutsche Markt ist mit fünf Prozent ebenfalls gewachsen, jedoch deutlich schwächer als Bosch Power Tools. Das bedeutet: Wir bleiben Marktführer und haben weitere Marktanteile gewonnen. Nach Wert sind wir sowohl bei Elektrowerkzeugen für Heimwerker als auch bei gewerblichen Elektrowerkzeugen die Nummer eins. Jedes zweite in deutschen Baumärkten verkaufte Elektrowerkzeug ist von Bosch. Auch im Online-Handel wachsen wir stark und sind mit Elektrowerkzeugen, Zubehör, Messgeräten sowie elektrischen Gartengeräten die Nummer eins. Unsere Verwender haben uns damit zum Marktführer gekürt. Sie greifen gerne zu innovativen Geräten der Marke Bosch.

Ausblick: Weiteres Wachstum durch Ausrichtung auf den Verwender

An diesen Erfolg wollen wir 2016 anknüpfen. Entscheidend dafür ist, dass wir uns weiter konsequent an den Bedürfnissen der Verwender ausrichten. Das gilt selbstverständlich auch für unsere Vertriebsstrategie. Sie richtet sich immer danach, wo die Verwender unsere Produkte suchen und kaufen. Hier erleben wir einen Wandel.

Früher war das Kaufverhalten des Nutzers stark von einzelnen Kanälen geprägt – Heimwerker haben fast ausschließlich im Baumarkt gekauft, Profis im Fachhandel. Dementsprechend haben wir unsere Produkte nach getrennten Kanälen angeboten. Diese strenge Einteilung gilt heute nicht mehr. Im Internet sind unsere blauen und grünen Geräte längst direkt nebeneinander erhältlich. Und auch abseits des Internets kaufen sowohl Heimwerker als auch Profis bereits heute kanalübergreifend. So kauft rund ein Fünftel aller professionellen Anwender in Deutschland Elektrowerkzeuge im Baumarkt.

Was bedeutet dieses veränderte Nutzerverhalten für uns? Da unsere Verwender nicht mehr nach einzelnen Kanälen trennen, teilen auch wir unser Angebot nicht mehr strikt nach Kanälen auf. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir blaue Elektrowerkzeuge ab Herbst 2016 nicht nur im Fachhandel, sondern auch im Baumarkt verkaufen.

Wir wissen, dass eine wachsende Zahl an Profis diese Geräte dort sucht und häufig auch schon in der Vergangenheit gekauft hat. Und genau diese professionellen Anwender möchten wir mit unserem Angebot künftig ansprechen. Wir zielen also nicht auf Profis, die im Fachhandel kaufen. 

Der Fachhandel, das möchte ich betonen, bleibt für uns der wichtigste Kanal für den Vertrieb von professionellen Elektrowerkzeugen. Es kommt darauf an, dem Kunden auf allen Kanälen das passende Angebot zu machen – und natürlich mit unseren Elektrowerkzeugen zu überzeugen.

Diesen Weg verfolgen wir auch 2016 konsequent weiter. Allein in Deutschland bringen wir wieder mehr als 100 neue Produkte auf den Markt – ausgerichtet an den Bedürfnissen der Verwender. Wir sind davon überzeugt, mit dieser Strategie weiter zu wachsen und weitere Marktanteile zu gewinnen. Es ist die DNA unseres Erfolgs, die Bedürfnisse unserer Verwender zu kennen.