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 Betreff des Beitrags: Newbee mit Fragen
BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 18:53 
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Hallo Gemeinde,
nachdem ich hier die letzten Wochen fleißig mitgelesen habe, muss ich mich nun auch mal outen...

Bin totaler Neuling in allem was 'elektrisch' Schweißen anbelangt. Habe allerdings vor ca. 30 Jahren für einige Jahre fast täglich autogen geschweißt. (Dünnblech, später auch Druckrohre bis ca. DN100). Also generelle Metallererfahrung liegt vor. Für den Heimgebrauch gab es damals nur Schweißtrafos, hab das wohl auch mal probiert und als 'Mist' verworfen. War halt gewohnt, mit der Flamme zu spielen... Das ist zwar alles schon 'etwas' länger her, doch habe ich vor ein paar Monaten aus der Not heraus nochmal ein Druckrohr autogen schweißen müssen und, siehe da - das ging noch ganz gut... (Fahrradfahren verlernt man ja auch nicht...)

Ein Mitarbeiter von mir - bis vor kurzem professioneller WIG Schweißer - hat mich darauf hingewiesen, dass es nicht zu schwer sein sollte, sich mit einem glücklichen Autogen-Händchen in die WIG-Thematik einzuarbeiten. Woraufhin ich mir - auch nach eingehender Lektüre diesbzgl. Beiträge hier - grad einen Chinakracher (AC-DC 200P) angeschafft habe.

Das Ding kam gerade, Argonflasche ist da - doch der Gasschlauch fehlt noch, weshalb ich das mit dem WIG noch nicht probieren konnte. Hab aber einen Sack Elektroden geschossen (Phönix grün) und so hab ich grad mal probiert, wie sich das so macht...

Großes Staunen: Im Gegensatz zu meinen o.g. Trafo-Erfahrungen gab es schonmal keinerlei Probs, die Elektrode zum Zünden zu bewegen. Der Lichtbogen steht wie eine Eins und die erste Proberaupe (Auftrag) hat mich schon fast begeistert, sah ok aus.

Also mal fix versucht ein paar Baustahlreste zu verbinden... PA, PC und dann auch PE. Geht auch alles irgendwie - ganze Passagen sehen ganz gut aus - doch kommt es auch immer mal wieder zu Schlackeeinschlüssen, deren Vermeidung ich nicht raffe.
Hab alles mögliche probiert, Stromstärke, Sprühlichtbogen, Elektrodenabstand und - Winkel. Der Zusammenhang von Stromstärke und Sprühlichtbogen ist mir klar.. für den Rest habe ich dasselbe Problem wie auch schon früher: Ich kann im Schirm das Schweißbad nicht von der Schlacke unterscheiden - ich seh's einfach nicht (DIN9 Scheibe). Im Gegensatz zum Autogen-Schweißen weiß ich erst hinterher (nach Schlackekloppen), wie das ganze aussieht, was die 'Lernkurve' doch erheblich behindert.

Hab hier mal rumgesucht, was denn genau für Schlackeeinschlüsse verantwortlich ist - doch so richtig schlüssig sind die Beiträge da nicht.

Deshalb würde ich es toll finden, wenn einer der Profis mal kurz zusammenfassen kann, was die einzelnen Faktoren für Schlackeeinschlüsse sind und wie man das am besten vermeidet.
Das würde mir sicher einige frustrierte Stunden und ein paar Kilo Elektroden (unglaublich was die heute kosten!), sparen...

Ansonsten freue ich mich auf meinen Gasschlauch und die ersten Gehversuche im WIG-Terrain. Dann hagelt es sicher noch mehr Fragen....

Martin


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 19:00 
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Das ist nur Übung. Ich finde es sehr schwer, die Schlacke vom Schmelzbad zu unterscheiden. Da achte ich garnicht drauf und die Nähte werden immer top ! Ich höre, wie die Naht aussieht. Kling blöd, aber wenn die Elektrode schön brutzelt sieht die Naht auch gut aus.
Versuche mal die Elektrode in 60° Winkel zum Werkstück.
Ansonsten finde ich das nur Übung.


