Werkzeugindustrie hat sich 2010 gut erholt

10.02.2011

Werkzeugexporte nehmen wieder zu, der Inlandsmarkt belebt sich

Hier werden wieder heiße Eisen geschmiedet.
Gute Aussichten bei den Handwerkzeug-Herstellern. Fotos: Archiv

Die Umsätze der deutschen Werkzeugindustrie (Handwerkzeug-Hersteller) erreichten im Jahr 2010 3,4 Mrd. Euro und lagen damit 25 Prozent über dem Vorjahreswert, aber noch klar unter dem Niveau des guten Geschäftsjahres 2008 (-6,9 Prozent).

Im Krisenjahr 2009 waren die exportorientierten Handwerkzeug-Hersteller besonders stark von dem dramatischen Einbruch des Exports (-30,9 Prozent) betroffen. Laut einer Umfrage des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI) erholte sich der Auslandsmarkt im Jahr 2010 kräftig und die Auslandsnachfrage nach deutschem Werkzeug stieg um 26,3 Prozent. Eine ähnlich positive Entwicklung hatten aber auch die Inlandsbestellungen (+26,5 Prozent).

In der Zeit von Januar bis September 2010 wurden Werkzeuge im Wert von 1,13 Mrd. Euro nach Deutschland eingeführt. Das sind 20,4 Prozent mehr Einfuhren als im Vorjahreszeitraum. Importe aus Asien (439 Mio. Euro) stiegen in dem gleichen Zeitraum um 23,3 Prozent und machten 38,9 Prozent des Gesamtimports aus. Die Volksrepublik China führt hier mit einem Anteil von fast 21,1 Prozent an den Einfuhren erneut die Liste der wichtigsten Importländer an.

Der Export wächst wieder

Die Werkzeugexporte waren in der Zeit von Januar bis September 2010 mit Wert von 2,29 Mrd. Euro etwa doppelt so hoch wie die Einfuhren. Sie lagen 20,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Europa ist der wichtigste Absatzmarkt: 55,4 Prozent der Gesamtausfuhr fließen in die EU-Mitgliedsstaaten und der Export dorthin stieg um 11,3 Prozent. Außerhalb Europas sind die USA das wichtigste Land für die deutschen Werkzeughersteller. Die Exporte in die USA stiegen im gleichen Zeitraum um 43,3 Prozent und der Wert des gelieferten deutschen Werkzeugs stellte einen Anteil von 8 Prozent der Gesamtausfuhr. Der Exportzuwachs in die asiatischen Länder belief sich auf 35 Prozent und hatte einen Anteil von 15,9 Prozent am Gesamtexport.

Aussichten bis Mitte 2011

Auf die Frage nach der aktuellen Beurteilung der wirtschaftlichen Lage sowie den Erwartungen bis Mitte 2011 antworteten 66,6 Prozent der befragten Hersteller mit „befriedigend“; 28,6 Prozent vergaben die Bewertung „günstig“. Bis zur Jahresmitte 2011 rechnen 29 Prozent der Werkzeughersteller mit einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Zu Unsicherheiten bei der Bewertung der weiteren Entwicklungen führen weiterhin die anhaltenden, kontinuierlich steigenden Kosten für Vormaterial und Energie.

Heute beschäftigt die deutsche Werkzeugindustrie zirka 27.600 Personen. Im Jahr 2010 wuchs die Beschäftigtenzahl um 2,4 Prozent.