Peddinghaus feiert 175-jähriges Jubiläum

25.07.2014

Die Handwerkzeuge stehen immer noch für einen großen Namen

Bei Peddinghaus Handwerkzeuge hat Werkzeugqualität eine lange Tradition. In diesem Jahr kann das Unternehmen, das jetzt in Schwelm beheimatet ist, auf eine 175-jährige Geschichte zurückblicken.

1839 gründete der Uhrmachersohn Carl Daniel Peddinghaus eine Handelsgesellschaft in Altenvoerde, die 1856 nach dem Tod eines Mitgesellschafters in die Firma Carl Dan. Peddinghaus umgewandelt wurde. 1865 traten die beiden Söhne des Firmengründers das Erbe an und errichteten 1873 in Altenvoerde an der Ennepe die erste Fabrikanlage der Firma Peddinghaus. Hier wurden Äxte, Beile und Hämmer sowie Hacken hergestellt.

Ab 1900 wuchs das Unternehmen zum Marktführer auf dem Gebiet des Bergbauzubehörs und des Eisenbahnbaus. Zu den Spezialgeräten neben Hämmern, Hacken und Brechstangen sowie Winden kam ein breites Sortiment an Stahlkugeln für Zement- und Schlackemühlen. 1903 gründete Paul Ferdinand Peddinghaus eine gleichnamige Firma in Gevelsberg, kurz PFP. PFP produzierte Maschinen, Anlagen und Schraubstöcke. Beide Unternehmen prägten den wohl einzigartigen Qualitätsruf der Peddinghaus-Produkte in aller Welt. Die räumliche Nähe beider Unternehmen sorgte aber immer wieder auch für Verwechselungen, selbst heute noch.

1927 wurde Carl Dan. Peddinghaus einer der vier Lieferanten für Weichenrippenplatten für das neue genormte Schienensystem der Reichsbahn. Wenige Jahre später wurden die alten Riemenfallhämmer durch moderne, druckluftbetriebene Schmiedehämmer ersetzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs die Belegschaft schnell auf einige 100 Mitarbeiter an. Die Produktion von Handwerkzeugen und Gesenkschmiedeteilen für die Bundesbahn und die Automobilindustrie stieg nun rasant an. Ab 1963 ersetzten mechanische Gesenkschmiedepressen die bisherigen Hämmer. 1969 übernimmt Peddinghaus die Handwerkzeugfabrik Carl Döhl Söhne in Wuppertal, die heute noch Namensgeber für das Cados-Markenzeichen ist.

Da im Laufe der Jahre die Bedeutung von Peddinghaus als Zulieferer für die Bahn- und Automobilindustrie immer wichtiger wurde, gliederte das Unternehmen 1987 die Handwerkzeugfertigung in eine eigene Gesellschaft aus, die CDP Handwerkzeug GmbH & Co. KG in Ennepetal. 1991 verkaufte Peddinghaus diese an die französische Unternehmensgruppe MOB, den damals größten Hammerhersteller in Frankreich. Die Produktionsanlagen in Ennepetal wurden abgebaut und nach einer Generalüberholung im Frankreich wieder installiert. Zusammen mit den Anlagen und dem Fertigungs-Know-how aus Deutschland entstand so die wohl größte Hammerschmiede Europas. In Deutschland wird die Peddinghaus Handwerkzeuge Vertriebs GmbH gegründet, die sich nun ausschließlich auf Handwerkzeuge konzentriert.

1996 wurde die Tochterfirma Durlach gegründet. Sie vertreibt vor allem Schraubstöcke. Im Jahr 2011 hat Peddinghaus die Handwerkzeugproduktion der Traditions-Automatendreherei Schröder in Wuppertal übernommen. Schröder fertigt vor allem Schrauberbits, unter anderem die wohl einzigartigen PHZ-Bits. Die anfangs in Gevelsberg gemieteten Gebäude wurden durch das rasante Wachstum des Unternehmens allmählich zu klein, sodass Peddinghaus Handwerkzeuge 2012 in ein größeres und moderneres Gebäude in Schwelm umzog.

Seit der Übernahme durch die MOB-Gruppe hat sich der Umsatz von Peddinghaus vervielfacht und die Marktbedeutung ist erheblich gewachsen. Mittlerweile produziert die Gruppe an mehreren Standorten in Europa und setzt damit die langjährige Werkzeugtradition fort. Peddinghaus verspricht sich selbst und den Kunden in aller Welt, auch nach 175 Jahren der Qualitäts-Philosophie treu zu bleiben.