Bosch verkauft die Marke Skil an Chervon

Der chinesische Chervon-Konzern will die traditionelle Elektrowerkzeugmarke Skil von Bosch übernehmen. Grafik: Chervon

24.09.2016

Skil wird chinesisch

Die erste Skilsaw von 1924.
Ein amerikanisches Modell von 1974.
Die aktuelle Skilsaw 5665 AA. Fotos: Skil

Am 23. August 2016 unterzeichneten Bosch Power Tools und der chinesische Elektrowerkzeug-Hersteller Chervon (HK) Ltd. eine Vereinbarung über den geplanten Verkauf von Skil in Nordamerika und Europa. Dem Geschäft müssen Kartellbehörden verschiedener Länder noch zustimmen.

Die Geschichte von Skil beginnt 1921 als der Erfinder Edmond Michel in einem Zuckerrohrfeld in Louisiana (USA) beobachtet, wie die Arbeiter das dicke, harte Zuckerrohr mit Macheten abschlugen. Die Entwicklung einer mechanischen Machete war jedoch ein Irrweg, bei dem Michel feststellte, dass die Klinge rotieren müsste. Aus dieser Idee entstand im Jahre 1923 die erste elektrische Handsäge.

Nach Verbesserungen an der elektrischen Handsäge wurde1924 „The Michel Electric Handsaw Company“ gegründet und das Produkt „Skilsaw“ genannt. Ein Name, der heute noch in den USA als Synonym für die Handkreissäge steht. Schließlich war es “The saw that built America”. Ab 1960 erweitere Skil das Geschäft auch nach Europa und später nach Südamerika und Asien. 1996 wurde Skil von Bosch erworben und zu einem der Geschäftsbereiche von Bosch Power Tools.

In Deutschland wurden Skil-Elektrowerkzeuge überwiegend als preiswerte Einstiegsgeräte für Heimwerker (unterhalb von Bosch grün) vermarktet. Die Profiserie Skil Masters konnte hierzulande nie richtig Fuß fassen.

Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Power Tools sieht unter dem Dach von Chervon gute Chancen für Skil. Foto: Bosch

Nun soll das Skil-Geschäft in Nordamerika und Europa an Chervon in China verkauft werden. „Skil ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem bestehenden Markenportfolio. Es wird unsere Wettbewerbsposition im globalen Elektrowerkzeugmarkt stärken“, sagte Peter LQ Pan, der Präsident von Chervon (HK) Ltd. und Bosch Power Tools-Chef Henning von Boxberg ist laut Chervon-Presseinformation zuversichtlich, „dass Skil von Chervon profitieren wird und die Möglichkeiten für das Wachstum in diesem Kunden- und Preissegment voll nutzen kann.“

Der chinesische  Chervon-Konzern betont im Laufe von mehr als 20 Jahren einen guten Ruf für kontinuierliche Innovation und engagiertes Streben nach Professionalität erworben zu haben. Die von Chervon gebauten Produkte werden heute in mehr als 30.000 Geschäften in 65 Ländern verkauft. Nach eigenen Aussagen soll das Unternehmen zu den Top-10-Playern in der globalen Elektrowerkzeugindustrie gehören.

In Deutschland ist der Name Chervon eher unbekannt, denn das Unternehmen vermarktet seine Produkte unter einer Reihe anderer Marken. Die hierzulande bekannteste davon ist die Marke Flex. Das Steinheimer Traditionsunternehmen wurde 2013 von Chervon übernommen. Weitere Marken sind Devon für den chinesischen Profimark, Ego mit Outdoor-Produkten für Nordamerika und Ozeanien, sowie X-Tron, Hammerhead und Calmdura.

User testen Werkzeuge

In unserem neuen Testforum können die User von Werkzeug-News.de jetzt Testberichte über ihre eigenen Werkzeuge veröffentlichen. Mehr im Testforum.

- - - Anzeige - - -
- - - Anzeigen - - -
- - - Anzeige - - -