Akkuwerkzeug-Markt

06.02.2017

Heimwerker greifen wieder mehr zu Kabelgeräten

Heimwerker greifen im Baumarkt wieder öfter zu Kabelgeräten.
Entsprechend werden in den Baumarktregalen auch mehr billige Netzgeräte angeboten.

Aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigen, dass Heimwerker seltener zu Akkuwerk­zeugen greifen als Profis. Das Kabel hat bei Hobby-Handwerkern noch längst nicht ausgedient.

Während die Hälfte der im Fachhandel verkauften Elektrowerkzeuge mit Akku betrieben wird, sind es in vorwiegend von Do-It-Yourself-Kunden aufgesuchten Handelskanälen wie Baumärkten, Internet­generalisten, Kauf- und Waren­häusern sowie dem Lebensmittel-Einzelhandel nur rund 41 Prozent – mit leicht abnehmender Tendenz.

Insgesamt legte der deutsche Markt für handgehaltene Elektrowerkzeuge von Januar bis Oktober 2016 leicht zu, insgesamt um 1,4 Prozent. Laut einer aktuellen GfK-Analyse wurden mit den 18 wichtigsten Produktgruppen* im Bereich handgehaltener Elektrowerk­zeuge in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 in Deutschland 608 Millionen Euro erwirtschaftet. Nur noch knapp die Hälfte des Umsatzes entfiel dabei auf den Werkzeugfachhandel. Vor allem im Handelskanal der Baumärkte stieg das Umsatzvolumen um fünf Prozent auf 213 Millionen Euro im Zeitraum Januar bis Oktober 2016. Wachstumsimpulse kamen aber auch von den Internetgeneralisten sowie den Kauf- und Warenhäusern.

Anzahl der verkauften Akkuwerkzeuge erstmals rückläufig

Im Januar 2015 durchbrach der Umsatzanteil akkubetriebener Elektrowerkzeuge die 50 Prozent Marke. Auch die Stückzahl erreichte mit 2,9 Millionen verkauften Akkuwerkzeugen einen Höhepunkt. Im Jahr 2016 kam es jedoch, was die Stückzahl betrifft, zur Trendumkehr. Von Januar bis Oktober 2016 wurden im Vorjahresvergleich 1,4 Prozent weniger Akkugeräte verkauft (insgesamt 2,2 Millionen Stück).

Akkuwerkzeuge im Fachhandel nach wie vor beliebt

Ein Blick auf die einzelnen Handelskanäle zeigt, dass der Trend hin zu Akkuwerkzeugen im Fachhandel weiter anhält. Zwar setzte diese Entwicklung aufgrund der Akkuleistung erst später als in der Großfläche ein und schritt dann langsamer voran, akkubetriebene Elektrowerkzeuge sind heute jedoch weiter auf dem Vormarsch.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 werden etwa die Hälfte (0,6 Millionen) der im Fachhandel verkauften Elektrogeräte mit Akku betrieben und gehen mit einem im Vergleich zu kabelgebundenen Geräten um 20 Prozent höheren Durchschnittspreis von 252 Euro über den Tresen.

Heimwerker kaufen lieber kabelgebundene Elektrowerkzeuge

In den eher von Do-It-Yourself-Kunden aufgesuchten Handelskanälen wie Baumärkten, Internetgeneralisten, Kauf- und Warenhäusern sowie dem Lebensmitteleinzelhandel hat sich der Trend hin zu Akkuwerkzeugen inzwischen gelegt. Im Jahr 2014 war er stark befeuert worden von Treuepunkteaktionen der Lebensmittelhändler. Im darauffolgenden Jahr wurden diese Niedrigpreisaktionen in deutlich geringerem Maße durchgeführt, somit flachte auch das Wachstum der Akkugeräte-Verkäufe im Nichtfachhandel ab.

Im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 liegt der Anteil der verkauften Akkuwerkzeuge mit 41 Prozent in der Stückzahl nun wieder auf dem Niveau des Jahres 2012 (1,6 Millionen Stück). Der erzielte Umsatz blieb jedoch aufgrund steigender Preise für höhere Akkukapazitäten mit 54,7 Prozent (144,3 Millionen Euro) stabil. Gerade deswegen dürften Akkuwerkzeuge auch für diese Handelskanäle ein interessantes Segment bleiben. Der Durchschnittspreis liegt hier mit 148 Euro im Vergleich zu den kabelgebundenen Geräten um satte 62 Prozent höher.

Die Daten zu den unterschiedlichen Absatzkanälen werden von der GfK in kontinuierlichen Stichproben erfasst und hochgerechnet. In das GfK Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 425.000 Verkaufsstellen ein. Über die Warengruppen aller Sektoren hinweg ergibt sich somit ein Bild über die Entwicklung des Marktes für verschiedene Gebrauchs- und Verbrauchsgüter. Im Bereich Elektrowerkzeuge erfasst GfK Handelsumsätze unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Italien, Spanien, Schweden und Russland.

*In der Studie wurden die 18 wichtigsten Warengruppen der Elektrowerkzeuge analysiert: Bohrmaschinen, Bohrhämmer, Schlagbohrmaschinen, Schrauber, Handkreissägen, Stichsägen, Spezialsägen, Bandschleifer, Schwingschleifer, Deltaschleifer, Exzenterschleifer, Multischleifer, kleine Winkelschleifer, große Winkelschleifer, Elektrohobel, Heißluftpistolen, Elektrotacker und Multifunktionswerkzeuge.

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