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 19:31 
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Kannst du vl mal Fotos von deinen Nähten einstellen? Da ich selbst ca. ein Jahr lang und geschätzte 10kg Elektroden rumgebraten hab bis es funktioniert hab kenn ich dein leiden gut, mir hat dann Gott sei Dank ein alter Schlosser zu nem besseren Trafo geraten (wird bei dir wohl nicht der Fall sein)


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 19:43 
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Also blöd finde ich das mit dem 'hören' überhaupt nicht. Selbst beim Autogen-Schweißen ist das wichtig - wenn man bspw. eine Erweiterung einer bestehenden Schwarzrohr Heizanlage - üblicherweise mit beschränktem Zugang und viel 'innerer' Korrosion - vornimmt. Wenn man u.U. gezwungen ist, mit Spiegel zu schweißen, kann man nicht warten bis der 'Blumenkohl' hochkommt, da man da ja kaum wieder ran kommt. Da ist dann auch Gehöhr gefragt...

Leider Gottes ist die Geräuschkulisse beim E-Schweissen aber ohnehin schon mannigfaltig (jedenfalls für mich!) Wie, bitte schön, hört sich Schlacke an?

Ich denke mal, bevor ich in den sauren Apfel beisse und stundenlange Erfahrungen mit Elektrodenschweissen sammele, warte ich mal auf die ersten WIG Erfahrungen. Da gibt's wenigstens keine Schlacke....

Martin


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 20:08 
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So in etwa sollte es sich anhören.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=3reTMFTaPkk&feature=related[/youtube]

Wenn du Schlacke dazwischen bekommst hört sich dass anders an. Schlecht zu beschreiben. Aber wenn es anders klingt als das übliche "Schnitzel brutzeln" könnte es gut Schlacke sein.

So wie das Abschmelzen und der Schweißrauch aussieht schätze ich, dass der Typ Reinbasische Elektroden genommen hat.

PS.: Bei der Decklage hätte ich mehr Strom genommen.

Du hast PN.


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 20:22 
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Raubsau hat geschrieben:
Kannst du vl mal Fotos von deinen Nähten einstellen?


Da hätt ich dran denken sollen... Bedauerlicherweise hab ich grad vor einem Monat dem Drängen meiner Holden nachgegeben und unser Grundstück von allem Metallschrott befreit. Womit mir momentan Versuchsobjekte fehlen. Deshalb habe ich die ersten Versuche über- und übergeschweisst... was jetzt Bilder unmöglich macht.

Habe aber eine größere Bestellung laufen.. Schließlich ist der Hintergrund des neu erwachten Schweissfiebers die jahrelang erträumte Fertigstellung meiner neu gebauten Werkstatt (satte 104qm!). Und da geht es jetzt um die Einrichtung: Große Werkbank, Regale und, na klar, ein Schweißtisch....
Das Material für das alles ist im Anrollen. Innerhalb der nächsten Woche sollten deshalb Beweise meiner Unzulänglichkeit beim Schweissen kein Problem sein...
Das werde ich posten.... versprochen, auch wenn's peinlich werden sollte.

Martin


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 21:18 
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Peinlich ist, wenn man vorher den sandigen Dreck von den Elektroden runterschleift damit der Draht schön blank ist und sie schön zündet :wink:

Jeder fängt mal klein an, übrigens: 104qm! Respekt, da keimt in mir der Neid


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 21:25 
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@Raubsau:
Reinbasische Elektroden zünden nicht gut wieder und da brockel ich immer die Umhüllung leicht ab, sodass ca. 1 mm des Kernstabes blank liegt.


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2010, 23:11 
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Ich hab von schleifen gesprochen, in Österreich nennt man sowas Scherz :lol:


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BeitragVerfasst: 8. Mär 2010, 06:47 
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Wohnort: Südhessen
Raubsau hat geschrieben:
..... übrigens: 104qm! Respekt, da keimt in mir der Neid



Berechtigt..... davon habe ich aber auch jahrzehntelang geträumt. Außerdem ist das mehr, als nur eine Hobby-Investition. Soll mal meine Altersversorgung werden....

Darf ich aber nochmals auf meine Eingangsanfrage zurrückkommen:

Kann mal jemand in Kurzlistenform die Kriterien für Schlackeeinschlüsse zusammenfassen? So etwa in dieser Form:

Elektrode nass = ungleichmäßiger Schlackeabgang = keine ordentl. Abdeckung

Falscher Anstellwinkel = Lichtbogen bläst Schlacke vom Schweissgut

Falsche Schweissgeschwindigkeit, zu langsam = ....?, zu schnell ....?

usw., usw...


Wäre toll,

Martin


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